Sozialausschuss diskutiert über die Unterbringung von Flüchtlingen im Marienhospital

Bezugsfertig mit Hotelstandard

Laer

Die Mitglieder des Sozialausschusses könnten sich eine Nutzung des Marienhospitals oder des ehemaligen Schwesternwohnheims zur übergangsweisen Unterbringung von Geflüchteten vorstellen. Deswegen beauftragten sie Bürgermeister Manfred Kluthe, im Kuratorium der Stiftung Marienhospital entsprechend zu verhandeln. Letztendlich entscheidet der Rat in seiner Sitzung am 30. Juni über den entsprechenden Antrag der SPD.

Sabine Niestert

Seit der Krisenstab des Kreises Steinfurt das Fieberlazarett im ehemaligen Marienhospital in Laer aufgegeben hat, steht es wieder leer. Die Politiker fragen sich nun, ob dieses übergangsweise für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden kann. Foto: abi

Da der Zuzug von Flüchtlingen kaum plan- und steuerbar ist, rechnet die Gemeinde Laer mit der baldigen Zuweisung von weiteren Asylbewerbern durch die Bezirksregierung Arnsberg. Doch der Wohnraum für deren Unterbringung vor Ort ist knapp. Darüber sorgen sich nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Kommunalpolitiker. Das zeigte sich jedenfalls während der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend, als es um den Antrag der SPD auf Verhandlungen zur Überlassung des ehemaligen Schwesternwohnheims des Marienhospitals als Wohnraum für Geflüchtete ging.

„Wir sollten wenigstens einmal Gespräche darüber führen und klären, ob Bereitschaft da ist oder nicht“, betonte Sozialdemokratin Sabine Schulte. Schließlich habe das Kuratorium Stiftung Marienhospital das ehemalige Krankenhaus auch für die Einrichtung des Fieberlazaretts für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Dass sich dieses möglicherweise besser für die Unterbringung von Flüchtlingen eignet, machten die Ausführungen von Ralf Kösters deutlich. Der sachkundige Bürger der FDP merkte an, dass sich das Schwesternwohnheim baulich in einem schlechten Zustand befindet, was Fachbereitsleiter Matthias-Holger Reher bestätigte. So hätte es in dem Gebäude vor drei Wochen einen größeren Wasserschaden gegeben, sodass die Feuerwehr den Keller auspumpen musste.

Wie teuer die mögliche Herrichtung dieser Räumlichkeiten wäre, sei zu prüfen, erörterte der Verwaltungsmitarbeiter. Im Gegensatz dazu wäre das Marienhospital direkt bezugsfertig und es verfüge über einen Hotelstandard. Dass es unter diesen Umständen mehr Sinn ergebe, nach dessen Nutzung zu fragen, meinte CDU-Fraktionsvorsitzende Sybille Höner, die grundsätzlich nach dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen fragte. Den wollten auch die anderen Parteien geklärt wissen. Schließlich müsse die Gemeinde vorbereitet sein, damit sie schnell reagieren könne, wenn plötzlich weitere Flüchtlinge zugewiesen werden würden, wies Hans-Joachim Wiens, sachkundiger Bürger der SPD, auf die Dringlichkeit des Themas hin.

Einen guten Draht zum Kuratorium Stiftung Marienhospital dürfte Bürgermeister Manfred Kluthe haben, der zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden ist. Er versprach dem Fachgremium, die gewünschten Gespräche zu führen. Ob diese allerdings von Erfolg gekrönt sein, könne er nicht versprechen. Schließlich sei eine solche Nutzung mit viel Aufwand verbunden, fragte er nach der „Sinnhaftigkeit“ des Vorhabens.

Der SPD ist es in ihrem Antrag um die „übergangsweise“ Überlassung der leerstehenden Räumlichkeiten gegangen. So spricht sie von ein bis zwei Jahren – längsten für die Zeit bis zur etwaigen Nutzung als „Marienquartier“. Dass man auf diese schon sehr lange warte, machte Elisabeth Moser Emmerich deutlich. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen gab zu bedenken, dass auch eine kurzzeitige Unterbringung von Geflüchteten der Gemeinde Laer schon erheblich weiterhelfen könnte.

Letztendlich wird der Gemeinderat während seiner nächsten Sitzung am 30. Juni (Mittwoch) über den Antrag entscheiden.

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