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Adele Laumann blickt zurück

„Auto fahren konnten wir Kinder alle schon“

Metelen

94 Jahre alt ist Adele Laumann, die im Jahr 1954 ihre Führerscheinprüfung bestand. Im Gespräch mit Redakteur Dieter Huge sive Huwe erinnert sich die Seniorin.

Dieter Huge sive Huwe

Im Jahr 1954 machte Adele Laumann ihren Führerschein. Vor ihrer Heirat hieß sie mit Familiennamen Hagenhoff. Foto: privat

Frau Laumann, Sie waren 26 Jahre alt, als Sie die Führerscheinprüfung bestanden. War es damals üblich, dass auch Frauen die Lizenz erwarben?

Adele Laumann: Ja, bei uns schon. Meine Mutter hat damals auch den Führerschein gemacht. Wir sind zusammen mit dem Fahrrad von Rothenberge nach Ochtrup gefahren zur Fahrschule Henrichmann. Auch meine fünf Schwestern haben alle den Führerschein gemacht.

Wissen Sie noch, was Sie damals für die Fahrschule bezahlen mussten? Haben Sie für die Gebühren gespart?

Laumann: Das weiß ich leider nicht mehr. Meine Eltern haben mir den Führerschein bezahlt.

Wie waren der Fahrschulunterricht und die Praxis? Hatten Sie vorher geübt und waren die Fragen im Theorieteil schwierig für Sie?

Laumann: Auto fahren konnten wir Kinder alle schon. Wir haben zu Hause und am Rothenberge geübt – außer bei Eis und Schnee. Die Vorschriften haben wir dann in der Fahrschule gelernt. Die Fragen in der Fahrschule waren nicht schwierig. Wir mussten beispielsweise die Straßenschilder kennen.

Erinnern Sie sich an das Fahrschulfahrzeug, vor allem aber an das erste (eigene) Auto, dass Sie gefahren sind?

Laumann: In der Fahrschule bin ich mit einem roten Opel Kadett gefahren. Ein eigenes Auto hatte ich vor meiner Heirat nicht. Bei meinem Elternhaus hatten wir zwei Autos, auch zwei Opel Kadetts.

Haben Sie das Auto beruflich genutzt oder rein privat?

Laumann: Ich habe vor meiner Heirat zu Hause auf dem Hof und in der elterlichen Gaststätte gearbeitet, der Gaststätte Hagenhoff. Nach meiner Heirat habe ich auf dem Hof meines Mannes gearbeitet. Ich habe eine Ausbildung in der Landwirtschaftsschule in Thüne gemacht. Dort bin ich allerdings mit dem Zug hingefahren.

Sie sind bis ins hohe Alter Auto gefahren. Was bedeutete für Sie diese Form der Mobilität?

Laumann: Das war sehr wichtig für mich. So konnte ich auch immer meine Kinder und Geschwister besuchen, ohne das ich jemanden fragen musste.

Weitere Geschichten gesucht

Erinnerungen an die Fahrschule und die Führerscheinprüfung, an das erste eigene Auto, die erste weite Fahrt mit der frischen Lizenz in der Tasche – das sind die Geschichten, die die Redaktion sucht. Daneben sind wir auf der Suche nach dem ältesten noch gültigen Führerschein in der Vechtegemeinde. Wer über seine ersten Fahrerlebnisse berichten möchte, sollte sich mit der Redaktion in Verbindung setzen unter Telefon 0 25 53/93 94 37 oder per E-Mail an redaktion.och@zeitungsgruppe.ms.

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