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Anwohner beklagen junge Randalierer an der Wibbelt-Schule

Flaschen und Eier fliegen umher

Vorhelm

Nachbarn schlagen Alarm: „So kann es nicht weitergehen.“ Im Ortsausschuss Vorhelm beklagte das Ehepaar Brückner wilde Gelage an der Augustin-Wibbelt-Schule, bei denen Flaschen geworfen oder Mülltonnen angezündet werden.

Christian Wolff

Jugendliche Randalierer treiben es auf die Spitze: Ist der Hausmeister außer Dienst, klettern regelmäßig Jugendliche über eine Garage aufs Gelände der Augustin-Wibbelt-Schule. Was sie dort treiben, konnten Anwohner im Ortsausschuss kaum in Worte fassen. Foto: Christian Wolff

Eine Polizeimeldung über ein beschädigtes Tor an der Augustin-Wibbelt-Schule – mehr drang in den vergangenen Wochen nicht in die Öffentlichkeit. Dass dieser teure Vorfall, für den offenbar randalierende Jugendliche verantwortlich sind, nur die Spitze des Eisbergs ist, erfuhren die Mitglieder des Ortsausschusses Vorhelm in ihrer jüngsten Sitzung vom Ehepaar Brückner. Sie informierten das Gremium über Belästigungen, die sich zum Dauerbrenner entwickelt haben.

„Wenn der Hausmeister nach 16 Uhr das Gelände verlassen hat, geht‘s regelmäßig rund“, sagte Annette Brückner, die als direkte Nachbarin nahezu täglich mit den unliebsamen Auswirkungen der Gelage in Berührung kommt. „Tür und Tor sind offen für Randale“, meint sie. Und sind die Tore dann verschlossen, stellten sie trotzdem kein Hindernis für die Vandalen dar. So kämen die jungen Leute in sportlicher Leichtigkeit über eine Garage neben dem Hauptgebäude aufs Gelände, verschafften sich mitunter sogar Zutritt zum Lehrerzimmer. „Das sind sehr drastische Taten, die uns seit Wochen belasten. Wir haben Angst, dass bei uns auch noch Scheiben zu Bruch gehen.“

Vorfälle mit Fotos dokumentiert

Nicht ausgeschlossen, wie auch Ehemann Rolf befindet: „Flaschen landen bei uns im Garten, es liegen Scherben auf dem Rasen. Einmal flog ein Rohes Ei in unser Badezimmer!“ Es nehme Ausmaße an, die das Paar dazu bewogen hat, jetzt die Politik in dieser Form zu informieren, weshalb ihnen Ausschussvorsitzender Hubertus Beier unter dem Punkt „Verschiedenes“ am Donnerstagabend ein Rederecht eingeräumt hatte.

Belegt haben Brückners die Vorfälle mit zahlreichen Fotos. Die Polizei sei ebenfalls mehrfach vor Ort gewesen, doch jedes Mal die Notrufnummer wählen zu müssen, sei für die Nachbarn weder angenehm noch eine nachhaltige Lösung. Sie fordern ein neues Konzept für die Sicherheit auf dem Schulgelände. Der bisherige Schließdienst – um 22 Uhr macht eine Sicherheitsfirma die Tore dicht – erziele überhaupt keinen Effekt. Im Gegenteil: Es scheint, als würden die ungebetenen Gäste die Uhr danach stellen, bei Einkehr der Ruhe den Pegel anzuheben.

Hausmeister hat so etwas noch nie erlebt

Mit dem Hausmeister der Grundschule, der erst vor einigen Monaten seinen Dienst im Wibbeltdorf angetreten hat, seien in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt worden, so Annette Brückner. Sie zeugten von Hilflosigkeit: „Er sagt, solche Dinge seien ihm noch nirgendwo untergekommen.“ Beispielsweise sei mehrfach versucht worden, die Mülltonnen der Schule anzuzünden, was nur deswegen nicht geklappt habe, weil der Brand bei verschlossenem Deckel schnell wieder erstickt worden ist. Ein anderes Mal sei ein Lehrer beim Trompetenunterricht massiv gestört worden. Einen Grund dafür habe niemand erkennen können.

Über diese Garagen neben der Augustin-Wibbelt-Schule klettern die Jugendlichen häufig. Foto: Christian Wolff

„Das ist fast nicht mehr zumutbar“, so das Fazit von Annette Brückner. „Die Jugendlichen fühlen sich anscheinend sehr sicher und treiben ihr respektloses Unwesen. Und uns macht das krank.“

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