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Warten auf den Startschuss

An der Buddenkuhle bereitet man sich auf die Badesaison vor

Ladbergen

Noch herrscht Ruhe an der Buddenkuhle. Nichts deutet daraufhin, dass hier schon bald fröhlich-trubeliger Badebetrieb herrschen könnte. Robert Kärst ist an dem Gewässer aber lange genug im Geschäft, um zu versprechen: „Das kann alles ganz schnell gehen.“

Luca Pals

Robert Kärst hofft auf das weitere Sinken der Inzidenzwerte – denn dann kann es auch an der Buddenkuhle ganz schnell gehen und die Badesaison für 2021 startet. Foto: Luca Pals

Noch ruht still der See. Wenig weit darauf hin, dass an der Buddenkuhle freudiger Trubel herrschen könnte: Die Ketten, die den Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich trennen sollen, liegen noch auf dem Trockenen. Die Sprunginsel, die während der Saison in der Mitte des Gewässers für Spiel, Spaß und Freude sorgt, ist noch nicht auf ihrem angestammten Platz. Und die Fahne der DLRG hängt auch noch nicht am Mast. Robert Kärst ist aber lange genug im Geschäft, um zu versprechen: „Das kann alles ganz schnell gehen.“

Das richtige Stichwort für die aktuelle Lage, in der sich das Team der Buddenkuhle befindet: „Noch warten wir und beobachten das Sinken der Inzidenzwerte.“ Entscheidend sind hierbei die Zahlen für den Kreis Steinfurt. Wenn diese konstant – fünf Tage am Stück – unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liegen, wird an der Buddenkuhle geöffnet. Am Montag lag der Inzidenzwert für den Kreis bei 50,4.

Mit dieser Marschroute geht das Team auf „Nummer sicher“: „Wir wollen uns an alle Vorgaben halten und sind einfach nur froh, wenn es losgehen kann.“

Klar: Dafür muss auch das Wetter passen, am Wochenende sah es dahingehend noch sehr mau aus – der „warme Sommer“ kommt aber ganz bestimmt. Trotz Pandemie werden Sonne und angenehme oder sogar heiße Temperaturen wieder zahlreiche Besucher zum Badesee locken.

Ein Besucher pro sieben Quadratmeter

So war es im vergangenen Jahr, so wird es auch jetzt wieder sein, ist sich Kärst sicher: „Wir können ja immer nur nach aktuellen Vorgaben planen. Das heißt, dass zum jetzigen Zeitpunkt pro sieben Quadratmeter ein Besucher erlaubt ist.“

Kärst kommt gebürtig aus dem Ruhrgebiet, Anfang der 2000er-Jahre zog es seine Frau und ihn ins Tecklenburger Land – zur Ladberger Buddenkuhle. Nur für kurze Zeit lebte er in Lengerich, schnell zog es ihn wieder ins Heidedorf: „Und ich will hier einfach nicht weg.“

Zwar habe auch das Ruhrgebiet seinen Charme, in Ladbergen seien die Menschen aber besonders offen, die Wege für die Kommunikation mit der Gemeinde seien kurz und unkompliziert und die Landschaft „einfach wunderschön.“

Campingurlaub wieder möglich

Seinen Lieblingsplatz – die Buddenkuhle mitsamt Camping-Platz – hat er also schön längst gefunden. Er weiß wie sich ein richtiger Campingurlaub anfühlen soll: „Unbeschwert, mit guter Gastronomie, einem schönen Strand und viel Zeit zum Entspannen.“ All das will das Team der Regenbogen-Gesellschaft, die deutschlandweit Campingplätze betreibt, seinen Gästen trotz Pandemie anbieten können.

In den Genuss der Außengastronomie dürfen die ersten Camper, die am Samstag anreisen konnten, in den nächsten Tagen kommen. Kärst hofft bei weiter sinkenenden Inzidenzwerten auch auf die Öffnung der Innenräume und „den Betrieb an der Theke.“ Denn: „Das macht Urlaub einfach aus.“

Darauf freuen sich auch die ersten Camper. Aktuell gilt noch eine Maximalauslastung von 60 Prozent. Mit dabei sind die Dauercamper, die das ganze Jahr über im Wohnwagen leben. Der Andrang für die Anreise sei so groß, dass Kärst und sein Team die ersten schon abweisen mussten. Aus seiner Sicht besonders schmerzhaft: „Ich will in der aktuellen Lage kein Politiker sein und die Entscheidungen treffen müssen. Aber an der frischen Luft sehe ich nur eine geringe Infektionsgefahr.“ Viele Gäste kommen aus dem Ruhrgebiet: „Hier in der Natur ist es, denke ich, viel angenehmer als in einem Dortmunder Mehrfamilienhaus.“ Aber: An die Regeln halten ist das Gebot der Stunde. Man gibt sich mit kleinen Schritten zufrieden. Was bleibt auch anderes übrig.

Voranmeldung über Buchungssystem

Für den Badesee planen die Verantwortlichen – wie im vergangenen Jahr – eine Begrenzung auf 300 externen Gästen. Dazu kommen etwa 100 Camperinnen und Camper: „Mit 400 sind wir dann an unserer Grenze – mehr geht auf dem Areal nicht“, stellt Kärst fest. Per Voranmeldungen über ein eigenes Buchungssystem können sich die Besucher anmelden und den Tag am Strand genießen.

Alles gut und schön, aber: Planungssicherheit sieht natürlich anders aus. Und so betont Kärst des Öfteren: „Wir müssen einfach flexibel bleiben.“ Ob ein Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft – wie es sonst schon der Fall war – möglich ist, steht noch in den Sternen. Kärst: „Wenn es erlaubt ist, werden wir da bestimmt etwas für Besucher und unsere Camper arrangieren können.“ Denn auch das mache die Buddenkuhle aus: ein unbeschwertes Miteinander in launiger Runde.

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