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Familie Kraxner ist auf Lastenrad umgestiegen

Zweitwagenersatz mit Pedalen

Ochtrup

Der Umweltschutz ist ein viel diskutiertes Thema. Doch reden allein reicht nicht aus, um das Klima zu schützen. Jeder Einzelne kann durch sein Verhalten dazu beitragen, dass weniger CO

Irmgard Tappe

Carola Wesbuer-Kraxner fährt nicht mehr mit dem Auto. Sie ist aufs Lastenfahrrad umgestiegen, mit dem sie auch ihre beiden Kinder transportiert. Foto: Irmgard Tappe

Radfahren hat dem Ehepaar schon vorher Spaß gemacht. Nun war der Fahrradanhänger für ihre beiden Kinder zu klein geworden und sie standen vor der Frage: zweiter Anhänger oder Lastenfahrrad? Eine Probefahrt hat sie schnell vom Lastenfahrrad überzeugt. „In der Halle des Fahrradhändlers hatte ich noch meine Schwierigkeiten. Aber draußen war ich angenehm überrascht, wie leicht sich das Fahrrad lenken ließ. Es war kaum ein anderes Fahrgefühl als mit einem normalen Rad. Nur in den Kurven muss man es anders einschlagen. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt“, berichtet die Ochtruperin.

Zweitwagen verkauft

Da ihr Mann coronabedingt im Homeoffice arbeite, sei auch der Zweitwagen überflüssig geworden. „Wir haben ihn abgeschafft und sind vom Auto auf ein Lastenfahrrad umgestiegen“, sagt die zweifache Mutter und präsentiert ihr etwa 2,50 Meter langes Familientransportfahrzeug auf zwei Rädern und mit Elektroantrieb. Zwischen Lenker und Vorderrad ist eine kabinenähnliche Transportbox installiert, in der ihre Kinder Helene und Theo auf einer Bank bequem Platz haben. Anschnallgurte sind ebenfalls vorhanden. „Anders als beim Fahrradanhänger habe ich die Beiden jetzt immer im Blick. Und den Kindern gefällt es so auch besser“, sagt Carola Wesbuer-Kraxner.

Kinder geschützt vor Regen

Die zweijährige Helene freut sich zum Beispiel, wenn sie morgens ins Lastentaxi steigt und ihre Mama sie dreieinhalb Kilometer durch die Oster zur Tagesmutter chauffiert. „Auch bei Regen. Die Kinder sitzen ja geschützt in ihrer Kabine und ich habe meine Regenkleidung“, bemerkt die zweifache Mutter. Bei gutem Wetter fährt sie nachmittags gern mit beiden Kindern zum Spielplatz im Stadtpark. Aber auch verschiedene Spielplätze rund um Och­trup steuert sie des Öfteren an, etwa über den alten Bahndamm nach Wettringen.

Carola Wesbuer-Kraxner

An den Wochenenden stehen bei der Familie meistens Ausflüge mit dem Lastenrad und einem weiteren Fahrrad ohne Antrieb auf dem Programm. Sogar Theos Laufrad hat noch Platz in dem Gefährt. So kann der dreieinhalbjährige Steppke zwischendurch kleinere Strecken selbst fahren. Die Familie liebt diese Touren durch die Natur, zum Drilansee etwa oder zum Kieferngrundsee in Steinfurt. Sie genießen es, in einem weiteren Radius mit ihren Kindern die Umgebung zu entdecken. Das Radeln tue allen gut – dem Klima sowieso. „Es macht einfach Spaß. Man hat ein Gefühl von Freiheit, und mehr Bewegung als im Auto hat man allemal. Trotz Akkuantrieb. Wer es als Training sieht, kann die Unterstützung natürlich ausstellen. Mein Mann macht das meistens“, berichtet Carola Wesbuer-Kraxner.

Mehr Flexibilität als mit dem Auto

Die Ochtruperin nutzt ihr Lastenrad aber auch für Einkäufe. Besonders im Stadtverkehr, hat sie festgestellt, biete dieses Fahrzeug eine Menge Vorteile. „Ich bin viel flexibler als mit dem Pkw“, findet sie. Logisch. Das lästige Suchen einer Parklücke entfällt, denn man kann bis zur Ladentür vorfahren. Außerdem besteht für einen Lastenradler keine Gefahr, ein Knöllchen zu bekommen auf Grund einer vergessenen Parkscheibe.

„Seit wir das Lastenrad haben“, erzählt die Ochtruperin, „fahre ich überhaupt nicht mehr mit dem Auto. Wir haben ohnehin nur noch unseren Sprinter zum Campen.“ Der Blick auf die Spritpreise zeigt ihr, wie viel Geld sie dadurch eingespart hat. Vor allen Dingen aber trägt sie durch emissionsfreies Fahren zum Klimaschutz bei. Sie fände es gut, wenn mehr Leute sich ebenso entscheiden würden. Je nach Nutzung biete der Markt reichlich Auswahl an unterschiedlichen Modellen auf zwei oder drei Rädern. Förderprogramme könnten nach Meinung von Carola Wesbuer-Kraxner ein Anreiz sein, vom Auto aufs Lastenfahrrad umzusteigen.

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