1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Not macht erfinderisch

  8. >

Veranstaltungsunternehmen Lightconcept sattelt um auf den Betrieb von Schnelltestzentren

Not macht erfinderisch

Burgsteinfurt

In der Veranstaltungsbranche ruht seit mehr als einem Jahr der Betrieb – das ist bei der Firma Lightconcept aus Wettringen nicht anders. Doch in der Krise hat sich das Unternehmen ein neues Standbein aufgebaut. Es ist in das Betreibergeschäft für Corona-Schnelltestzentren eingestiegen. Im Burgsteinfurter Martin-Luther-Haus/Haus der Bürger hat Lightconcept nun ein Testzentrum eingerichtet.

Ralph Schippers

Bauten am Mittwochnachmittag das Equipment für das Schnelltestzentrum im Kleinen Saal des MLH auf: Die Lightconcept-Mitarbeiter Andreas Meinardus, Ronja Nacke und Johanna Schelp (v.l.). Foto:

Sie sind ein junges, aufstrebendes Team, aber die Coronakrise hat auch sie ausgebremst: Seit mehr als einem Jahr können die Mitarbeiter der Firma Lightconcept aus Wettringen ihrer gewohnten Tätigkeit nicht nachgehen. Sie gehören der Veranstaltungsbranche an, sorgen normalerweise für die Technik bei Konzert- oder Messe-Events. In Corona-Zeiten Fehlanzeige. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Zusätzlich zum – eher kleinen – verbliebenen Standbein Livestream-Videos ist das Unternehmen in das Betreibergeschäft für Schnelltestzentren eingestiegen. Im Burgsteinfurter Martin-Luther-Haus/Haus der Bürger (MLH) hat Lightconcept sein mittlerweile drittes Testzentrum nach Wettringen und Neuenkirchen eingerichtet. Seit Christi Himmelfahrt läuft im kleinen Saal der Betrieb.

Coronakrise

„Es ist eine Win-win-Situation für alle Seiten“, weiß Johanna Schelp, die als Veranstaltungskauffrau Events beim Wettringer Unternehmen mitorganisiert: Für die Steinfurter bietet sich eine weitere, die etablierten Zentren ergänzende Testmöglichkeit, die MLH-Genossenschaft generiert Mieterlöse und last but not least erzielt das Unternehmen selbst Einnahmen, die die schwierige Zeit bis zur Wiederaufnahme des eigentlichen Kerngeschäfts überbrücken helfen.

Wie wichtig das Interims-Geschäftsfeld für die Firma ist, zeigt allein die Tatsache, dass ein Großteil der achtköpfigen Belegschaft mittlerweile dort beschäftigt ist. Johanna Schelp stellt dennoch fest: „Der Betrieb der Testzentren hilft uns sehr. Trotzdem wünschen wir uns nichts sehnlicher, als wieder als Veranstaltungsdienstleister zu arbeiten. Der Spaßfaktor ist ein ganz anderer.“

Risiko

Mit bis zu zwölf Euro pro Test wird der Betrieb von Corona-Schnelltestzentren vom Staat vergütet. Die Materialkosten werden mit maximal sechs Euro pro Test erstattet. Hinzu kommt ein Miet- und ein Startzuschuss. Dass das Testzentrengeschäft durchaus lukrativ ist, räumt Johanna Schelp freimütig ein. Auf der anderen Seite stünden aber auch die nicht geringen Ausgaben, die für Miete, Personal und Ausstattung ausgegeben werden müssten. Und das unternehmerische Risiko verbleibe auch beim Betreiber. „Wenn zu wenig Testwillige kommen, haben wir ein Problem“, so die Veranstaltungskauffrau.

Spuck-Methode

Indes: Man sehe durchaus einiges an Potenzial in der Kreisstadt. Dabei betont Johanna Schelp, dass man nicht in Konkurrenz zu den bestehenden, meist der Gesundheitsbranche nahen Betreibern treten, sondern vielmehr ein ergänzendes Angebot machen wolle. Im Vorfeld habe man auch mit der Stadt gesprochen, die signalisiert habe, dass es noch Bedarf in der Kreisstadt für ein solches Angebot gebe. Schelp: „Wir sind dann mit unserem Hygienekonzept an den Kreis herangetreten, der uns wenig später grünes Licht gegeben und die Beauftragung erteilt hat.“

Hintergrundmusik

Warum man das Schnelltestzentrum Martin-Luther-Haus nutzen sollte? Johanna Schelp verweist zunächst auf die besondere Testmethode: Nicht auf den obligatorischen Nasenabstrich wird gesetzt, sondern auf die so genannte Spuck-Methode. Auch sie liefere sehr zuverlässige Ergebnisse, versichert Johanna Schelp, sei einfacher zu handeln. Als weitere Pluspunkte gibt sie die angenehme Atmosphäre im illuminierten und mit Hintergrundmusik bespielten Kleinen Saal sowie den getrennten Wartebereich an, in dem der Getestete auf sein Ergebnis, dass nach 15 Minuten vorliegt warten kann, wenn er es denn wünscht. Eine Benachrichtigung per Mail erfolge in jedem Fall natürlich auch. Das Angebot, so Schelp, stehe jedem Bürger mehrfach die Woche kostenfrei zur Verfügung. Das junge, aufstrebende Team von Lightconcept steht bereit.

Weitere Informationen zur Anmeldung und Öffnungszeiten des Schnelltestzentrums MLH unter http://schnelltest-steinfurt.de. Kurzfristig plant das „Lightconcept“-Team zudem noch die Einrichtung eines mobilen Testzentrums auf dem Gelände des Campus Steinfurt der FH Münster.

Startseite