Regeln für abgestellte Wohnmobile

Straßenraum ist kein Campingplatz

Metelen

Wohnmobile erleben seit den Übernachtungs-Einschränkungen durch die Corona-Verordnungen einen Boom. Doch die zumeist großen Fahrzeuge brauchen auch Platz, den sie mitunter im öffentlichen Straßenraum finden – sehr zum Ärger mancher Anwohner. Darüber, was Wohnmobilisten dürfen oder auch nicht, informierte die Leiterin des örtlichen Ordnungsamtes, Simone Frahling.

Dieter Huge sive Huwe

In Wohngebieten geparkte Campingmobile werden mitunter zum Ärgernis, wenn sie dort über längere Zeit abgestellt werden. Für die Freizeit-Kfz gibt es exakte Regelungen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Wohnmobile boomen im Corona-Jahr. In einer Zeit, in der viele Übernachtungsmöglichkeiten geschlossen hatten, entdeckten immer mehr Menschen die Vorteile, die ein fahrbarer Untersatz mit Schlafmöglichkeit bietet. Doch des einen Freud wird bisweilen zum Ärgernis für die Mitmenschen, etwa dann, wenn der Untersatz regelmäßig auf öffentlichem Parkraum abgestellt wird – und das mitunter monatelang.

Simone Frahling leitet das Ordnungsamt der Gemeinde und kennt die Regeln, die für die Wohnmobilisten gelten. Diese erlauben das Abstellen derartiger Fahrzeuge im öffentlichen Parkraum – allerdings unter genau definierten Vorgaben. So dürfen die abgestellten Fahrzeuge nicht über 7,5 Tonnen wiegen, nicht den Straßenraum unzulässig einengen und auch keine Straßen- und Grundstückseinfahrten versperren. „Wohnmobile sind üblichen Kraftfahrzeugen gleichgestellt“, so Frahling.

14-Tage-Limit für Wohnwagen

Ist ein Wohnmobil unter diesen Voraussetzungen geparkt worden, darf es theoretisch zeitlich unbegrenzt dort stehen bleiben – solange es amtlich zugelassen ist. Anders sieht das bei Wohnwagen aus, also Anhängern. Für diese gibt es ein Abstell-Limit von 14 Tagen. Dann müssen sie bewegt werden – theoretisch nur einmal um den Block, um dann wieder an der derselben Stelle abgestellt zu werden.

Übernachten verboten – mit einer Ausnahme

Was nicht geht, ist das Übernachten in abgestellten Fahrzeugen. Wer also am geparkten Wohnmobil die Markise herauskurbelt und die Campingstühle aufstellt, überdehnt den Bogen gleich ein ganzes Stück. Eine Übernachtung sei nur dann zulässig, wenn sie der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit diene, informierte die Ordnungsamtsleiterin aus den einschlägigen Bestimmungen. Das Campieren in Fahrzeugen auf Parkplätzen sei hingegen im Ort in keinem Fall erlaubt.

Anders sieht die Lage auf öffentlich zugänglichen Wohnmobil-Stellplätzen aus, die von Kommunen eigens eingerichtet werden.

Probleme durch geparkte Wohnmobile

In Metelen ist das Thema Wohnmobil-Parken bisweilen ein Thema. „Uns sind zwei Stellen bekannt, an denen es Probleme gab“, erklärte Simone Frahling auf Nachfrage. Hier sei die Verwaltung auch tätig geworden. Falls sich ein angesprochener Wohnmobil-Eigner allerdings stur stelle, habe das Ordnungsamt keine Handhabe.

Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug beispielsweise den Lkw der Müllabfuhr behindert. Thomas Krabbe, der im Rathaus diesen Bereich betreut, berichtet, dass ein in einem Kreuzungsbereich abgestelltes Mobil zu Problemen geführt hatte. Ansonsten seien ihm keine Konfliktfälle bekannt.

Auch beim Thema Straßenreinigung kommt es – anders als in anderen Kommunen – nicht zu Problemen durch geparkte Fahrzeuge. Der Grund: „In Metelen werden lediglich die Hauptdurchfahrtstraßen gekehrt“, informiert der Verwaltungsmitarbeiter. In den Wohngebieten obliege die Säuberung der Straße hingegen den Anliegern – auch den Wohnmobil-Besitzern.

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