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Zum Juli ziehen die Mieter ins ökologisch hochwertige Mehrfamilienhaus am Kreisverkehr

Mittendrin mit toller Aussicht

Ladbergen

Ein Gebäudekomplex aus Wohnen und Gewerbe an exponierter Stelle, nur wenige Meter vom Ortskern entfernt, das Ganze als nachhaltiges, ressourcen- und energiesparendes sowie barrierefreies Projekt umgesetzt: Es war eine lange Reihe von Hausaufgaben, die Architekt Paul-Gerhard Welp zu erledigen hatte, als er sich an die Arbeit machte.

Dietlind Ellerich

Alexandra Kattmann (von rechts), Torsten Buller, Paul-Gerhard Welp, Max Riestenkamp gt. Richter und Matthias Berlekamp überzeugten sich nicht nur vom Mehrfamilienhaus am Kreisverkehr (kleines Bild), sondern auch von der guten Aussicht, die die zukünftigen Mieter von ihren Balkonen genießen können. Foto: Paul-Gerhard Welp/Dietlind Ellerich

Ein Gebäudekomplex aus Wohnen und Gewerbe an exponierter Stelle, nur wenige Meter vom Ortskern entfernt, das Ganze als nachhaltiges, ressourcen- und energiesparendes sowie barrierefreies Projekt umgesetzt: Es war eine lange Reihe von Hausaufgaben, die Architekt Paul-Gerhard Welp zu erledigen hatte, als er sich an die Arbeit machte.

Gut zwei Jahre, nachdem der ehemalige Geschäftsführer des Grevener Architekturbüros Hillebrand & Berlekamp der Politik seine Pläne für das 5000 Quadratmeter große Eckgrundstück am Kreisverkehr Lengericher Straße/Tecklenburger Straße vorgestellt hatte, bescheinigen ihm alle Seiten, dass er einen sehr guten Job gemacht habe.

Nicht nur Max und Ulrich Riestenpatt gt. Richter vom Investor Richter Wohnbau aus Greven, sondern auch Ladbergens Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann und Bürgermeister Torsten Buller sind voll des Lobes über die Bebauung, deren Fertigstellung in diesen Wochen auf die Zielgerade geht. Während im Discounter schon seit Ende des Jahres 2020 eingekauft wird, werden die 24 Wohnungen zum 1. Juli bezogen.

Zu den Mietern der 60 bis 90 Quadratmeter großen Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen gehören junge Familien und Paare, Rentner und Studierende, weiß Max Richter. „Das lebt von der bunten Mischung“, ist er überzeugt. Und Architekt Welp freut sich, dass „sein“ Haus Ladbergen 30 Neubürger beschert. Tatsächlich kommen laut Richter 70 Prozent der Mieter aus dem Umland.

Nicht nur die Aussicht ins Dorf ist bemerkenswert, auch umgekehrt wird ein Schuh daraus. Denn von Ladbergens guter Stube aus sollten nicht Discounter und Stellplätze im Fokus stehen, sondern das Mehrfamilienhaus. Welp plante ein Gebäude mit zwei Etagen und einem ausgebauten Dachgeschoss. Der Clou befindet sich darunter. Ein Luftgeschoss für die Stellplätze des Discounters. „Das Zauberwort hieß ,Flying Floor‘“, so Welp. Das Haus stehe auf einem fliegenden Boden, der über den Parkplätzen schwebe, erläutert er.

Zum städtebaulichen kam der ökologische Aspekt. Das KfW-40-Gebäude werde über eine Wärmepumpe mit Heizwärme und Warmwasser versorgt, so Richter. „Insgesamt 1200 Meter Erdsonden-Kollektoren speisen die Pumpe, deren Strombedarf überwiegend über Photovoltaikmodule erzeugt wird“, erläutert Welp weiter. 196 Module befinden sich auf den Dachflächen des Wohnhauses, 588 auf dem Discounter, der über die neueste Technik mit CO-Kälteanlage mit Wärmerückgewinnung und Fußbodenheizung verfüge, ergänzt Max Richter.

Insgesamt 250 Kilowatt-Peak erzeugen in Zukunft rund 250 000 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr, haben Investor und Architekt errechnet. Lege man einen Jahresverbrauch von 1400 kWh pro Person zugrunde, könnte man damit 180 Menschen ein Jahr lang mit Strom versorgen, hält Richter fest. Auf dem Areal werde „zirka 20 Prozent mehr Strom-Energie erzeugt, als die Bauwerke selber verbrauchen“, beschreibt Welp eine energetische Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Zudem werde das Grundstück ressourcensparend genutzt, macht Welp deutlich. Statt der üblichen 4500 Quadratmeter für einen Markt plus 2500 Quadratmeter für ein vergleichbares Wohnhaus, verbrauche das Projekt, „insbesondere durch die Flächen übergreifende Luftgeschoss-Lösung“, lediglich 5000 Quadratmeter.

Dass der Komplex der städtebaulichen Nachverdichtung gerecht wird, verstehe sich von selbst, und auch die Gestaltung der Außenanlagen setze auf Nachhaltigkeit. So blieb der Baumbestand erhalten, weitere Hochstämme und eine zwei Meter hohe Hecke kamen respektive kommen hinzu. Zudem sind die Stellplätze der Wohnungen mit Öko-Pflaster ausgelegt.

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