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Aramäische Kirchengemeinde

St. Georg baut auf freiem Feld

Ahlen

Die aramäische Kirchengemeinde St. Georg in Ahlen will im Juni mit dem Bau ihres neuen Gemeindezentrums an der Beckumer Straße beginnen. Dort steht seit Samstag ein großes Schild, das zeigt, was kommt.

Reinhard Baldauf

Blickfang an der Beckumer Straße: Seit Samstagnachmittag setzt ein Bauschild ins Bild, was auf freiem Feld entstehen wird. Die Aramäische Gemeinde St. Georg errichtet am Ortsausgang ihr neues Gemeindezentrum. Foto: Reinhard Baldauf

Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass die aramäische Kirchengemeinde St. Georg neben der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche ihre neue Kirche mit Gemeindezentrum bauen möchte, gab es massive Proteste. Die einen fürchteten um das Osterfeuer und andere um ihre freie Sicht auf die Beckumer Straße. Außerdem artikulierten sich Ängste vor einer Verkehrs- und Lärmbelastung. Diese Pro­bleme sind jetzt weitestgehend ausgeräumt; der Baubeginn rückt näher.

Am Samstag war Großeinsatz auf dem Baugrundstück. Schweres Gerät kam zum Einsatz, um Bauschilder aufzustellen, die in beiden Fahrtrichtungen auf der Beckumer Straße von dem Vorhaben der Syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde St. Georg künden. Außerdem war auch viel Muskelkraft gefragt.

Da die Corona-Vorschriften eingehalten wurden, dauerte der Einsatz von den Morgenstunden an bis in den frühen Abend. „Alle Gemeindegruppe sind dabei und helfen nach ihren Möglichkeiten“, erklärte am Morgen der Vorsitzende des Gemeinderats Jakob Dakin. Nach seinen Worten ist der Baubeginn im Juni geplant. Er verwies aber darauf, dass noch Teile der Baugenehmigung fehlen.

Viele fleißige Hände fassten am Samstag mit an um ein Signal für den Neuanfang zu setzen. Foto:

Neben dem Kirchenneubau ist ein Gemeindezen­trum mit einer begrenzten Personenzahl geplant. Hier sollen sich besonders die verschiedenen Gruppen der Gemeinde treffen können. Dazu zählt auch die Schülergruppe, die unter anderem zusätzlichen Unterricht in ihrer aramäischen Muttersprache bekommt. Große Familienfeiern sind ausdrücklich nicht vorgesehen. Der Komplex mit Parkplätzen ist so geplant, dass zur Wohnbebauung südlich alles abgeschirmt wird. Die Zufahrt ist über die Beckumer Straße geplant.

Die Gemeinde hat für ihr Bauvorhaben zahlreiche Sponsoren, die auf dem Bauschild vermerkt sind. Außerdem wurden die Familien um Spenden gebeten. „So ist das Vorhaben bereits zu 90 Prozent finanziert“, so Jakob Dakin. Die Frauengruppe von St. Georg versorgte die Helfer bei der Gemeinschaftsaktion übrigens mit belegten Brötchen und frischem Kaffee.

Aydin Akgül

Die Gemeindemitglieder hoffen, bald in ihrer neuen Kirche ihre Messen feiern zu können, wie Aydin Akgül vom Gemeindevorstand erzählte. Die bisherige Kirche in der Emanuel-von-Ketteler-Straße ist baufällig. „Wir können im Augenblick dankenswerter Weise unsere Gottesdienste in St. Josef feiern“, so Akgül. Die Gottesdienste würden unter anderem auf Facebook übertragen. Die Gemeindemitglieder sind sich jedoch einig: „Eine eigene Kirche ist schöner.“

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