1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. Polternde und knisternde Geräusche in der Nacht

  8. >

Brandstifter-Serie in den 1960er Jahren in Ochtrup

Polternde und knisternde Geräusche in der Nacht

Ochtrup

Vor mehr als 50 Jahren trieb ein Feuerteufel in Ochtrup sein Unwesen. Die Bevölkerung verdächtigte Josef L., der unter dem Spitznamen „Zwacki“ stadtbekannt war. Nach seiner Festnahme hörten die Brände auf. Vor Gericht wurde er allerdings freigesprochen. Betroffene von damals erzählen, wie es war, als „Zwacki“ in der Töpferstadt gefürchtet wurde.

Irmgard Tappe

In den 1960er Jahren trieb ein Feuerteufel in Ochtrup sein Unwesen. Auch der Hof Schmeing in der Weiner (Foto) und der Hof Wieling in Welbergen brannten. Foto: Stadtarchiv Ochtrup

Willi Wieling war ein Heranwachsender, als der Feuerteufel die Bevölkerung in und um Ochtrup in Panik versetzte. Auf dem Hof der Familie Wieling in Welbergen zu recht.

An die Nacht zum 23. März 1967 erinnert sich der Welbergener noch gut. „Um zwei Uhr wurde ich von polternden und knisternden Geräuschen wach. Ich guckte nach draußen und sah, dass das Dach unserer Scheune lichterloh brannte“, erzählt der 68-Jährige. Eilends habe er seine Eltern und die übrigen Familienmitglieder geweckt. „Feuerwehr anrufen ging nicht. Wir hatten damals noch kein Telefon. Unsere Mutter zog eine Jacke übers Nachthemd und rannte voller Panik zu unserem nächsten Nachbarn. Der fuhr daraufhin ins Dorf und alarmierte die Feuerwehr“, berichtet Willi Wieling weiter.

Retten, was zu retten ist

Der damals 14-Jährige und sein Vater Alfons stürmten derweil zur Scheune. „Papa versuchte, die Tiere und den neuen Traktor zu retten. Dabei flogen ein paar brennende Brocken vom Dach und trafen ihn“, berichtet der Welbergener. Alfons Wieling erlitt Brandverletzungen an den Armen und am Rücken. Er kam ins Krankenhaus und musste stationär behandelt werden. Willi Wieling erzählt, dass sein Vater zuvor wegen einer anderen Sache einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hatte. Erst einen Tag zuvor sei er entlassen worden. Von den Brandverletzungen habe sein Vater aber bis auf einige Narben nichts zurück behalten.

Bei dem Brand auf dem Hof der Familie Wieling wurden zwei Kälber Opfer der Flammen. Hinzu kamen beachtliche Sachschäden. Der neue Traktor und andere Geräte waren hinüber. Das Getreide auf dem Dachboden ebenfalls. Das Wohnhaus der Familie aber blieb vom Brand verschont.

Startseite