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Bauausschuss lobt Verwaltung für Planungen am Nünningsweg und am Göckenteich

Das Go für zwei neue Brücken

Steinfurt

Lange, lange wurde drüber geredet. Jetzt geht es ganz schnell. Die Stadt will gleich zwei neue Brücken komplett sanieren. Und die Politik will das auch. Kritik gab es trotzdem an den Plänen.

Axel Roll

Aabrücke in Hollich vom Nünningsweg ins Bagno, Entwurf der Stadt Foto: Stadt Steinfurt

Für die Donnerstagssitzung wäre eine Umbenennung des Bau- in Brückenausschuss gerechtfertigt gewesen, hatten die Mitglieder doch ausschließlich über die Sanierung von Bauwerken zu beraten, die die Steinfurter in die Lage versetzen, übers Wasser zu laufen. In Hollich ist es die viel diskutierte Brücke über die Aa ins Bagno, in Borghorst die Göckenteichbrücke, die schon seit zig Jahren bei jeder Prüfung knapp an einer Sperrung vorbeischlittert. Am Donnerstag machten die Kommunalpolitiker Nägel mit Köpfen, besser gesagt fast 300 000 Euro locker, um beide Querungshilfen wieder ordentlich in Schuss zu bringen.

Viel Geld, wie einige Ausschussmitglieder mahnend anmerkten. Froh waren nach der Meinungsabfrage, das politisch letzte Wort hat der Rat in beiden Fällen, aber alle. An erster Stelle Technischer Beigeordneter Hans Schröder. „Da fällt uns ein Stein vom Herzen, dass wir jetzt endlich bauen dürfen“, kommentierte er die widerspruchslose Abstimmung.

Schröder und Tiefbau-Fachdienstleiter Niels Heermann dürften sich auch über das Lob aus dem Gremium gefreut haben, das sie für die eigenen Brückenplanungen eingeheimst hatten. Gerade die Aa-Brücke mit ihren trompetenförmigen Auffahrten aus Spezialstahl, der eine Patina ansetzt, aber nicht vergammelt (diese Zeitung berichtete ausführlich), gefiel den Fraktionen besonders.

Beide Projekte, so ließ es der Technische Beigeordnete durchblicken, wurden jetzt von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer angeschoben. Wenn alles glatt läuft, sollen beide Brücken noch in diesem Jahr fertig werden. Diese Eile wunderte den einen oder anderen Parlamentarier schon. So fragte Sebastian Buck für die CDU, wo denn dieser Druck plötzlich herkomme. Und er erinnerte die Verwaltung daran, dass sie noch vor zwei Jahren, als es um den Ausbau des Nünningsweges als Fahrradstraße ging, ganz anders argumentiert habe. Damals habe sie eine Übernahme der Brücke vom Fürstenhaus strikt abgelehnt. Fraktionskollege Werner Frenker ergänzte: „Vor ein paar Jahren wäre es mit dem Ausbessern einiger Holzbohlen getan gewesen, jetzt kostet uns die Sanierung 85 000 Euro.“

Die neue Göckenteichbrücke, unten aus Stahl, oben aus Holz, schlägt noch einmal mit 210 000 Euro zu Buche. „Ein durchaus marktgerechter Preis für eine 26 Meter lange Brücke“, wie Fachdienstleiter Niels Heermann anmerkte. „Damit ist der Göckenteich aber noch lange nicht fertig“, betonte der Baudezernent. Uferbefestigungen, Entschlammung, eine ökologisch wertvolle Bepflanzung sowie ein Architektenwettbewerb, der die Verbindung zwischen Kirche, Arnold-Kock-Park, Rathaus und Raestrups Teich verbessere, stehen bei ihm auf der Agenda. Dafür sollen die Landesmittel angezapft werden, die über das ISEK, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, in Aussicht gestellt sind. Für die Brücke selbst, bedauerte Schröder, „da gibt es leider keine Förderung“. Und die Sache mit den Sponsoren hat sich auch erledigt, wie der Baudezernent auf Nachfrage sagte. „An anderer Stelle sind wir mit Sponsoring besser unterwegs“, so Schröder. Als Beispiel nannte er Baumpflanzaktionen.

Noch im Oktober war die Einschätzung der Verwaltung in dieser Frage eine andere gewesen. Damals hatte Hans Schröder als Grund für die Bauverzögerung gesagt, es fehle noch die endgültige Zusage der Sponsoren.

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