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Sportverein

Bewegungs-Sport-Gemeinschaft steht in den Startlöchern

Nordwalde

Im vergangenen Jahr konnte die Bewegungs-Sport-Gemeinschaft (BSG) Nordwalde mit Sandra Nulle, Bewohnerin des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses, das mittlerweile 150. Mitglied gewinnen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die geplante Ehrung oft verschoben. Aber am vergangenen Mittwoch hatte es dann doch noch geklappt.

Matthias Lehmkuhl

Voll ins „Schwarze“ getroffen! Sandra Nulle (r.) freut sich über das BSG-T-Shirt in ihrer Lieblingsfarbe Pink. Heike Schulz, Leiterin des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses, half ihr beim Auspacken und wusste auch, dass das 150. Mitglied der BSG auf die Songs von Andrea Berg steht. Foto: Matthias Lehmkuhl

Viele Menschen mit Behinderung sind in der Corona-Pandemie besonders gefährdet. Über 40 Prozent von ihnen sagen, dass sich die Teilhabe-Chancen durch Corona verschlechtert haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung der Aktion Mensch. Die Bewegungs-Sport-Gemeinschaft (BSG) Nordwalde weiß um die aktuellen Pro­bleme und ist sehr bemüht, trotz der vielen Auflagen den Kontakt mit ihren Mitgliedern, so gut es geht aufrechtzuerhalten. Im vergangenen Jahr konnte die BSG mit Sandra Nulle, Bewohnerin des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses, das mittlerweile 150. Mitglied gewinnen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die geplante Ehrung oft verschoben. Aber am vergangenen Mittwoch hatte es dann endlich geklappt.

„Dankeschön“, klatschte Sandra Nulle vor Freude in die Hände und packte mit Unterstützung von Heike Schulz, Leiterin des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses, das Geschenk aus. Eine Doppel-CD von der Schlagersängerin Andrea Berg kam zum Vorschein. Nahezu all ihre Songs kennt ihr größter Fan auswendig und kann sie auch mitsingen. Der Renner aber war ein T-Shirt mit dem Namenszug der BSG Nordwalde. Denn extra für das 150. BSG-Mitglied hat der Verein, anstatt wie sonst ein grünes, ausnahmsweise ein pinkfarbenes T-Shirt verschenkt. Denn das ist die Lieblingsfarbe von Sandra Nulle. Bemerkt hatten das Heiko Wolfenstädter, Vorsitzender der BSG Nordwalde, und der kommissarische Geschäftsführer Thomas Menke beim Kegeln, als das noch möglich war. Denn Sandra Nulle wählte immer wieder, wenn sie an der Reihe war, die pinkfarbene Kegelkugel aus.

Seit 2014 ist Heiko Wolfenstädter BSG-Vorsitzender. In seiner Amtszeit hat sich der Altersdurchschnitt der Mitglieder von zunächst 68 auf jetzt 58 Jahre verringert und die Anzahl der Übungsleiter vervierfacht. „Viel weiter wird es aber nicht runter gehen. Das ist unserer Klientel geschuldet.“ Trotz Corona sei die Mitgliederzahl um vier Prozent gestiegen. „So viel falsch gemacht können wir weder in der Vergangenheit noch aktuell gemacht haben.“ Wolfenstädter schilderte, wie es seit März vergangenen Jahres um die Bewegungs-Sport-Gemeinschaft bestellt ist. „All unsere Angebote mussten wir bis auf Weiteres einstellen. Ab und zu konnten wir noch Boule spielen. Je nachdem, wie die aktuellen Corona-Beschränkungen lauteten“, erläuterte der BSG-Vorsitzende, der sich jedoch aufgrund der sukzessive zurückgehenden Inzidenzzahlen optimistisch für die nahe Zukunft zeigte: „So wie es aussieht, kann es im Sommer wieder losgehen. Aber nicht nur für uns, sondern für alle Sportvereine. Dann stehen wir alle vor großen Herausforderungen, wenn wir alles wieder hochfahren. Aber wir sind bereit und stehen in den Startlöchern.“

Sieben der 33 Bewohner des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses sind Mitglied in der Bewegungs-Sport-Gemeinschaft. Aktuell seien es auch die Menschen des Hauses, die aufgrund ihrer Handicaps im Verein aktiv mitmachen können. Thomas Menke aber könnte sich sehr gut vorstellen, dass sich noch weitere Frauen und Männer aus ihrem Haus an Veranstaltungen der BSG beteiligen könnten. „Boule im Freien oder Hallen-Boccia in der Sporthalle der Gangolfschule fallen mir da ein“, schlug der kommissarische BSG-Geschäftsführer vor.

„Die BSG ist ein ganz wichtiger Baustein für uns“, unterstrich Heike Schulz, die freudig von Heiko Wolfenstädter vernahm, dass die BSG künftig über vier neue Übungsleiter für den Bereich Mental-Behinderung verfügen wird. „Wenn das klappt, sind wir ganz nah an Teilhabe und ein an einem Stück von Normalität. Unsere Bewohner werden zwar begleitet, dann aber auch kompetent begleitet“, hob Heike Schulz hervor.

Besonders am Herzen liegt der Leitern des Wohnhauses für Menschen mit Behinderungen, dass die schon länger geplante Kegel-Meisterschaft mit einigen ihrer Bewohner im Parkhotel durchgeführt werden kann. „Ich hoffe, dass wir die Kegel noch treffen“, wies die Einrichtungsleitern auf die lange zurückliegenden Kegelveranstaltungen hin.

Wieder im Gespräch sind sowohl die BSG als auch das Eva-von-Tiele-Winckler-Haus mit der Jugendbildungsstätte (JuBi) von gegenüber, die über eine Kegelbahn verfügt. „Wir sind guter Dinge, dass wir künftig dort kegeln können“, meinte Thomas Menke. „Das wäre gerade für uns optimal. Denn dann müssen wir einfach nur die Straße überqueren und brauchen keinen Fahrdienst zu arrangieren“, betonte Heike Schulz.

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