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Ärztesprecher Dr. Sebastian Gesenhues über Vorteile und Risiken des Vektorimpfstoffs

Johnson & Johnson in Ochtrup verfügbar

Ochtrup

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird seit dieser Woche auch in den örtlichen Arztpraxen verimpft. Dr. Sebastian Gesenhues klärt als Sprecher der Ochtruper Ärzteschaft über dessen Vorteile und Risiken auf.

Alex Piccin

In Ochtrup wird seit dieser Woche der Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht. Foto: dpa

Als positiv empfinden Menschen die geringe Dauer, bis der Impfschutz beziehungsweise eine anerkannte Immunität eintritt. Sie beträgt lediglich zwei Wochen. Beim anderen Vektorimpfstoff von Astrazeneca dauert es mindestens zehn Wochen. „Wir empfehlen eine Zweitimpfung frühestens nach acht Wochen, zwölf wären besser“, sagt Gesenhues. Ansonsten sei der Impfschutz deutlich geringer.

Alle Impfstoffe, also auch die mRNA-Präparate von Biontech und Moderna, bieten einen mindestens 95-prozentigen Schutz vor einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf mit Covid-19. Der Unterschied bei Johnson & Johnson ist, dass der Schutz vor einer generellen Erkrankung etwas geringer sei, erklärt der Ärztesprecher: „Die möglichen Nebenwirkungen, etwa in seltensten Fällen Hirnvenenthrombosen, sind wiederum mit jenen von Astrazeneca vergleichbar.“

Risikien und Nebenwirkungen ähnlich wie bei Astrazeneca

Die Immunisierungsdauer vermutet er als den Grund, warum die Nachfrage nach dem Astrazeneca-Impfstoff massiv eingebrochen ist. Für den Termin am morgigen Samstag in der Stadthalle stünden noch fast 300 Impfdosen zur Verfügung. Astrazeneca sei für jeden kurzfristig zugänglich unter individueller Nutzen-Risiko-Abwägung. Zum Impfstand in Ochtrup gab Gesenhues an, dass nahezu alle Menschen aus der Risikogruppen 1 vollständig durchgeimpft seien. Die Gruppe 2 habe wenigstens die Erstimpfung erhalten und es stehen hier Zweitimpfungen an. Für die Prioritätengruppe 3 vermeldet er deutliche Fortschritte in Sachen Erstimpfung.

Ganz aktuell habe er eine Information von der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten, die besagt, dass Hausärzte angehalten werden, Patienten über 60 Jahre – außer in begründeten Ausnahmefällen – nur noch mit einem Vektorimpfstoff zu behandeln. Schlagen sie dieses Angebot aus, würden sie beim mRNA-Impfstoff hinten angestellt, also jüngere Patienten bevorzugt.

Die Ochtruper Ärzteschaft richtet die Bitte an ihre Patienten, sich mit telefonischen Anfragen zu einer Coronaimpfung zurückzuhalten. Dies habe in den vergangenen Wochen soweit zugenommen, dass eine Erreichbarkeit und der Regelbetrieb nicht mehr gewährleistet seien. Gesenhues hat Verständnis dafür, dass die Patienten wissen möchten, wann es weitergeht. Doch die Informationen seien auch auf den Internetauftritten der Ärzte verfügbar.

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