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Erste Gedankenspiele für Bebauung der Friedhofserweiterungsfläche vorgestellt

Ziel ist ein „Ort der Gemeinschaft“

Ladbergen

Das könnte ein spannendes Projekt für viele Beteiligte werden. Die evangelische Kirchengemeinde möchte auf der Friedhofserweiterungsfläche ein Gebäude errichten, in dem unter anderem die benötigten Räume für den Offenen Ganztag und die Übermittagsbetreuung untergebracht werden. Martin Oelrich hat die ersten Gedankenspiele über den „Ort der Gemeinschaft“ am Donnerstag im Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschuss vorgestellt.

Mareike Stratmann

Noch säumt ein dichter Blütenteppich die Freifläche an der Friedhofskapelle. Geplant ist, dass dort bis 2023 „ein Ort der Gemeinschaft“ in Form eines Gebäudes entstehen soll. Darin sollen unter anderem Räume für den Offenen Ganztag und die Übermittagsbetreuung untergebracht werden. Foto: Mareike Stratmann

Es gibt noch keine fixen Pläne, die auf dem Tisch liegen und denen man entnehmen könnte, wie das Gebäude konkret aussehen wird. Und noch ist auch längst nicht klar, wer in welcher Form in das Haus einziehen oder es nutzen wird. Fest steht aber, dass es „ein Ort der Gemeinschaft“ werden soll, wie es Martin Oelrich nennt, was in den nächsten zwei Jahren auf der Erweiterungsfläche des Friedhofs entstehen soll. Und allein das treibt sowohl dem Vorsitzenden des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde als auch Bürgermeister Torsten Buller schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht.

Doch der Reihe nach: Den Anfang nahm alles mit der Problematik, dass dem Offenen Ganztag und der Übermittagsbetreuung an der Grundschule Räume fehlen. Für die kommenden zwei Jahre wird das durch die Anmietung von zusätzlichen Raummodulen überbrückt (die WN berichteten). Doch dann? „Für uns war das der Startpunkt, uns grundlegende Gedanken zu machen“, stellt Martin Oelrich fest, nachdem er erste Gedankenspiele am Donnerstag im Gellschafts-, Kultur- und Sportausschuss präsentiert hatte.

Herausgekommen ist dabei folgendes: Die evangelische Kirchengemeinde möchte auf dem kircheneigenen Areal westlich der Friedhofskapelle, das laut Oelrich „noch nie ein Friedhof war und dafür auch in Zukunft nicht gebraucht wird“, ein Gebäude errichten. Und zwar unmittelbar angrenzend an die Straße, die Grundschule und Friedhof trennt. In diesem sollen unter anderem die fehlenden Räume für den Offenen Ganztag und die Übermittagsbetreuung integriert werden. „Die Kinder müssten also nur über die Straße gehen und wären da“, stellt er heraus. Denn klar ist: Die Erweiterungsmöglichkeiten an der Grundschule selbst sind erschöpft. Der Standort wäre, pflichtet ihm Bürgermeister Torsten Buller bei, „perfekt“.

Ob die Friedhofsnähe zum Problem werden könnte? Kopfschütteln. Martin Oelrich berichtet von Gesprächen mit Schulleitung, den Pfarrern beider Gemeinden und den Reaktionen aus dem Ausschuss für Friedhofsangelegenheiten. Das Fazit: „Keiner sieht das als Problem. Im Gegenteil. Der Tod gehört zum Leben dazu. Und die Pfarrer haben berichtet, dass das Kinderlachen auf dem Schulhof bei Beerdigungen von Angehörigen als durchaus wohltuend wahrgenommen worden sei, um die Trauer zu durchbrechen“, fasst Martin Oelrich die Eindrücke zusammen.

Die Nutzung durch die OGS und die Übermittagsbetreuung ist das eine, aber es soll in dem Gebäude noch viel mehr passieren, sagt Martin Oelrich. „Das ist ein Standort, an dem ganz viel möglich ist“, ist er überzeugt – ohne an der Stelle weiter ins Detail gehen zu wollen. „Dafür stehen wir noch ganz am Anfang der Planungen.“ Stattdessen stellt er heraus, dass sich die Kirchengemeinde „als Teil einer starken Kommune“ sieht und für Ladbergen das Beste herausholen und ein familienfreundliches Ladbergen fördern wolle.

Dazu, so der Vorsitzende des Presbyteriums, gehörten alle Betroffenen an einen Tisch beziehungsweise in einen Arbeitskreis, in dem in der Folge ein Konzept für eine Nutzung ausgearbeitet werden soll. „Noch haben wir eine schöne Planungsphase, aber 2023 soll das Gebäude stehen“, verdeutlicht er, dass die Planungen zügig vorangetrieben werden sollen.

Im Ausschuss gibt es für die ersten Überlegungen viel Zustimmung. Und Andrea Kerstermann von der evangelischen Jugendhilfe verdeutlicht, „dass wir sehr gerne dabei sind und mitplanen“. Im Rat soll das Projekt nun noch einmal einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Klar ist aber: Die evangelische Kirchengemeinde baut, die Gemeinde mietet das Haus. Ob das nicht auch anders möglich sei, fragt Thomas Kötterheinrich (SPD). Dem erteilt Martin Oelrich eine Absage. Er verspricht aber auch: „Das soll kein Investorenmodell sein, bei dem wir gewinnmaximiert denken. Und Sabine König (CDU) findet: „Die evangelische Kirchengemeinde ist ein super Partner.“ Um hinzuzufügen: „Nach dem Wegfall des evangelischen Gemeindehauses fehlt uns ein Gemeinschaftsraum.“ Eine Idee, die in den Planungen sicherlich auftauchen dürfte.

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