Bürgerwind Greven will weiter machen

„Wir sondieren derzeit die Lage“

Greven

Das Verfassungsgericht hat den Gesetzgeber verpflichtet, bis Ende 2022 die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 zu regeln. Ohne Windkraft werden die Ziele wohl nicht erreicht. Die Bürgerwind Greven arbeitet weiter an ihren Windparkplänen.

Peter Beckmann

Die Pläne für 15 Windanlagen in Greven scheiterten vor Jahren. Aber die Bürgerwind Greven will die Pläne wieder aufnehmen. Foto: Klaus Meyer

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts strebt die Bundesregierung eine stärkere Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes an. So soll das Sparziel für die Emissionen auf 65 Prozent bis 2030 erhöht werden. Hört sich alles toll an. Doch ohne Windkraft wird das sicherlich nicht funktionieren. Windkraft? Da war doch noch was. Ja, die „Bürgerwind Greven“ war vor rund drei Jahren mit ihren Bauanträgen für 15 Windkraftanlagen gescheitert. Gibt es die Bürgerwindler eigentlich noch? Und wenn ja: Wollen die denn auch noch?

Beide Fragen kann man mit ja beantworten. Obwohl die „Bürgerwind Greven GmbH & Co. KG kurz vor dem Aus gestanden hat. „Wäre Bruno Lammers nicht bei uns eingestiegen, hätten wir Insolvenz anmelden müssen“, sagte Stephan Eilers, Geschäftsführer der Bürgerwind Greven, in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Lammers, Inhaber der Firma Saertex aus Saerbeck, habe die Bürgerwind Greven nicht nur finanziell unterstützt. „Er ist natürlich auch ein ausgewiesener Experte in Sachen Windkraft.“

Wie dem auch sei: Die Bürgerwind Greven hatte rund eine Millionen Euro für Planung, Gutachten und weiteres ausgegeben und standen nach dem gescheiterten Plänen vor dem Aus. Aber jetzt müsse man endlich einen Schritt weiter kommen. „Wir haben uns Anfang des Jahres mit allen Fraktionen getroffen, haben für unser Projekt geworben und die Pläne vorgestellt. „Wir werden jetzt sehen, ob auch die Lokalpolitik nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgericht bereit ist, weiter und um zu denken“, sagte Eilers.

Klar sei aber: „Wenn wir wieder neu planen können, fangen wir wieder von ganz vorne an“, erklärte Eilers. Letztendlich sei er sich sicher, dass die Windkraft nach Greven komme. „Es stellt sich nur die Frage, wer es dann umsetzen darf.“ Mitbewerber gebe es reichlich, die sich auch immer wieder nach dem Stand der Dinge erkundigen würden. „Wir hoffen natürlich, dass man sich für unser Projekt eines wirklichen Bürgerwindparks entscheidet, bei dem sich alle Grevener finanziell beteiligen können. An dieser Philosophie halten wir auf jeden Fall fest.“

Ganz konkret könne man derzeit nicht von Verhandlungen mit wem auch immer sprechen. „Wir sondieren zur Zeit die Lage, wir haben unsere Ziele und unser Projekt vorgestellt, die Resonanz war nicht negativ oder ablehnend“, sagte Eilers. Aber: Es sei schwer einzuschätzen, wie es weiter gehen könne. „Wir warten derzeit auf hoffentlich positive Rückmeldungen aus der Politik.“ Letztendlich habe man durchaus Hoffnung, dass das Projekt wieder aufgenommen werden könne. Positiv stimme auch, dass derzeit in NRW über geringere Abstände zur Wohnbebauung nachgedacht werde.

Nur: Werden die Planungen für Windräder wieder aufgenommen, wird das sicherlich die Bürgerinitiative Gegenwind auf den Plan rufen. Die hatte in den vergangenen Jahren – letztendlich erfolgreich – gegen die geplanten Windkraftanlagen gekämpft.

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