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Dr. Thomas Mandelkow beteiligt sich an Kampagne

Impf-Turbo in der HNO-Praxis

Ahlen

Keine Sprechstunde und doch volle Praxis: HNO-Facharzt Dr. Thomas Mandelkow hat am Freitag den Impf-Turbo eingelegt. Ahlens Ärztesprecher will seinen Beitrag dazu leisten, möglichst schnell möglichst viele Patienten zu immunisieren, denn: „Wir wollen doch bald alle wieder mal in den Biergarten.“

Dierk Hartleb

Dr. Thomas Mandelkow setzt den nächsten Pieks. Im Behandlungsraum 1 gibt‘s an diesem Freitag ausschließlich Biontech. Foto: Ulrich Gösmann

In der HNO-Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus an der Südstraße herrscht am Freitagmorgen Hochbetrieb. Doch von Hektik keine Spur. „Eigentlich wollten unsere Mitarbeiterinnen an diesem Wochenende Schützenfest feiern“, sagt ein gut gelaunter Dr. Thomas Mandelkow, „aber daraus wird ja nichts.“ Deshalb bedurfte es auch keiner besonders großen Überredungskünste, drei medizinische Fachangestellten zu bitten, stattdessen Dienst zu machen.

Im Minutentakt treffen die Patientinnen und Patienten in der Praxis ein, wo sie an der Anmeldung einen Fragebogen erhalten, der alle wichtigen Formalitäten enthält. Zwischendurch können die Klemmbretter schon mal knapp werden. Danach geht es in den Wartebereich. Von dort in eine der beiden Impfstraßen, in denen Biontech oder Astrazeneca verimpft wird. Danach geht es in den Ruheraum, den Mandelkow scherzhaft Abklingbecken nennt – und wo sich die frisch Geimpften etwas erholen können, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machen.

Eine Praxis wird zum Impfzentrum: Martina Faros, Sonja Pollmeier und Sina Karow managen an der Rezeption den Durchlauf. Foto:

„Unsere Praxis ist seit drei Wochen dabei“, erklärt der Mediziner. Bundesweit nehmen 51 Prozent der HNO-Praxen an der Impfkampagne teil. Unter den Impfwilligen befinden sich auch einige, die bereits ihre Zweitimpfung erhalten. Dabei handelt es sich um Patienten, die ihre Erstimpfung bei einer der vorangegangnen Impfaktionen erhalten haben und sich jetzt eigenständig um den zweiten Pieks kümmern mussten.

Heike Wittkowsky zeigt, was in den nächsten Stunden verimpft wird. Foto:

„Ich habe hier eigentlich die angenehmste Aufgabe“, scherzt der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und schaut zu Heike Wittkowsky herüber, die für die gesamte Koordination zuständig ist und heute eigentlich frei hätte. Die medizinische Fachangestellte kümmert sich so um den gesamten Ablauf: Von der Bestellung des Impfstoffs bis zur Organisation der Impftage. „Ich habe mich zunächst eingelesen“, erzählt Wittkowsky. Die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die für die Verteilung der Impfdosen zuständig ist, sei völlig unproblematisch. Nachteilig in ihren Augen nur, dass, wenn die Bestellung dienstags herausgeht, erst donnerstags die Information erfolgt, wie viel „Impfe“ in der darauffolgenden Woche zur Verfügung steht.

Überzeugungsarbeit im Vorfeld

Im Vorfeld ist allerdings bei den Impfwilligen einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn bei Astrazeneca passen viele. „Das ist ein guter Impfstoff“, versucht Wittkowsky die Anruferinnen und Anrufer zu überzeugen. Ein gewisses Restrisiko besteht bei Frauen unter 30, die die Pille nehmen und rauchen, und bei Schwangeren. Nur, so Mandelkow, die Gefahr von Gehirnvenenthrombosen bestehe auch bei einer Covid-19-Erkrankung und das Risiko eines schweren Verlaufs sei um ein Vielfaches höher. Trotzdem gebe es einige Patienten, die den britisch-schwedischen Vektorimpfstoff ablehnten und lieber auf Biontech warteten. Dieser Wunsch werde natürlich respektiert. Allerdings wissen Mandelkow und Wittkowsky schon, dass in den beiden verbleibenden Maiwochen weniger Biontech angeliefert wird. Dies übrigens über die Apotheke, mit der die Praxis zusammenarbeitet.

Dr. Thomas Mandelkow

Warum er so auf die Tube drückt? „Wir wollen doch bald alle wieder mal in den Biergarten“, sagt Dr. Thomas Mandelkow aufmunternd. Und dann zumindest im nächsten Jahr auch wieder zum Schützenfest.

Die nächsten drei Impfkandidaten: Dr. Thomas Mandelkow zeigt, wer für welchen Behandlungsraum vorgesehen ist. Foto:
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