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Wartung, Aufbereitung und Reparatur nach dem Winter

Sprechstunde beim Dellendoktor

Metelen

Der Frühling soll am Wochenende zurückkehren, die Autofahrerinnen und Autofahrer putzen ihre Karossen heraus. Im Gespräch mit der Redaktion erklären Vertreter örtlicher Autohäuser, worauf beim Frühjahrs-Check zu achten ist, welche Möglichkeiten es gibt, kleinere Blech-Blessuren zu beheben und wie das eigene Automobil nach dem Winter nicht nur optisch, sondern auch mit Blick auf Sicherheit gecheckt wird.

Dieter Huge sive Huwe

Nach Parkplatzremplern, Unfällen oder auch dann, wenn Austauschteile an die Farbe der Karosse angepasst werden müssen, greift Lackierer Winfried Iking zur Spritzpistole. Der Lack-Experte komplettiert zusammen mit einem „Dellendoktor“ das Team des Autohauses Marpert an der Industriestraße. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Franz Bocks Credo, um Autos fit für die Ausfahrt im Frühling oder sogar einen Besitzerwechsel zu machen, lautet: Nicht nur aufs Äußere, sondern auch auf die unteren Werte achten. Folglich ist die Hebebühne in der Werkstatt des Kfz-Handels unverzichtbar, um den Karossen auch unters Blechkleid zu schauen. Denn dort verbergen sich mitunter Schwachstellen, die gerade nach dem Winter in Angriff genommen werden müssen. „Unterbodenschutz ist unverzichtbar. Wenn der schadhaft ist, sollte er sofort ausgebessert werden“, zeigt der Autofachmann auf eine abgeplatzte Stelle in der Versiegelung: „Da fängt es an zu gammeln.“

Soll es natürlich nicht und deshalb gibt´s frische Versiegelung in mattschwarz. Dass mit dieser sogar ein Smart-Oldie zum extravaganten Hingucker werden kann, beweist Bock im Verkaufsraum des Kfz-Handels. Der kleine Flitzer steht in der Halle selbstbewusst auf seinen kleinen Rädern und kontrastiert im Tarn-Design zu den bunten Flaschen der Pflegemittel im Regal. Dass diese Tinkturen nicht aus der Hexenküche stammen, sondern jeweils ihre Berechtigung haben, damit der Spaß und auch die Sicherheit am und im Auto stimmen, verdeutlicht Franz Bock am Thema Scheiben: „Die müssen besonders gründlich gereinigt werden, damit Fahrten bei niedrig stehender Sonne nicht zum Risiko werden.“ Steinschläge sollten repariert, notfalls die Scheibe getauscht werden. Und dass die sauberste Scheibe mit rissigen, schmierigen Scheibenwischerlippen nicht harmoniert, verstehe sich von alleine.

Zurück zu den inneren Werten: Eine Prüfung sämtlicher Betriebsflüssigkeiten ist fällig und auch das Licht sollte gecheckt werden. „Das empfiehlt der ADAC auch im Frühjahr“, weiß Bock.

Dass sogar ein Auto, dass bis vor kurzem noch auf Baustellen im Einsatz war, wieder schmuck herausgeputzt werden kann, beweist in der Werkstatt Tanja Briskovic. Sie nutzt diverse Hilfsmittel zur Reinigung von Polstern, Armaturenbrettern und Kofferräumen. Und dazu den Tornado. Der bläst mit Druckluft und einer rotierenden Düse ein Reinigungsmittel in die Polster. Das Ergebnis lässt staunen.

Bei Marpert an der Industriestraße ist Winfried Iking der Mann, der auch arg ramponierte Autos wieder zum glänzen bringt. Sein Handwerkszeug ist die Lackierpistole. In der ans Autohaus angegliederten Lackierkabine ist Iking die letzte Hilfe für die Karossen. Gerade nach Unfällen oder dem Beilackieren von Austauschteilen verleiht er den Autos frische Farbe.

Mitunter ist dieses letzte Mittel aber auch gar nicht notwendig. Jürgen Marpert, Inhaber des Autohauses, hat nämlich in regelmäßigen Abständen einen externen „Dellendoktor“ zu Gast in seiner Werkstatt. Dieser beseitigt kleine Dellen, die bei Mini-Remplern auf Parkplätzen entstehen oder auch Hagelschäden mit seinem Fachwissen, einem geschulten Auge und speziellen Werkzeugen.

Marpert ist es wichtig, dass Autos nach dem Winter technisch durchgesehen werden. „Da wird bei uns während des Reifenwechsels drauf geguckt“, beschreibt der Autohausbesitzer die Vorteile des regelmäßigen Checks: „Der erste Blick, nachdem die Reifen abgeschraubt sind, gilt den Bremsen.“ Die Sicherheit der Kundenfahrzeuge ist oberstes Gebot. Der regelmäßige Reifenwechseltermin sei da ideal. „So haben wir die Autos zweimal im Jahr auf der Bühne.“

Der Unterboden, den auch Franz Bock besonders im Visier hat, ist bei Marpert ebenfalls mehr als einen Blick wert. Ein Spezialprogramm der Waschstraße sorgt hier für die Beseitigung von Dreck und Streusalz. Mit dem Hochdruckreiniger werden zudem die Radkästen in Angriff genommen.

Werterhalt ist die eine Seite der Frühlingskur, die viele Autofahrer ihren Karossen gönnen. Doch etliche trennen sich auch nach dem Winter vom alten Gefährt. „Bei sonnigen Tagen kommen die Leute“, blickt Marpert auf den Hof des Autohauses mit den Gebrauchtwagen. Eine Beobachtung, die auch Franz Bock teilt. Er weiß aber auch, dass es nicht zu heiß werden darf: „Im Hochsommer ist erfahrungsgemäß nur wenig los.“ Nicht umsonst ist eben der Frühling des Autofahrers Lieblingsjahreszeit.

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