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Zurück im „Click & Meet“

Mit „Freifahrtschein“ wieder rein ins Geschäft

Ahlen

Das Leben meldet sich zurück in der Ahlener Fußgängerzone. Wenn auch mit angezogener Notbremse am Samstag bei der Rückkehr ins „Click & Meet“.

Martin Feldhaus

Die Übergabe an der Abholtheke steht bei Petra Höltgen weiter im Vordergrund. Foto: Martin Feldhaus

Einst: Geöffnet nach Terminabsprache. Dann: Zutritt nur mit negativem Schnelltest. Zuletzt: wieder geschlossen. Und jetzt? Wieder geöffnet. Seit Samstag dürfen die Geschäfte in Ahlens Fußgängerzone wieder Kunden reinlassen. Das Sinken der 7-Tage-Inzidenz unter den Wert von 150 macht’s möglich. Doch eintreten darf nicht einfach jeder. Die Rückkehr zum „Click & Meet“ gibt es nur für die, die einen „Freifahrtschein“ haben: Einen negativen Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist. Zum Termin-Shopping können zudem vollständig Geimpfte und Genesene. Ein Stimmungsaufheller für die Einzelhändler?

Die Übergabe an der Abholtheke steht bei Petra Höltgen zunächst weiter im Vordergrund. Foto:

„Bis jetzt hatte ich noch keinen Kunden hier im Laden“, zieht Petra Höltgen bei Lederwaren Dahlhaus gegen Mittag ein erstes eher ernüchterndes Zwischenfazit. Die Testpflicht sei wohl für viele eine große Hürde. Bummelnde beschränken sich darauf, vor der Tür einen Blick ins Schaufenster zu werfen. Andere holen nur schnell zielgerichtet ihre Bestellungen ab und führen „Click & Collect“ fort. „Für den Negativtest wird hier einfach zu wenig geboten“, sagt Höltgen. Es müsse auch möglich sein, mal irgendwo einen Kaffee zu trinken oder etwas zu essen. Nach einer etwas holprigen Rückkehr in das Schnelltest-Shopping hofft sie aber trotzdem auf Besserung in den kommenden Tagen. Warum? Beim Einkaufen mit Maske seien die Kunden zu Beginn auch skeptisch gewesen, gewöhnten sich dann aber schnell daran.

Drei Kunden schon am Vormittag: Bei Uhren Herweg freut das Frank Herweg (l.) und Mitarbeiterin Claudia Stößel (r.). Foto:

Ein paar Meter weiter bei Uhren Herweg ist Inhaber Frank Herweg zumindest vorsichtig optimistisch. Nachdem klar war, dass er wieder öffnen darf, folgten sofort erste Anrufe von Kunden, die einen Termin buchen wollten: Am Vormittag stehen so schon drei Gespräche im Ladenlokal fest. „Ich kann jetzt wieder Trauringberatungen machen“, sieht der Uhren- und Schmuckhändler einen kleinen Fortschritt. Und hofft auf weitere in naher Zukunft, möglichst mit mehreren Kunden zeitgleich im Ladenlokal. „Unsere Hygienekonzepte funktionieren“, ist er überzeugt.

Zunächst ruhig ist es hingegen in der „Rappelkiste“, wo Eileen Spork auf Kunden wartet. Die kommen zwar, wollen aber oft nur bestellte Spielzeuge an der Ladentür abholen. Hoch im Kurs dabei: Luftballons. Gerne auch als Präsent zum Muttertag. „Die kann man nicht so gut im Internet bestellen“, mutmaßt Spork. Am späten Vormittag öffnet sich das Spielzeugparadies dann doch noch für die ersten Kunden. Louis (4) aus Neubeckum tritt mit strahlenden Augen über die Türschwelle. „Er wollte unbedingt im Spielzeugladen stöbern“, sagt seine Mutter Mareike Kuhnert. Dafür kommt die Familie extra aus Neubeckum nach Ahlen. Der negative Schnelltest vom Vorabend dient als Ticket in das bunte Spielzeugparadies.

Frühlingserwachen am Samstag in der Fußgängerzone. Die Kunden kehren zurück... Foto:

Gegenüber bei Expert Promedia ist immer mal wieder etwas los an der Abholtheke. Zudem öffnet sich die Hygiene- und Kontrollschranke für einzelne Kunden. Ein Bild, das sich in der gesamten Fußgängerzone ergibt. Geisterstimmung? Die ist passé. Wirklich voll wird es aber auch nicht. Symbolisch dafür: die kleine Schlange an der mobilen Teststation. Großer Andrang sieht anders aus, leerer war es aber auch schon mal. Ein erster Schritt für mehr? Darüber werden die Infektionszahlen und von ihnen abhängende weitere Lockerungen der Bundes-Notbremse entscheiden.

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