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Auszubildende der Tischlerei Menne ab heute in WDR-Handwerker-Doku zu sehen

Ständig umgeben von Kameras

Lienen-Kattenvenne

Dass sie auf Schritt und Tritt von Kameras umgeben sind, damit hatten Heather Blom und Gina Schmitz nicht gerechnet, als sie ihre Ausbildung in der Tischlerei Menne begonnen haben. Doch jetzt sind die Protagonistinnen einer Doku-Reihe im dritten Programm des Westdeutschen Rundfunks.

Mareike Stratmann

Ab heute sind die beiden Auszubildenden der Tischlerei Menne, Heather Blom (links) und Gina Schmitz, sowie Geselle Niklas Habrock in der WDR-Doku „Passt, wackelt und hat Luft“ zu sehen – „ein Riesenspaß“, wie sie sagen. Foto: WDR/Warner Bros. International Television Production

Eigentlich habe sie in der Tischlerei Menne nur ihre Ausbildung beginnen wollen, lacht Gina Schmitz. Aufregend genug, möchte man meinen. Sich beim Start ins Berufsleben aber auch noch auf Schritt und Tritt von einem Kamera-Team des WDR begleiten zu lassen? „Ich fand‘s mega cool“, sagt die 25-jährige Lienenerin, die ab heute in der Handwerker-Doku „Passt, wackelt und hat Luft“ zu sehen ist. Im Fernsehen ab 21 Uhr und in den nächsten sechs Wochen montags immer an ihrer Seite: ihre Mit-Auszubildende Heather Blom aus Münster, Geselle Niklas Habrock und Firmen-Inhaber Thorsten Menne – sowie weitere sechs Lehrbetriebe aus Nordrhein-Westfalen.

„Sie sind Azubis und sie lieben ihren Job. Oft wachsen die Auszubildenden über sich hinaus, manchmal geht auch alles schief. Was wird sie diesmal auf den Baustellen erwarten?“ Mit diesen Worten kündigt der Sender den Auftakt zur zweiten Staffel der Handwerker-Doku mit sechs Folgen á 45 Minuten vollmundig an. Wie es dazu kam, dass die Auszubildenden der Tischlerei Menne in Kattenvenne darin eine zentrale Rolle spielen? „Meine Frau und ich haben die erste Staffel sehr interessiert verfolgt“, erklärt Thorsten Menne. Als dann eine E-Mail der Handwerkskammer kam, dass Protagonisten für den zweiten Durchlauf gesucht würden, bewarb sich das 22 Mitarbeitende zählende Unternehmen – und wurde nach eingereichtem Bewerbungsvideo und aufwendigem Casting schließlich ausgewählt.

Im Spätsommer und Herbst vergangenen Jahres rückten die Kamera-Teams an und begleiteten die jungen Frauen an etwa zehn Drehtagen auf Schritt und Tritt. „Obwohl man die Kameras ziemlich schnell vergessen hat“, wie die 21-jährige Heather Blom zurückblickt und nun hofft, dass „wir nicht zu viel Blödsinn geredet haben“. Gesehen haben sie und Gina außer einem kurzen Trailer nämlich noch nichts.

Warum die beiden spontan Ja gesagt haben? „Weil wir so zeigen können, wie vielseitig das Handwerk ist, dass es riesig Spaß macht und völlig zu unrecht einen schlechten Ruf hat“, sprudelt es aus Heather Blom nur so heraus. Sie hatte kurz zuvor ihr Grafik-Design-Studium abgebrochen hatte – und den Entschluss, Tischlerin zu werden, „noch keinen Tag bereut“.

Thorsten Menne sieht es ganz ähnlich. Neben der Werbungs fürs Handwerk im Allgemeinen ist ihm noch ein zweiter Aspekt wichtig: „Es geht auch darum, für die Zukunft Ausbildungsplätze sichern und besetzen zu können.“ Mit der unterhaltsamen WDR-Doku hofft er, junge Menschen für den Beruf des Tischlers begeistern zu können.

Wenn die Doku heute Abend um 21 Uhr startet, werden die Zuschauer Zeuge, wie die beiden selbstbewussten und um keinen Spruch verlegenen Frauen mit ihrem Ausbilder Niklas Habrock ihre ersten Beistelltische für ein Hotel in München bauen, einen exklusiven Waschtisch nach Kundenwunsch anfertigen oder auch ein Dachgeschoss für eine Ferienwohnung ausbauen.

Dass sie Türen dafür zum x-Mal in das Obergeschoss tragen und manche Szene immer und immer wieder wiederholen mussten, bis sie im Kasten war, „hat natürlich schon aufgehalten“, erinnert sich Gina, die zuvor eine Ausbildung in der Altenpflege gemacht hat. „Aber unterm Strich war‘s total lustig und hat echt Spaß gemacht“, so die Erkenntnis der Lienenerin. „In jedem Fall sieht man Fernsehen jetzt mit ganz anderen Augen. Wie viel Aufwand das ist, bis eine kleine Szene abgedreht ist.“

Wie alle in der Tischlerei Menne fiebert sie dem Start der Doku mit Spannung, Vorfreude und „ein bisschen Sorge, zu viel Quatsch erzählt zu haben“, entgegen. Gerne, so Thorsten Menne, hätte man in der Firma an der Schweger Straße daraus „ein richtiges Event mit allen Angestellten gemacht“. Corona geschuldet schauen jetzt alle auf dem heimischen Sofa zu – „aber am PC digital vernetzt“. Und jeder mit einem Lunchpaket der Firma ausgestattet. Der Inhalt: „Alles, was es für einen gemütlichen Fernseh-Abend so braucht“, schmunzelt Thorsten Menne.

Die zweite Staffel der sechsteiligen Handwerker-Doku „Passt, wackelt und hat Luft“ läuft ab heute und an den kommenden fünf Montagen um 21 Uhr im WDR. Außerdem kann sie ab sofort in der ARD-Mediathek abgerufen werden.

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