1000 Dosen in zwei Wochen

Impfmarathon in der Hausarztpraxis

Metelen

Die Impfkampagne gegen die Covid-19-Krankheit bei den allgemeinpraktizierenden Ärztinnen und Ärzten nimmt immer mehr Fahrt auf. Die Hausarztpraxis Metelen an der Wettringener Straße plant, in den kommenden zwei Wochen 1000 Patienten mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca zu impfen. Redakteur Dieter Huge sive Huwe sprach mit der Ärztin Louise Weritz über den Impfmarathon.

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n der Hausarztpraxis Metelen an der Wettringener Straße wird gepikst wie am Fließband. 1000 Patientinnen und Patienten werden in den kommenden zwei Wochen gegen Corona geimpft. Foto: Louise Weritz

Wie gestaltete sich in den vergangenen Wochen, in denen Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen ebenfalls schon geimpft haben, der Praxisalltag?

Ärztin Dr. Louise Weritz gehört zum Team der Hausarztpraxis an der Wettringener Straße. Foto: Claudia Weritz

Louise Weritz: Wir bekommen den Alltag bislang ganz gut hin. Wir sind ja ein großes Team. Zunächst einmal bieten wir allen, die zu uns in die Praxis zu ihrem regulären Arzttermin kommen, einen Schnelltest an. Dies sichert den Alltag für die Patientinnen und Patienten, aber auch für das Team super ab.

Wie erfolgte die bisherige Versorgung mit Impfstoffen in ihrer Praxis?

Weritz: Das ging zunächst eher verhalten los. In einer Woche hatten wir mal 60, dann mal 180, dann wieder 100 Dosen. Insgesamt haben wir in den vergangenen Wochen etwa 800 Impfungen ermöglicht. Das alles war relativ entspannt innerhalb der Praxisräume neben dem Alltag möglich. Wir hatten allerdings schon geahnt, dass die Priorisierung fallen wird. Das ist auch sinnvoll. Die Praxis hatte sich daher bereits darauf eingestellt, dass sich die Patientinnen und Patienten über das Internet-Portal auf unserer Webseite anmelden können. Wir haben als Praxis die maximal mögliche Impfdosenmenge angefordert und für diese Woche somit 700 Dosen zur Verfügung. Wir haben das gewagt, da wir wissen, dass das Vakzin lagerbar ist.

Die Resonanz der Metelenerinnen und Metelener war entsprechend?

Weritz: Innerhalb von drei, vier Tagen haben sich 500 Menschen angemeldet. Mehr konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht anbieten.

Welche Altersgruppen haben sich angemeldet?

Weritz: Es fällt auf, dass sich viele jüngere Menschen gemeldet haben. Ein Großteil der Patientinnen und Patienten ist unter 40, geschätzt mehr als 70 Prozent der Angemeldeten. Es hatten sich auch Jüngere gemeldet, die noch keine 18 Jahre alt sind. Diese dürfen wir aber nicht impfen, da Astrazeneca für diese Altersgruppe nicht zugelassen ist.

Wie erklären Sie sich diese große Resonanz?

Weritz: Die Menschen wollen ihre Freiheit zurück. Das fällt auf: Die jungen Leute wollen sich in Ihr Leben zurückimpfen lassen. Die Angemeldeten wollen entsprechend schnell ihre Erstimpfung und entsprechend schnell auch ihre zweite Impfung – auch, um ihren Alltag zurückzubekommen. Einen Impfabstand unter sechs Wochen sehen wir aber eher kritisch. Wir empfehlen aktuell einen Impfabstand von mindestens acht Wochen.

Können Sie den Patientinnen und Patienten denn auch gleich einen zweiten Termin anbieten? Sind die entsprechenden Margen an Impfstoff abgesichert?

Weritz: Ich gehe davon aus, dass wir bei der Erstimpfung auch gleich den Zweittermin vergeben werden. Ich sehe beim Wirkstoff Astrazeneca kein Problem, dass wir genügend Dosen für die Zweitimpfung bekommen können. Das ist auch im Bestellverfahren so vorgesehen.

Bleiben wir beim Wirkstoff Astrazeneca. Dieser hatte in der Vergangenheit auch für negative Schlagzeilen gesorgt. Stehen auch Ihre Patienten dem Impfstoff reserviert gegenüber?

Weritz: Überhaupt nicht. Das sehen Sie auch an der Resonanz auf die Terminbuchung. Wir können diese ja auch nur für Astrazeneca anbieten. Vom Biontech-Impfstoff bekommen wir so geringe Mengen, dass wir das nicht ins Buchungssystem einbringen können. Diesen Wirkstoff verimpfen wir vornehmlich an junge Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen.

Wie klären Sie die Patienten über mögliche Impfrisiken auf? Bei 500 Terminen innerhalb von wenigen Tagen ist das ja kaum leistbar?

Weritz: Wir haben bislang festgestellt, dass der Kenntnisstand bei den Impfwilligen sehr hoch. Die Patientinnen und Patienten erhalten vor ihrer Impfung ein Informationsblatt und jedem wird eine ärztliche Aufklärung angeboten. Bei jüngeren Patientinnen und Patienten erfolgt die Aufklärung entsprechend ausführlicher.

An welchen Tagen werden Sie die große Marge verimpfen?

Weritz: Wir sind am Mittwochnachmittag gestartet, werden am Feiertag Christi Himmelfahrt und am Freitagnachmittag ebenfalls jeweils 100 Patienten impfen und am Samstag 200. In der kommenden Woche sind nochmals 500 Impfungen geplant, vom 21. bis zum 23. Mai. Anmeldungen dafür sind nach Freischaltung ebenfalls über das Buchungsportal der Praxis möglich.

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