Politik votiert für zusätzliche Mülleimer

„Sollten da nicht so kleinlich sein“

Reckenfeld

Einstimmig. Deutlicher hätte die Politik nicht zum Ausdruck bringen können, was sie vom Vorschlag der Verwaltung hält: nichts. Dieser Vorschlag sah vor, keine zusätzlichen Mülleimer in Reckenfeld aufzustellen. Das aber war mit dem Mitgliedern des Bezirksausschusses nicht zu machen. Sie votierten ausnahmslos für die Mülleimer.

Oliver Hengst

An der Sitzbank am Kuckucksweg (Beckermanns Kreuz) am Radweg zwischen Greven und Reckenfeld fehlt ein Mülleimer. Notdürftig hat jemand eine Mülltüte aufgehängt. Der ReBüVe fordert Mülleimer für insgesamt vier Standorte Foto: Oliver Hengst

Den Anlass der Debatte lieferte ein Antrag des Reckenfelder Bürgervereins, der sich für Mülleimer an vier Bänken aussprach, die der ReBüVe mit bürgerschaftlichem Engagement und mit der Unterstützung von Sponsoren aufgestellt hatte. Dass die Verwaltung das Anliegen nicht verfolgen wollte, führte zu „großer Enttäuschung“, wie Jürgen Otto vom Bürgerverein ausführte. Auch das Argument der Verwaltung, es gebe bereits genug Mülleimer in Reckenfeld, sogar mehr als im Schnitt, wollte er nicht akzeptieren. „Wir vom Bürgerverein können klar sagen, dass in der Ortsmitte und vor allem an den Bushaltestellen die Kapazitäten nicht ausreichen. Und das können sicher viele Reckenfelder bestätigen.“

Das zeigten auch die Clean-Up-Aktionen des Vereins, bei denen mit hohem Aufwand durch Bürger Müll eingesammelt werde, „den sonst die Stadt entsorgen müsste“. In fünf Jahren seien so immerhin 6 Tonnen Müll zusammengekommen. Man habe damit der Stadt Aufwand und, ja – auch Kosten erspart. Dass die Stadt nun vier Mülleimer ablehne, sei „nicht nachvollziehbar“, so Otto. „Für Ehrenamtler ist das eher demotivierend.“

Dass der Verein mehr Papierkörbe wolle, „kann ich einerseits nachvollziehen, andererseits aber auch nicht“, sagt André Kintrup von den technischen Betrieben. Denn man habe dem ReBüVe schon beim Aufstellen der Bänke deutlich gemacht, dass dies nur ohne Mülleimer zu machen sei. Grund seien die laufenden Kosten, die drohen. Die einmaligen Kosten pro Mülleimer seien weniger das Problem, sondern eher die regelmäßige Leerung. Zudem gebe es „Fehlnutzungen“, etwa die Entsorgung von Hausmüll, der eigentlich in die heimische Tonne gehört.

Für Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) sind die beantragten Mülleimer „so eine Selbstverständlichkeit. Sind wir wirklich so geizig? Wir sollten das tun. Auf die paar Mülleimer kommt es wirklich nicht an.“ Cem Akdag (SPD) sieht das ähnlich: Stelle man die Mülleimer nicht auf, „dann werfen die Leute den Müll in die Natur. Das kann ja nicht die Alternative sein“. Klaus Schwenken (CDU), der zudem Vorsitzender des Bürgervereins ist, verwies darauf, dass Nachbarkommunen sehr viele Mülleimer aufstellten, „weil sie wissen: Wo sich Menschen aufhalten, entsteht nunmal Müll. Wir sollten da nicht so kleinlich sein.“ Als Beispiel führte er die Sitzgruppe am Max-Clemens-Kanal an, die auf Nordwalder Gebiet entstanden sei. Nordwalde habe da sofort einen Mülleimer installiert. „Die scheuen keine Entfernung“, resümierte Manfred Zilske (Grüne). Franz-Josef Holthaus (CDU) regte an, eine Rechnung aufzumachen: „Was kostet mehr? Alle 300 Meter eine Tonne oder zwischen den Tonnen 300 Meter immer fegen müssen?“

Das eindeutige Meinungsbild schlug sich letztlich auch in der Abstimmung nieder. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für den ReBüVe-Antrag nach zusätzlichen Mülleimern aus. Der Bezirksausschuss kann jedoch nur empfehlen, so dass sich der Betriebsausschuss nochmal mit dem Thema befassen muss.

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