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„Feel Fit Free“: Parkplatz wird zum Trainingsplatz

Stemmen und Schwitzen vor dem Studio

Ahlen

Gerätetraining an frischer Luft: Ahlens Großstudio „Feel Fit“ hat den überdachten Parkplatz zum Trainingsplatz gemacht. Ab August gibt‘s auch noch ein separates „Ladys Gym“. Zwei Investitionen in Corona-Zeiten.

Ulrich Gösmann

Die ersten Einheiten fallen noch schwer, machen Henning Thiesing aber kräftig Spaß. In vier Tagen will er wiederkommen. Weiter aufbauen. Foto: Ulrich Gösmann

Die einen schieben Einkaufswagen, die anderen stemmen Gewichte. Nur ein provisorischer Bauzaun trennt zwei Welten im Gewerbegebiet Kleiwellenfeld. Auf der einen Seite Discounter Aldi, auf der anderen das Großstudio „Feel Fit“, das sich jetzt noch ein „Free“ hinter seinen Namen setzt. Fürs Training outdoor vor der eigenen Tür.

Henning Thiesing strahlt, obwohl die Gewichte schwerer denn je in den Händen liegen: Seine Freude sei sehr groß, jetzt wieder trainieren zu können. Laufen, Tennis, Spazierengehen – kein wirklicher Ersatz fürs Gerätetraining. Der 27-Jährige, der sonst drei Mal in der Woche ins Studio kam, merkt den Entzug: weniger Kraft, weniger Puste. Und irgendwie auch – trotz junger Jahre – den Rücken. Für ihn und andere hat Betreiber Frank Langer jetzt den überdachten Parkplatz zur Outdoor-Area gemacht. „Als kleines Dankeschön für die, die uns in den letzten Monaten unterstützt haben.“ Seit November ruht der Betrieb in dem 3000-Quadratmeter-Großstudio, das die 2000er-Mitgliedsmarke im zweiten Jahr deutlich übersprungen hat. Seit Februar wird nicht mehr abgebucht, aber dennoch investiert. Eben jetzt in 30 neue Kraftgeräte, die seit dem Wochenanfang vor dem Studio stehen, um Training im Freien unter Einhaltung aller aktuell geforderten Corona-Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.

1200 Quadratmeter überdachte Fläche erweisen sich als Glücksfall. Abstand halten – auch für den Gerätepark hier ein leichtes. Fast verloren wirkt, was stärkt und fünf Meter auseinander steht. Maximal 20 Sportfreunde sind zwischen 8 und 20 Uhr zu jeder vollen Stunde willkommen. 45 Minuten Training, 15 Minuten Desinfizieren – dann darf die nächste Schicht stemmen, strampeln, schwitzen. Am ersten Tag war das Kontingent zwischen 17 und 19 Uhr erstmals ausgeschöpft. Eben typische Trainingszeit, wie Studioleiterin Eva Hamer augenzwinkernd anmerkt. Das Outdoor-Angebot richtet sich an Mitglieder, die sich vorab registrieren. Langer: „So können wir lückenlos nachweisen, wer wann hier war.“ Obwohl nicht verpflichtend, doch ein großer Wunsch: vorher negativ testen lassen. Das gebe allen ein gutes Gefühl. Wie lange der Parkplatz Trainingsplatz ist? „Ungewiss“, sagt der Fitmacher. „Ich gehe davon aus, dass wir am 6. Juni wieder öffnen können.“ Tags zuvor laufe die aktuelle Corona-Schutzverordnung aus. Fallende Inzidenzwerte ließen hoffen, dann wieder Indoor-Training anbieten zu können.

Bis dahin will auch Iden Przyluczky vor der Tür überbrücken. Hinter ihr erstes Outdoor-Training setzt sie am Dienstag ein „echt angenehm“. Und lässt wissen: „Eigentlich kein Unterschied.“ Dass der Wind durch den Zaun weht, stört nicht: Man könne sich ja gegen die Kälte entsprechend anziehen. Und dann fröhlich munter warmtrainieren. Ihre fünfmonatige Zwangspause merkt auch die 28-Jährige. Im Nacken.

Und nach Corona? Langer will seinen Outdoor-Gerätepark an der frischen Luft lassen. Das hatte er schon vor der Pandemie so geplant. Allerdings nicht vor dem Haupteingang, sondern auf der Rückseite auf verkleinerter 300 Meter großer Trainingsfläche, auf der dann wohl nicht mehr fünf Meter Mindestabstand zwischen den Geräten sein müssen.

„Feel Fit“ investiert in ein „Ladys Gym“

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