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Förderprogramm zur Stärkung der Innenstadt

Drei Mietverträge unterschrieben

Steinfurt

Die leerstehenden Ladenlokale will die Stadt wieder mit Leben füllen. Interessenten können extrem günstige Mietverträge bekommen – ein Förderprogramm des Landes NRW macht das möglich. Die ersten Verträge sind bereits unterzeichnet. Nun werden noch weitere Gewerbetreibende mit guten Ideen gesucht.

Marion Fenner

Zu den ersten Profiteuren Foto: Marion Fenner

35 leere Ladenlokale in Borghorst, 14 Leerstände in Burgsteinfurt – attraktive Innenstädte sehen anders aus. Debbie Kattenbeck und Viola Keller von der städtischen Wirtschaftsförderung wollen die beiden Stadtteile wieder mit mehr Leben füllen. Steinfurt erhält dafür Geld aus dem Förderprogramm des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, mit dem ein Teil der Mieten bezahlt werden, damit neue Nutzer der Ladenlokale zu extrem günstigen Bedingungen ihre Ideen verwirklichen können.

Stadtjugendring

„Drei Mietverträge sind bereits unterschrieben“, teilt Kattenbeck mit. Bezüglich weiterer Objekte würden Gespräche mit Interessenten geführt. Ein seit 2019 leerstehendes Objekt am Postweg wird ab sofort der Stadtjugendring beziehen.

„Wir sind froh, neue Räumlichkeiten mitten in der Stadt gefunden zu haben. Ohne das Förderprogramm wäre das nicht möglich gewesen“, erklärt der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Michael Horstmann. Der Stadtjugendring will dort zum einen sein Büro einrichten und auf der anderen Seite auch Anlaufstelle für Projekte der Jugendförderung sein. „Wir wollen in Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen neue Ideen auf den Weg bringen“, sagt Stadtjugendpflegerin Ute Kriens. Die Adresse soll auch zu einem Treffpunkt für junge Menschen werden.

Hausmeisterservice und Picknick

„Ein weiteres Geschäft in Borghorst ist von einem Hausmeisterservice angemietet worden, der auch Reinigungsmittel zum Verkauf anbieten will“, berichtet Kattenbeck. In Burgsteinfurt erhalte mit Unterstützung des Förderprogramms das Geschäft „Lecker Picknick“ Räumlichkeiten in der Stadt. Dort werden Picknickkörbe für Ausflügler zusammengestellt.

Debbie Kattenbeck

Ziel des Landesförderprogramms ist es, mit günstigen Mieten Anreize für Neuansiedlungen in den leeren Geschäften zu schaffen. Die Stadt mietet die Räume an, im Gegenzug verzichtet der Eigentümer der Immobilie auf 30 Prozent der Altmiete. Die Stadt vermietet ihrerseits das Ladenlokal weiter, und der neue Nutzer muss für die Dauer von zwei Jahren nur 20 bis 30 Prozent der Miete bezahlen. Den Rest des Mietzinses übernimmt die Stadt mit Unterstützung aus Mitteln des Förderprogramms.

Kommentar

Die leeren Ladenlokale in der Innenstadt sind wahrlich kein schöner Anblick. Mit deutlich vergünstigten Mieten Gewerbetreibende anzulocken, ist sicher ein sinnvoller Ansatz, um eine Stadt wieder attraktiver zu machen. Doch dafür braucht es letztlich Angebote, die Menschen anlocken. Geschäfte mit besonderen Angeboten oder kulinarischen Spezialitäten. Ladenlokale, derentwegen sich ein Bummel durch die Straßen und ein Verweilen in der Stadt wieder lohnt. Eine Geschäftsstelle des Stadtjugendrings und auch ein Hausmeisterservice allein werden dafür nicht reichen. Auch wenn junge Menschen als Gäste des Stadtjugendrings das Stadtbild durchaus beleben können. Optisch müssen die Geschäfte ebenfalls ansprechend sein. Bei diesem Projekt ist deutlich mehr Einsatz vonnöten. Ziel kann nicht sein, nur die Immobilie – vielleicht auch als Büroraum – zu vermieten. Es braucht Unterstützung für Menschen mit guten Ideen. Sonst ist am Ende nur den Vermietern geholfen, dem Bild und Ansehen der Stadt aber nicht. Marion Fenner

„Die Nachfrage ist groß“, versichert Kattenbeck. Die Corona-Pandemie spiele dabei auch eine Rolle, denn gerade in diesen Zeiten dächten einige Menschen über einen Neuanfang nach. Durch die Förderung könne der Einstieg erleichtert werden.

Umnutzung

Ralf Schäfer ist Eigentümer der Immobilie am Postweg. Er ist auch froh, über diesen Weg wieder einen Mieter gefunden zu haben. „Ich habe schon über eine Umnutzung der Räume und einen Umbau zu Wohnungen nachgedacht“, sagt er.

Kattenbeck ist zuversichtlich, in der nächsten Zeit weitere Ladenlokale für ganz unterschiedliche Nutzungen vermieten zu können. „Wir brauchen dringend wieder mehr Leben in der Stadt.“ Die Wirtschaftsförderin hofft, dass sich auch neue Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe ansiedeln.

Interessenten für ein leerstehendes Ladenlokal können sich bei Debbie Kattenbeck, E-Mail: kattenbeck@stadt-steinfurt.de, Telefon 0 25 52 / 92 51 57, oder bei Viola Keller, E-Mail keller@stadt-steinfurt.de,Telefon 0 25 52 / 92 51 58, melden..

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