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Bewährungsstrafe für 32-jährigen Ochtruper

Schwerer Diebstahl wird nicht leicht genommen

Ochtrup

Mehrmals ist ein 32 Jahre alter Mann im vergangenen Jahr straffällig geworden. Dabei ging es immer um Diebstahl. Als Grund nannte er seine Drogenprobleme. Die Richterin am Amtsgericht Steinfurt verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe.

mfa

Ein 32-Jähriger aus Ochtrup ist vom Amtsgericht Steinfurt wegen Diebstahl zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Foto: dpa

Auch wenn sich die Vorwürfe von besonders schwerem Diebstahl in gleich vier Fällen nicht bei jeder Tat in der Verhandlung am Dienstag vor dem Amtsgericht in Steinfurt vollständig substanziieren ließen, war das Urteil von sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung trotzdem deutlich. Die Richterin unterstrich die Ernsthaftigkeit dieses Strafmaßes auch mit der Auflage für den so verurteilten 32-jährigen Ochtruper, sich bei mindestens zehn Terminen einer ambulanten Drogentherapie und Beratung zu unterziehen.

Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft darlegte, hatte der Angeklagte im vergangenen Juli nach Ladenschluss möglicherweise aus einem eingezäunten Bereich eines Baumarktes sechs Gasflaschen gestohlen, die er an einer nahe gelegenen Tankstelle umgehend zu Geld machte (mehr als 180 Euro). Ein paar Tage vorher erleichterte er nächtens einen Leergutcontainer eines Supermarktes um 14 Kisten, nachdem er mit einem Seitenschneider das Schloss durchtrennt hatte, um an anderer Stelle dafür 46,20 Euro einzustreichen.

Jahrelange Abhängigkeit

Lediglich durch das beherzte Ansprechen eines sonntagmorgendlichen Passanten war er ein paar Tage später dabei gestört worden, mit einem Trennschleifer nicht nur das Bügelschloss eines Damenfahrrads, das an der Lambertikirche lehnte, zu knacken, sondern sich auch samt fahrbarer Beute auf und davon zu machen. „Das Fahrrad wollte ich für mich zu Geld machen“, gab der insgesamt reuige Angeklagte zu, der ohne Schulabschluss oder Ausbildung seit vielen Jahren alkohol- und drogenabhängig ist und betreut wird.

Sein Versuch, kaum einen Monat später in einem Hofladen eine Kasse um ihren Inhalt zu erleichtern, lief außer der deutlichen Sachbeschädigung ins Leere.

„Ich habe wenig Verständnis dafür, bei einem bisher nicht vorbestraften jungen Menschen gleich mit einer heftigen Freiheitsstrafe zu reagieren“, betonte der Verteidiger nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Er plädierte hingegen für eine Geldstrafe „in Tagessätzen mit Augenmaß“. Er führte zudem ins Feld, dass sein Mandant sich in der Zwischenzeit einer Entzugsmaßnahme unterzogen habe und derzeit abstinent sei.

„Ich halte die Diebstähle in einigen Fällen nicht nur für schwer, sondern auch mit Blick auf den Suchtdruck für geradezu gewerbsmäßig sowie geplant. Darum halte ich die Freiheitsstrafe mit klaren Bewährungsauflagen für angemessen und vielleicht zielführend“, unterstrich die Richterin in ihrer Urteilsbegründung, die auch die Rückzahlung der Diebstahlerlöse beinhaltete. Gegenüber dem so Verurteilten äußerte sie die Hoffnung, dass er dadurch möglicherweise „wieder in die Spur zurückfinden“ könne.

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