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Stützpunkt Bismarckstraße bald Geschichte

Post ist auf der Suche nach neuem Standort

Burgsteinfurt

Spätestens Ende kommenden Jahres endet die seit 85 Jahren andauernde Ära der Deutschen Post an der Ecke Bismarckstraße/Friedrich-Hofmann-Straße in Burgsteinfurt.

Ralph Schippers

Ein vertrautes Bild, das bald der Vergangenheit angehört: Post-Bullis stehen auf dem Parkplatz hinter dem Postgebäude bereit, um Ladung aufzunehmen. Foto: H.-J. Pape

Spätestens Ende kommenden Jahres endet die seit 85 Jahren andauernde Ära der Deutschen Post an der Ecke Bismarckstraße/Friedrich-Hofmann-Straße in Burgsteinfurt. Das bestätigte Achim Gahr, Leiter der Pressestelle Mitte der Deutschen Post DHL Group in Düsseldorf, jetzt auf Anfrage dieser Zeitung. Wie berichtet, soll das rund 3700 Quadratmeter große Gelände in Innenstadtrandlage nach einem Eigentümerwechsel künftig für ein innovatives Wohnprojekt genutzt werden. Besonderen Wert soll laut des ausführenden Architekten, der das Vorhaben kürzlich im Planungsausschuss vorstellte, auf Naturnähe gelegt werden.

Das kann man vom aktuellen Zustand kaum behaupten. Das Areal ist zum großen Teil versiegelt, dient als reine Nutzfläche. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen Zustellstützpunkt der Post. Aber das Gebäude aus der Nachkriegszeit war zuletzt in die Jahre gekommen, konnte den Ansprüchen eines modernen Postvertriebs nicht mehr gerecht werden, wie Gahr betont. Zudem sei der Betrieb mit viel Zu- und Anlieferverkehr verbunden. In Innenstadtrandlage, zumal beliebter Wohnstandort, werde dies zunehmend als problematisch empfunden, berichtet der Pressesprecher. Dies sei indes eine Entwicklung, die nicht nur Steinfurt betreffe.

Nach Bekanntwerden der Investorenpläne war für die Post der Zeitpunkt gekommen, sich auf die Suche nach einem neuen, geeigneten Mietobjekt zu begeben. „Wir könnten uns einen Standort in Steinfurt selbst, aber auch in der näheren Umgebung vorstellen, berichtet Gahr und verweist ergänzend darauf, dass „wir bei der Suche noch ganz am Anfang stehen“. Gedacht sei an ein mittelgroßes Areal mit modern ausgestatteter Halle oder Ähnliches. Gahr: „Wir sind für vieles offen.“ Zugleich versichert der Pressesprecher: Egal, wie sich der Übergang auch darstellen werde, dass eine geregelte Zustellung des Brief- und Paketdienstes gewährleistet sei, könne garantiert werden.

Der Standort Bismarckstraße der Deutschen Post in Burgsteinfurt geht bis auf das Jahr 1935 zurück, als dort ein Postamt eingerichtet wurde. In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Gebäude durch einen Volltreffer zerstört. In den Nachkriegsjahren entwickelte sich der Standort nach dem Wiederaufbau zum zentralen Zustellstützpunkt mit Leitungsfunktion. Der Schalterbetrieb im Hauptgebäude wurde vor zwei Jahren eingestellt, der Stützpunkt blieb. Aktuell wird von Burgsteinfurt aus die Zustellung von 27 Postbezirken organisiert. Der Stützpunkt zählt 40 Mitarbeiter.

„Dass die Ära des Standorts Bismarckstraße sich nun langsam dem Ende entgegen neigt, ist für viele altgediente Postler sicher schade“, weiß Achim Gahr. Dass die Post sich mit zentralen Diensten aus Innenstadtlagen zurückziehen müsse, sei aber keine neue Entwicklung.

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