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Öffnung der Außengastronomie gut angenommen

Wieder Bier und Eis unterm Schirm

Ochtrup

Monatelang haben Gastronomen wie wie Kunden auf diesen Moment gewartet: Nach den vielen Artikel „zum Mitnehmen“ oder „to go“ dürfen Wirte und Gaststättenbetreiber seit Samstag ihren Außenbereich wieder öffnen und Gäste in ihrem Lokal begrüßen. Die Lokalredaktion hat sich vor Ort umgehört, wie die ersten beiden Tage gelaufen sind.

Rike Herbering

In Ochtrup dürfen die Gastronomen seit Samstag ihren Außenbereich wieder öffnen. Der Andrang war entsprechend groß. Foto: Rike Herbering

Endlich wieder im Biergarten sitzen oder am Tisch ein Eis und einen Cappuccino genießen. Seit Samstag ist dies auch in Ochtrup wieder erlaubt. Aufgrund der sinkenden Inzidenzwerte dürfen auch in der Töpferstadt Gaststätten, Restaurants, Eisdielen und Cafés ihren Außenbereich für Gäste öffnen. Während sich manch ein Ochtruper Gastwirt dazu entschieden hatte, nicht zu öffnen, nutzten viele von ihnen am Samstagabend trotz des durchwachsenen Wetters die Chance, ihre Gäste im Außenbereich zu bewirten.

Michael Niehuesbernd

Zu ihnen gehört auch das Landgasthaus Althoff. „Für uns war klar, dass wir auf jeden Fall und auch trotz des schlechten Wetters für unsere Gäste da sein wollen“, erzählte Anika Althoff. Um ihren Gästen einen schönen und entspannten Abend zu bereiten, hatten die Althoffs ihren Außenbereich im Vorfeld mit Heizstrahlern sowie einem Zelt im Hof aufgerüstet. „Bei unserer Arbeit legen wir großen Wert auf die Einhaltung der geltenden Coronaregeln. Aber das ist natürlich personalaufwendig, denn beispielsweise das Überprüfen der negativen Tests kostet Zeit“, erklärt Anika Althoff, während sie ein Bier nach dem anderen zapft. Glücklicherweise würden sich die Gäste aber an alle Auflagen halten. „Sie fragen schon bei der Registrierung nach den Regeln und wollen nichts falsch machen, wirklich vorbildlich“, lobt die Gastwirtin.

Kleiner Schützenfestersatz

Zu ebendiesen Gästen gehört die gesellige kleine Männerrunde um Christof Maas. Zusammen mit einigen seiner Schützenbrüder hat es sich der Langenhorster, selbstverständlich coronakonform über mehrere Tische verteilt, gemütlich gemacht. „Da die Schützenfeste in diesem Jahr ja nicht stattfinden und uns das Zusammensitzen bei unserem Vereinswirt fehlte, haben wir angesichts der Lockerungen beschlossen, wenigstens etwas an das Schützenfest zu gedenken“, erklärte der Vorsitzende des Schützenvereins.

Anika Althoff

Der Wunsch nach einer Zusammenkunft in gemütlicher Runde war scheinbar auch in Welbergen groß. Bis auf einige wenige Tische ist der Außenbereich der Gaststätte „Sandmann“ vollständig besetzt. „Nach sieben Monaten wird es wirklich wieder Zeit, dass es rund läuft. Auf diesen Tag haben wir wirklich gewartet“, berichtete Inhaber Michael Niehuesbernd, der an diesem Abend selbst hinter der Theke steht. Dass auch er seine Gaststätte öffnen wird, stand für den Gastwirt nicht zur Debatte. „Selbst wenn wir eine Nullrunde fahren, wollen wir einfach zeigen, dass wir präsent sind“, erklärte er. Auch bei ihm würden sich die Meisten an die Corona-Schutzmaßnahmen halten: „Neunzig Prozent der Gäste wissen von den Regeln und halten sich daran. Manchmal müssen wir allerdings was sagen, wenn sich Einzelne zum Beispiel umsetzen wollen“, gibt der Betreiber zu.

