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Einsatz mit Happy End

Freiwillige Feuerwehr Saerbeck rettet Rehbock aus Kanal

Saerbeck

Wie der Rehbock am Sonntagmorgen trotz der Schutzzäune ans Ufer des Kanals gelangen konnte, weiß niemand. Vielleicht stand ein Tor offen. Das Tier geriet jedenfalls gefährlich nahe an das Gewässer und stürzte schließlich in die Fluten. Spaziergänger beobachteten, wie es hilflos im Wasser trieb, und wählten den Notruf. Die Freiwillige Feuerwehr Saerbeck war rasch mit einem Schlauchboot zur Stelle und rettete das Tier vor dem Ertrinken.

Katja Niemeyer

Mit vereinten Kräften hieven die Freiwilligen der Saerbecker Feuerwehr einen Rehbock ans Ufer. Das Tier hatte sich dem Kanal genähert, vermutlich zum Saufen, und war dabei in die Fluten gestürzt. Spaziergänger alarmierten die Feuerwehr. Foto: Fritzemeier

Quasi in letzter Sekunde hat die Freiwillige Feuerwehr Saerbeck am Sonntagmorgen einen Rehbock aus dem Kanal vor dem Ertrinken gerettet. Während sich von links und rechts Binnenschiffe näherten, zogen die Kameraden das verängstigte Tier aus dem Wasser. „Ein Einsatz mit Happy End“, sagt Pressesprecher Peter Book.

Die Feuerwehr war um kurz nach 9 Uhr von der Leitstelle alarmiert worden. Spaziergänger hatten beobachtet, wie der Rehbock nahe der Kanalbrücke am Lengericher Damm hilflos im Wasser trieb, und wählten den Notruf. 16 Feuerwehrleute rückten mit fünf Fahrzeugen aus. Im Gepäck hatten sie das schwarz-weiße Schlauchboot mit Außenborder der Wehr, Rettungswesten sowie eine Bandschlinge mit Halterung, die sie zum Einfangen benötigten. „Der Einsatz war Routine“, erklärt Peter Book. Er schätzt, dass die Freiwillige Feuerwehr im Durchschnitt einmal pro Jahr ein Reh aus dem Kanal fischt. „Das kommt immer mal wieder vor.“

Wie die Tiere an den Kanal gelangen, obwohl dieser streckenweise entlang der Wege eingezäunt ist, kann der Pressesprecher nur vermuten. An den Gittertoren, die Spaziergänger und Radfahrer selbstständig öffnen können, haben Jäger extra Hinweisschilder angebracht mit der eindringlichen Bitte, diese wieder zu schließen. Auf ihnen ist ein Reh mit einer Sprechblase zu sehen und dazu der Satz „Bitte lass mich nicht ertrinken“ zu lesen. Darunter der Hinweis, dass immer wieder Rehe und andere Wildtiere ertrinken, weil die Tore nicht sorgfältig geschlossen werden. Und: „Helfen Sie, diesen qualvollen Tod für die Tiere zu vermeiden!“

Peter Book

Für den Rehbock, der in Richtung Brochterbeck trieb, kam die Hilfe glücklicherweise früh genug. Die Feuerwehrleute ließen ihr Boot zu Wasser, trieben das Tier Richtung Ufer, wo Kameraden es mit der Bandschlinge einfingen und mit vereinten Kräften an Land zogen. „Der Rehbock erfreute sich bester Gesundheit, als wir ihn aussetzten“, berichtet Peter Book.

Gut möglich, dass sich das Tier dem Gewässer genähert hatte, um Wasser zu trinken, und dabei die Böschung herabstürzte. So genau weiß das natürlich niemand.

In den allermeisten Fällen wie dieser, so Peter Book, seien die Kameraden bei den Einsätzen rechtzeitig gekommen. Nur einmal, da hätten sie ein Tier nur noch tot aus dem Kanal bergen können.

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