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Ausstellung von Hans-Jürgen Brauer eröffnet

Der Künstler als Stadtchronist

Ahlen

Bilder aus fünf Jahrzehnten sind in der neuen Ausstellung im Ahlener Kulturkeller zu sehen. Darin dokumentiert Hans-Jürgen Brauer den Wandel in seiner Heimatstadt Teltow.

Martin Feldhaus

Im kleinen Kreis fand am Pfingstsonntag die Ausstellungseröffnung im Ahlener Kulturkeller bei Dieter Massin (3.v.l.) und Mechthild Massin (4.v.l.) statt. Foto: Martin Feldhaus

Es ist die ganze Liebe zu seinem Teltow, die sich wie ein roter Faden durch das Oeuvre des Teltower Künstler Hans-Jürgen Brauer zieht. Mit einem energischen Pinselstrich malt er vor allem die Altstadt immer wieder – und das seit Jahrzehnten. So ist Brauer eigentlich nicht nur Künstler, sondern auch eine Art Stadtchronist.

Ein Teil seiner Bilder ist seit Sonntag unter dem Titel „Mein Teltow – fünf Jahrzehnte in Öl und Grafik“ in einer Ausstellung anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Ahlen und Teltow im Ahlener Kulturkeller zu sehen. Diese konnte durch die gute Zusammenarbeit des Kulturkellers mit dem Verein „Teltow ohne Grenzen“ realisiert werden.

Große Anerkennung

Die Auswahl der Werke fand bereits bei der Vernissage im kleinsten Kreis große Anerkennung. „Er hat ein künstlerisches Refugium geschaffen“, lobte der aus Ahlen stammende Künstler Friedel Kreuzberg die Werke Brauers.

Anerkennung gab es auch vom Ahlener Künstler Martin Hatscher. „Es muss nicht immer genau sein, aber man erkennt die Orte in Teltow sofort wieder“, befand Hatscher, der sich in Ahlens Partnerstadt gut auskennt. Hans-Jürgen Brauer stelle Teltow „mit seinem eigenen Strich“ dar, so Hatscher.

Und dieser Pinselstrich vermittelt eine große Vielfalt und Ausdrucksstärke. Einige Gemälde transportieren Momente der Ruhe, andere beinhalten sehr dynamische Darstellungen exponierter Teltower Orte, vor allem der Altstadt rund um die Andreaskirche.

Altstadt kehrt als Motiv immer wieder

„Die Altstadt ist ihm ganz wichtig“, verdeutlicht Mechthild Massin. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Brauer sie von seinem Wohnhaus aus stets direkt im Blick hat, und entsprechende Veränderungen damit nicht nur als Künstler, sondern auch als Anwohner wahrnimmt. Dies gilt etwa für die Renovierungen, die nach der Wende für eine Veränderung des Stadtbildes sorgten. Brauer dokumentierte den Verfall der Altstadt vor 1989 ebenso wie ihre Wiedergeburt in den Jahren danach.

Die Altstadt im Winter in Blau- und Weißtönen. Ein Bild Brauers, das es Mechthild Massin angetan hat. Foto: Martin Feldhaus

Er bringe zudem durch seine Darstellungen „zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten und die Farbvariationen ganz unterschiedliche Stimmungen zum Ausdruck“, betont Massin. Die Farbe sei bei den Darstellungen Brauers ein variables Element. Teils farbintensive Darstellungen der Altstadt wechseln sich mit in Schwarz und Weiß gehaltenen Szenerien ab. So verzichtet Brauer etwa in Bildern der innerdeutschen Grenze aus dem Jahr 1989 auf farbliche Elemente.

Besichtigung nach Voranmeldung möglich

Der Künstler hält in seinen Bildern aus fünf Jahrzehnten die Entwicklung seines Teltows fest, empfindet sie mit seinen eigenen Strichen und Ausdrucksformen nach. „Er hat das künstlerische Leben in Teltow geprägt“, sagt Mechthild Massin über den engagierten Künstler, der seit 20 Jahren an der Jugendkunstschule in Teltow lehrt und Gründungsmitglied des Vereins „Teltow ohne Grenzen“ ist. Auch zu Ahlen hat Brauer eine besondere Beziehung. Er gestaltete bereits ein Titelbild des beflügelten Aals und malte verschiedene Motive der Wersestadt.

Wer einen Einblick in das große und breitgefächerte Werk Brauers erhalten möchte, kann nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 55 03 eine Besichtigung im „Ahlener Kulturkeller“ an der Sedanstraße 112 vereinbaren. Mögliche Termine sind in den kommenden Wochen samstags von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr sowie mittwochs von 17 bis 19 Uhr. Auch andere Zeiten werden nach Vereinbarung ermöglicht.

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