Schutzmaßnahmen nicht immer eingehalten

Während die Gastwirte großen Wert auf die Einhaltung der angeordneten Hygiene- und Abstandsregelungen legen, gestaltete sich die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen für Marc Köllmann in der von ihm geführten Gaststätte „Happens Hof“ schwierig. Seine Gäste hielten sich, als die Berichterstatterin ihre Tour machte, nicht an die geltenden Abstands- und Kontaktbeschränkungen und trugen keinen Mund-Nasen-Schutz.

Anders gestaltete sich hingegen die Situation im Ortskern. Neben der Gaststätte Brinckwirth hatten auch das „Paddy´s“ sowie die Gaststätten Kock und Schwartbeck ihren Außenbereich für Gäste mit einem negativen Corona-Test sowie geimpfte und genese Besucher geöffnet.

Lockere Atmosphäre

„Normalerweise findet über Pfingsten ja immer das Schützenfest statt, das wollen wir zumindest etwas ersetzen“, sagten Benedikt Pleie und Astrid und Christof Gemen, die es sich zusammen an einem der Tische des „Paddy´s“ gemütlich gemacht hatten. „Die Atmosphäre ist ausgelassen, aber gleichzeitig auch sehr entspannt“, beschrieben die drei die Stimmung im Außenbereich des Lokals. Sowohl seitens des Wirts als auch durch die anderen Gäste seien die geltenden Regeln gut eingehalten worden, lobten sie.

„Die Gäste halten sich zu 99 Prozent an die Vorgaben. Sie sind alle top drauf und freuen sich über die Öffnung“, beschreibt Inhaber Andy Roche seinen Eindruck über den Abend. „Teilweise saßen die Leute heute Nachmittag hier mit Jacke und Kapuze im Regen und haben auf einen Platz unter dem Abdach gewartet“, schmunzelt der Wirt. Angesichts der stetig sinkenden Corona-Zahlen blickt er positiv in die Zukunft.

Unterschiedliche Auffassungen

Ähnlich gestaltete sich die Lage auch im schräg gegenüberliegenden Gasthaus Kock. Auch dort freute sich die Gastwirtin Michaela Ammertmann über viele Gäste. „Man merkt, dass sie sich freuen, wieder unter Leuten zu sein, und hinsichtlich der Regeln machen sie wirklich gut mit“, lobte auch sie das Verhalten ihrer Gäste.

Andere Erfahrungen hingegen machte Siegmund Holtmannspötter, Inhaber der Gaststätte Schwartbeck. „Die Leute können die Maßnahmen nicht nachvollziehen. Besonders die älteren Leute wissen teilweise nicht über die Regeln Bescheid und ich musste einige Gäste, die keinen Corona-Test gemacht hatten, nach Hause schicken“, berichtete der Gastwirt.

Auch Eis gefragt

Auch am Sonntagnachmittag ließen sich viele Ochtruper die Chance auf einen Besuch der Außengastronomie nicht entgehen. Besonders die beiden Eisdielen erfuhren sich „zur besten Kaffeezeit“ regen Zulauf. „Die Kunden machen sehr gut mit und die Maßnahmen sind sehr gut umsetzbar“, freuen sich Masleydi und Miguel Calcagnotto, Inhaber des Eiscafés San Remo. „Natürlich würden wir uns aber auch freuen, wenn wir auch bald die Innengastronomie wieder öffnen dürften“, sagten sie.

Registrierung per Luca-App

Übrigens: Wer sich das händische Ausfüllen der Kontaktnachverfolgungsformulare sparen möchte und im Besitz eines Mobiltelefons ist, kann in den meisten Ochtruper Gaststätten und Cafés die sogenannte „Luca-App“ als digitale Alternative nutzen. Die App dokumentiert die Besuche der Gäste und soll den Besuch und die damit einhergehende Kontaktverfolgung vereinfachen. Natürlich sei es aber weiterhin möglich, das Formular vor Ort nicht-digital auszufüllen.

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