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Neueröffnung in Dördelmann-Leerstand

„Uncle Donuts“ mag‘s bunt

Ahlen

Ist die „Bubble Tea“-Schlange von Anfang Mai noch zu toppen? Wird sich zeigen, wenn am 14. Juni „Uncle Donuts“ in der Ahlener Fußgängerzone eröffnet.

Ulrich Gösmann

Jetzt kommt Leben in den Leerstand. Ali Yildirim zieht mit „Uncle Donuts“ ins ehemalige Ladenlokal des Bäckerei-Cafés Dördelmann. Foto: Ulrich Gösmann

Zwei Donuts hat er zu seinem ersten Pressetermin gleich mitgebracht, um sie werbewirksam vor die Augen zu halten. Ali Yildirim ist crazy. Und auch das: „Ich habe einen Donuts-Fetisch“, bekennt der 33-Jährige. Dafür hängt er jetzt seinen Sozialarbeiter-Job an den Nagel, um in der Fußgängerzone mitzuspielen. Als „Uncle Donuts“.

Wer die Schlangen aus den ersten Tagen von „Bubble Tea“ Anfang des Monats auf der mittleren Oststraße gesehen hat, darf erahnen, was passiert, wenn Donuts neues Leben in den Dördelmann-Leerstand auf der unteren Weststraße bringen. Der 14. Juni ist gesetzt für die Neueröffnung. Bis dahin müssen 190 Quadratmeter aufgestylt sein. Knallbunt! Das ist Konzept an den Wänden, in der Beleuchtung und auf dem süßen Kringel, der als 60 Gramm schwerer Teigrohling antritt, sich durch Toppings hundertfach verändern zu lassen. Sei es blattgoldüberzogen oder mit Softeis-Füllung an heißen Sommertagen.

Das Gesicht hinter den Donuts: Ali Yildirim Foto:

Ali Yildrim ist einer der ersten in Ahlen, der das Landesprogramm „Verfügungsfonds Anmietung“ in Anspruch nimmt. Aufgelegt, um Innenstädte in Folge der Coronakrise durch Leerstände vor der Verödung zu bewahren. Und so funktioniert‘s: Die Stadt mietet leerstehende Ladenlokale an. Vorausgesetzt, Vermieter lassen sich darauf ein, auf 30 Prozent der zuletzt eingenommenen Miete zu verzichten. Bei der Weitervermietung kann die Stadt die Altmiete um bis zu 80 Prozent reduzieren. Für Yildirim heißt das konkret: Mietreduzierung auf 20 Prozent in den nächsten zwei Jahren. Danach werde neu verhandelt. „Ich hätte es auch ohne gemacht“, sagt er. Das Timing habe aber gepasst.

Donuts-Fan ist der Sozialarbeiter, der seit zwölf Jahren in den Diensten von Innosozial in Ahlen steht, schon seit seiner Kindheit. „Es hat mit den Simpsons angefangen. Homer Simpson hat sie sich regelrecht reingehauen.“ Erzählt‘s und lacht. Als Jungunternehmer tritt er gegen das Imperium von „Royal Donuts“ und seine inzwischen 300 Filialen an. Mit „Uncle Donuts – sweets and more“ und eigenem Konzept. Eines werde es bei ihm nicht geben: „Sechs Donuts für 35 Euro.“ Das sei nicht mehr normal.

Der Pandemie geschuldet, startet der Existenzgründer zunächst einmal klein durch. Wie so viele setzt auch er auf die Zeit des späten Sommers. In der Hoffnung, dann auch drinnen im ehemaligen Café-Bereich an acht Tischen sein Farbfeuerwerk zu zünden.

Filialen auch in Warendorf und Beckum

Mit „Uncle Donuts“ geht jetzt in Ahlen ein weiterer Anbieter von Bubble Tea an den Start. Das, so entschuldigt sich der Hammenser, hätte er noch vor der Eröffnung der anderen Kollegen geplant.

Für den Hype um den fluffigen Teigkringel hat der Sozialarbeiter eine einfache Erklärung: Die Jugend möge es bunt. Ahlen soll ein Anfang sein. Seine Fühler hat der angehende Geschäftsmann jetzt auch nach Warendorf und Beckum ausgestreckt. Und interessante Objekte im Blick, vor denen demnächst die Schlangen stehen könnten.

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