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Jagd auf den Eichenprozessionsspinner

Jeder macht‘s auf seine Art und Weise

Lienen/Ladbergen

Es wird wohl kaum eine Kommune im Tecklenburger Land geben, in der der Eichenprozessionsspinner kein Thema ist. Doch wie die kleinen Tierchen, die dem Menschen mit ihren Brennhärchen durchaus gefährlich werden können, bekämpft werden, das divergiert zum Teil erheblich. Das zeigt sich am Beispiel Ladbergen und Lienen.

msm

Im Ladberger Friedenspark – in früheren Jahren arg vom Eichenprozessionsspinner betroffen – wurde 2020 kein einziges Nest entdeckt. Foto: Mareike Stratmann/dpa

Die Frage ist nicht ob, sondern eigentlich nur wann es wieder losgeht: die Jagd auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Noch ist in Ladbergen und Lienen kein einziges Nest gesichtet worden. „Aber ab Mitte Mai geht es bestimmt los“, befürchtet Ingrid Kuhn aus dem Ladberger Ordnungsamt. Man kann ihr durchaus anhören, dass sie darauf verzichten könnte. Und bei den Kollegen in Lienen ist das nicht anders.

Thema sind die Insekten, deren fiese Brennhärchen bei Kontakt Hautausschlag, Brennen sowie Juckreiz und in seltenen Fällen sogar Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen und Fieber auslösen, aber schon seit geraumer Zeit. Geht es doch um die richtige Strategie, wie man den kleinen Biestern möglichst effektiv entgegentritt– und da geht jede Kommune ihren eigenen Weg, verfolgt aber durchaus interessiert, was in der Nachbarschaft passiert.

In Lienen setzt man im Großen und Ganzen auf die Marschroute des vergangenen Jahres. Ein Mitarbeiter des Bauhofs wird die Eichenbestände auf öffentlichen Grundstücken kontrollieren, auf Zurufe aus der Bevölkerung reagieren, Schilder aufstellen, notfalls Sperrungen in die Wege leiten und die Koordination der Einsätze übernehmen. Beim Absaugen der Nester vertraut man wie 2020 einer Fachfirma aus Osnabrück. Im Fokus, so Anna Lehnen aus dem Bauamt, stünden die Kindergärten und Schulen, Spielplätze sowie der Barfußpark.

Ob im Erholungsort wie im vergangenen Jahr im Vorfeld wieder eine Spezialfirma mit einem Sprühfahrzeug ein spezielles Biozid auf Eichen sprühen wird, ist laut Bauamtsleiter Nico Königkrämer „noch nicht abschließend entschieden“. Zum einen gebe es gewisse Vorbehalte in der Politik und Bevölkerung, „zum anderen haben wir im vergangenen Jahr scheinbar nicht das optimale Timing für den Einsatz gehabt“, berichtet er. „Wir werden das jetzt zeitnah entscheiden.“

In Ladbergen sieht das anders aus: „Sobald die Eichenblätter ausgereift sind, wird bei uns ein Biozid gespritzt“, erklärt Ingrid Kuhn, um direkt hinzuzufügen: „Wir haben damit super Erfahrungen gemacht.“ Weder im Friedenspark noch an der Grundschule sei im vergangenen Jahr auch nur ein Nest des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden. „Das hat wirklich geholfen“, sagt die Verwaltungsfachangestellte voller Überzeugung. Folglich werde man dieses Verfahren zeitnah im Friedenspark, auf dem Gelände der Grundschule und des DRK-Kindergartens „Die kleinen Strolche“, auf den Spielplätzen, in der Spielarena 12+ sowie am Sportplatz Königsbrücke wiederholen. „Das Biozid ist für Menschen und andere Tiere absolut ungefährlich.“

Darüber hinaus setzt die Gemeinde Ladbergen ebenfalls aufs Absaugen und Einsammeln. Mit zwei Unternehmen aus Lengerich und Osnabrück sind entsprechende Verträge geschlossen worden. Anders als im Vorjahr wird man in diesem Frühjahr und Sommer aber keine weißen Ringe und mit Duftstoffen versehene Beutel an den Eichen finden. „Das war ein Schuss in den Ofen“, sagt Ingrid Kuhn nach dem Testlauf des Vorjahres frei heraus.  Stattdessen hofft sie auf die „wahn-    sinnig vielen Meisen“ im Dorf, die zu den Fressfeinden der Raupen gehören.

Trotzdem will sich weder in Ladbergen noch in Lienen jemand der Illusion hingeben, dass der Eichenprozessionsspinner 2021 einen Bogen um die Orte herum macht. Deshalb: Wer auf öffentlichen Grundstücken ein Nest findet, kann dieses über die jeweilige Gemeinde-Homepage melden. Für die Beseitigung von Nestern auf Privatgrundstücken, darauf weisen beide Kommunen ausdrücklich hin, ist indes der Eigentümer zuständig.

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