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Gefährliche Körperverletzung vor dem Amtsgericht: Ehefrau schlägt Ehemann

Mit Stuhl auf den Kopf gehauen

Borghorst

Ein heftiger Streit in einer Familie endete jetzt vor dem Amtsgericht. Die Richterin stellte das Verfahren gegen Auflage zwar ein, gab der Angeklagten aber viele Ratschläge für ihren weiteren Weg.

Matthias Lehmkuhl

Symbolbild Foto:

Schlag auf den Kopf: Ein 28 Jahre alter Mann aus Borghorst war vor einem halben Jahr nach einer Stuhlattacke von seiner Ehefrau mit einer Beule davongekommen. Der Familienstreit am 20. Dezember vergangenen Jahres war so eskaliert, dass das Opfer damals die Polizei gerufen und Anzeige erstattet hatte. Allerdings schien der Mann nicht gewusst zu haben, dass seine Partnerin und Mutter seiner vier Kinder sich wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hatte. Am Mittwoch fand der Prozess im Amtsgericht Steinfurt statt.

Das Ehepaar erschien mit seinem jüngsten, zwei Jahre alten Sohn. Die anderen drei Kinder im Alter von acht, sieben und vier Jahren blieben derweil zu Hause in Borghorst.

Die Staatsanwältin warf der 27 Jahre alten Angeklagten vor, ihrem Ehemann mit einem Stuhl auf den Kopf geschlagen zu haben. „Wir leben immer noch zusammen, Ich habe mich bei meinem Mann entschuldigt. Es ist alles wieder gut“, gab die Täterin indirekt alles zu. Die Angeklagte wurde nach dem Vorfall vorübergehend in das Frauenhaus in Warendorf einquartiert. „Ich kann verstehen, dass es bei vier kleinen Kindern ab und zu zu Reibereien kommt. Aber solche Eskalation müssen sie künftig vermeiden. So etwas traumatisiert ihre Kinder“, riet die Richterin der Täterin. Obwohl der Ehemann ein Zeugnisverweigerungsrecht hatte, wollte er eine Aussage machen, zog sie dann aber wieder zurück und sagte, dass er sich nicht mehr an alles erinnern könnte.

„Zwischen uns ist alles wieder gut“, zeigte der Familienvater dem Gericht, dass auch bei ihm ein großes Interesse an einer Fortsetzung der Ehe besteht. Der 28-Jährige hatte noch seine Eltern und seinen Neffen als Zeugen benannt. Doch die Richterin verzichtete auf eine Vernehmung und schlug der Staatsanwältin die Einstellung des Verfahrens vor. Die willigte ein. Die Kosten des Verfahrens übernimmt die Staatskasse, Lediglich die eigenen Auslagen muss die Angeklagte selbst tragen. „So eine Anzeige müssen sie ernst nehmen. Sollten Sie sich wieder heftig streiten, lassen Sie sich von der Familienberatung helfen“, so die Richterin.

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