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Das Pfingstwochenende in der Tecklenburger Altstadt

Nicht alle nutzen neue Freiheiten

Tecklenburg

Einerseits Erleichterungen bei den Corona-Regeln, die unter anderem Außengastronomie ermöglichen, andererseits eher durchwachsenes Wetter. Wie würde Pfingsten da in Tecklenburgs Altstadt aussehen? Die WN haben sich umgeschaut und umgehört.

Gernot Gierschner

Selbst am verregneten Samstag kamen zahlreiche Besucher in Tecklenburgs Fußgängerzone. Dort informierten Aushänge an Geschäften über die zu beachtenden Corona-regeln (kleines Foto). Foto: Gernot Gierschner

Bunt gemischt – wie das Wetter – so fiel die Bilanz der Besucher und Gewerbetreibenden am Pfingstwochenende in der Tecklenburger Altstadt aus. Einige Geschäfte und Lokale blieben geschlossen und nutzten noch nicht die neue Freiheit, die Außengastronomie zu öffnen. Es lohne sich einfach nicht, so war zu hören. Zum einen, weil die Wetteraussichten alles andere als gut waren, zum anderen war aber auch Unsicherheit zu spüren, ob die Kundschaft das Angebot überhaupt nutzen würde.

Am Freitag hatte die Stadtverwaltung per Bekanntmachung die Allgemeinverfügung zum „Tragen von Alltagsmasken“ aufgehoben. Plötzlich seien alle Hinweisschilder kommentarlos verschwunden, berichtete eine Ladeninhaberin. Das führte offenkundig zu Verunsicherungen; es war am Sonntag immer wieder zu beobachten, wie Besucher unschlüssig ihre Masken auf- und absetzten. Am Ende trug etwa die Hälfe Maske, während die anderen mit Eistüte oder Kaffeebecher in der Hand durch die Fußgängerzone flanierten. „Die ständig neuen Regeln versteht doch keiner mehr“, erboste sich eine Gastronomin. „Während die Leute ohne Maske spazieren gehen können, müssen sie, wenn sie bei uns einen Tisch reservieren wollen, eine Maske aufziehen.“

Von der Kaufmannschaft bemängelt wurde auch ein fehlendes mobiles Testzentrum – es gäbe keine Möglichkeit, sich in Tecklenburg testen zu lassen. Viele würden davon abgeschreckt, dass Einkaufen nur mit aktuellem Test, kompletter Impfung oder als Genesener möglich sei. Wenn man zum Testen erst in den Nachbarort fahren müsse, sei das Einkaufsvergnügen dahin. Andererseits gab es auch Kunden, die sich vor dem Besuch in Tecklenburg andernorts hatten testen lassen: „So haben wir 48 Stunden Sicherheit und können in Ruhe shoppen,“ erzählte ein Familienvater.

„Wir freuen uns, dass es wieder losgeht,“ Mareike Katharina Sassmannshausen vom Teckolo zeigte sich ebenfalls gut vorbereitet. „Wir haben seit Wochen auf diesen Tag hingearbeitet. Natürlich gab es Stress bei der Warenbeschaffung, aber nicht mehr als sonst auch.“ Die Tische unter der Markise vor ihrem Laden waren am Sonntag durchgehend besetzt. Die Unternehmerin konnte nur von positiven Erfahrungen mit den Gästen berichten. Alle hielten sich an die Auflagen, hätten Impfausweis oder Test parat und auch die Luca-App funktioniere einwandfrei.

Am Samstag waren es noch vor allem Wandergruppen und Rad-Touristen, die trotz Dauerregen das Straßenbild beherrschten. Bei leicht besserem Wetter an den Feiertagen kamen vor allem Tagestouristen, aber auch Motorrad-Ausflügler aus den benachbarten Niederlanden zum Bummeln und Shoppen in die Tecklenburger Altstadt. Die Hygieneregeln wurden weitgehendeingehalten, doch konnte man auch beobachten, dass es an einigen Stellen zu Menschenansammlungen kam. Überall, wo es Essen oder Trinken „to go“ gab, bildeten sich Schlangen, jede Bank oder Mauer wurde genutzt zur Verzehr-Pause. Trotzdem – so das Fazit eines Tecklenburgers – ein insgesamt entspanntes Pfingst-Wochenende: „Das Gewusel war noch weit von dem in Vor-Corona Zeiten entfernt.“

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