1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Wachsamkeit bei jeder Wetterlage

  8. >

Aufklärungsbataillon 7 bereitet sich auf Auslandseinsätze vor

Wachsamkeit bei jeder Wetterlage

Ahlen / Augustdorf

Das Aufklärungsbataillon 7 bereitet sich neben der weiterlaufenden Amtshilfe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch auf anstehende Auslandseinsätze vor. Unter Leitung der ersten Kompanie gibt es im Feldlager bei Augustdorf ein breites Übungsspektrum.

Christian Wolff

Achtung, jetzt wird es laut: Die Aufklärer haben im Feldlager „Augusta“ beste Voraussetzungen, um verschiedene Einsatzaspekte wie das Erstellen von Checkpoints oder den Umgang mit Kampfmitteln zu proben. Foto: Christian Wolff

Die Nächte sind kurz. Immer wieder legt sich Nieselregen über das Feldlager „Augusta“. Und plötzlich kann es richtig laut werden. Für die Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 darf das alles keine Rolle spielen. Sie müssen in diesen Tagen bei jedem Wetter und trotz kurzer Ruhephasen hochkonzentriert bleiben, die Lage richtig einschätzen und entsprechend reagieren.

Neben der seit ungefähr einem Jahr bestehenden Unterstützung der Bundeswehr in verschiedenen Amtshilfen zur Bewältigung der Covid-19-Lage bereiten sich die Ahlener Soldaten derzeit auf verschiedene Auslandseinsätze vor. Zur Schaffung der Voraussetzungen aller Einsatzkräfte müssen verschiedene Ausbildungsabschnitte durchlaufen werden. Dazu gehören landeskundliche Unterweisungen, sanitätsdienstliche Ausbildung, Rechtsunterricht und das praktische Handwerk. Die erste Kompanie absolviert dazu ihre Abschlussübung auf dem Truppenübungsplatz Senne bei Augustdorf.

Major stellt fest: „Die Motivation ist hoch!“

„Die Motivation ist hoch“, sagt Major Ludwig Baron von Düsterlohe. „Die Soldaten freuen sich auf die Einsätze.“ Der Kompaniechef lobt ebenso die Infrastruktur im Feldlager „Augusta“, wo verschiedene Szenarien realistisch abgebildet werden können. Weit verzweigte Straßenzüge mit Bunkern und Waldlichtungen seien bestens geeignet. Die Ausbildungsgruppe für die geplanten Einsatzsoldaten sei zudem sehr heterogen. „Einige haben bereits diverse Einsätze absolviert, während für andere der erste Einsatz bevorsteht“, so der Major. „Die erfahrenen Teilnehmer können ihre Fähigkeiten aus der Praxis sehr gut in die Ausbildung einbringen.“

Hygieneregeln und Testangebote

Der Großteil der Soldaten, der sich aktuell in die Senne begeben hat, ist dafür vorgesehen, für ein halbes Jahr in den KFOR-Einsatz zu gehen. Im Kosovo stellt das Aufklärungsbataillon 7 aus der „Westfalen-Kaserne“ den Leitverband und mit 29 Soldaten den größten Anteil seiner Kräfte für das mittlerweile 59. Deutsche Einsatzkontingent. Weitere Teilnehmer der Einsatzausbildung sind für andere Einsatzorte, zum Beispiel Mali, vorgesehen.

Die Covid-19-Lage hat auch hier einen erheblichen Einfluss auf die Ausbildung. So gelten auch für die Bundeswehrangehörigenallerorts strenge Hygieneregeln mit regelmäßigen Testangeboten. „Immer wieder muss der Ablauf angepasst werden, weil Ausbildungsteilnehmer oder Ausbilder kurzfristig ausfallen“, sagt Baron von Düsterlohe. „Das geschieht zum Beispiel, wenn eine Kontaktperson in Quarantäne muss und erst auf ein negatives Testergebnis warten muss.“

Auf dem Ausbildungsplan stehen Grundlagen, die in jedem Einsatz gefordert werden können. Neben dem Betrieb eines Checkpoints, der mitunter in Windeseile aufgebaut wird, geht es um Patrouillen oder den Umgang mit Kampfmitteln. Heute dreht sich alles um mögliche Schmuggler, die aufgespürt werden müssen. „Die Soldaten werden in eine fiktive Lage versetzt, die sich eng an den Einsatzrealitäten orientiert. Von Angriffen über Kampfmittelfunde bis zur Personenkontrolle wird alles abgebildet. So werden die Soldaten bestmöglich ausgebildet“, fasst der Kompaniechef zusammen. Daneben runden verschiedene Lageübungen mit Rollenspielern das Programm dieser Tage ab. „Immer wieder werden die Rollen getauscht, so dass nahezu jeder Beteiligte die Perspektiven vom MG-Schützen bis zum Patrouillenführer durchleben kann“, sagt der Baron. „Wichtig ist, auch in stressigen Situationen den Überblick zu behalten und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.“

Heiße Suppe stärkt die Motivation

Trotz aller Umstände im Feldlager, die nicht immer leicht zu bewältigen sind, gibt es auch an diesem Übungstag ein ersehntes Kommando, das so gar nicht überraschend kommt: „Essen fassen!“ Und diesmal dampft es nicht am fiktiven Gefechtsort, sondern aus dem Verpflegungswagen. Da ist Spieß Marian Neumann ganz in seinem Element und sorgt mit einer stärkenden Suppe dafür, dass die besagte Motivation unter den Kameraden auch weiterhin hoch bleibt.

Startseite