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Bauausschuss diskutiert über Umgestaltung des Rathauses

Frische Ideen sollen auf den Tisch

Ladbergen

Die Diskussion war intensiv und zog sich in die Länge. Die Umgestaltung des Rathauses, das wurde im Bauausschuss deutlich, ist nicht auf die Schnelle zu erledigen. Am Ende verwies das Gremium die Entscheidung, welche Lösung umgesetzt werden soll, an den Gemeinderat.

Mareike Stratmann

Quo vadis? Bevor in puncto Umgestaltung des Rathauses und dessen Umfeld konkrete Pflöcke eingeschlagen werden, bedarf es noch einiger Beratungen. Das wurde im Planungs- und Bauausschuss am Donnerstag mehr als deutlich. Foto: Mareike Stratmann

Hartmut Kaubisch (Grüne) hatte sich einen Einstieg in den Themenkomplex „Umgestaltung des Rathauses und dessen Umfeld“ gewünscht. Zumal die von Architekt Wilfried Untiet bereits im Dezember vorgestellten Pläne seither nicht weiter diskutiert worden waren. Und weil zudem ein Antrag der CDU vorlag, die Umgestaltung des Eingangsbereichs im Rahmen eines Architektenwettbewerbs zu vergeben. Nach gut und gerne einer Dreiviertelstunde wilder Diskussionen zog der Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses indes die Notbremse und mahnte: „Wir diskutieren uns hier dumm und dusselig, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.“ Das Ende vom Lied: Der Themenkomplex wurde am Donnerstag ohne Beschluss an den Rat verwiesen.

Einiges hat die Diskussion aber sehr wohl aufgezeigt: Der Name Architektenwettbewerb schmeckte den übrigen Parteien überhaupt nicht. Laut Kaubisch „ein Fehlgriff“. Im Kern mochten sich die Ausschussmitglieder mit dem Ansinnen der Christdemokraten aber durchaus anfreunden: Dazu hatte Kai Hille ausgeführt, dass seine Partei für eine Umgestaltung eines so wichtigen Gebäudes im Ort „frischen Wind und weitere Meinungen“ eingeholt wissen wolle. Oder wie der CDU-Vorsitzende Dr. Markus Boertz hinzufügte: „Das ist ein vorausschauender Antrag. Wir möchten nicht, dass es einen Automatismus gibt, dass immer derselbe Architekt zum Zuge kommt.“

Gleichwohl hatte sich eine intensive Diskussion um den Inhalt dessen entsponnen, was mit den 250 000 Euro, die im aktuellen Haushalt für die Umgestaltung des Gebäudes vorgesehen sind, passieren soll. Dazu bemerkten Thomas Kötterheinrich, Sascha Gläser (beide SPD) und Andreas Will (FDP), dass die Mittel doch zweckgebunden seien: nämlich für die Installation eines Aufzugs, die Sanierung des Flachdachs, einen Sichtschutz, der für Diskretion von nicht-öffentlichen Sitzungen sorgen soll, und ein Leitsystem Barrierefreiheit.

Bereits in die Wege geleitet hat die Verwaltung die Installation eines Aufzuges im Treppenhaus, die auch in diesem Jahr noch über die Bühne gehen soll. Bei den übrigen Fragestellungen habe man nach dem CDU-Antrag zunächst abgewartet, so Bürgermeister Torsten Buller und Bauamtsleiter Tim Lutterbei. Es deutet sich an, dass die Verwaltung zunächst ein Konzept vorlegen soll, wie es um Raumbedarfe und Co. bestellt ist, ehe man neue Ideen von verschiedenen Architekten einholt.

Ähnlich gestaltet sich die Situation auch im Außenbereich, dem Architekt Wilfried Untiet im Dezember „wenig Attraktivität und ein hohes Gefahrenpotenzial“ angesichts der engen Zufahrt zu Rathaus und Kindergarten bescheinigt hatte. Mittel für diese Maßnahme stehen aktuell nicht zur Verfügung, sie waren im Zuge der Haushaltsberatungen vom Rat gestrichen worden.

Entsprechend regte Bürgermeister Torsten Buller einen Arbeitskreis aus Politik und Verwaltung an, um Ideen zu sammeln und zwei, drei weitere Architekten zu befragen. Ursula Stahl (CDU) mahnte auch hier an, dass es eines Gesamtkonzeptes bedürfe, ehe es in diesem Punkt weitergehen solle. Der Knackpunkt: Will man kleine Schritte gehen oder gar den großen Wurf wagen? Wilfried Untiet hatte als große Lösung unter anderem eine Verlegung des Haupteingangs an die Jahnstraße vorgeschlagen und sinniert, dass über dessen gläsernen Vorbau mit überragender Decke eine Aufstockung für ein Trauzimmer mit Panoramablick oder für einen Sitzungssaal passe.

Diese Ideen stehen vorerst hinten an. Zumal es eben auch an Geld dafür fehlt. Es deutet sich an, dass das Thema im September/Oktober wieder aufgegriffen werden soll. „Ich möchte, dass wir aber in jedem Fall in diesem Jahr noch die ersten Pflöcke eingeschlagen, wohin wir wollen“, schloss Hartmut Kaubisch die Debatte. Nun ist der Rat, der am Donnerstag, 17. Juni, zusammenkommt, am Zuge.

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