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Erinnerungen an Agatha Christi

Miss Marple lässt grüßen

Drensteinfurt

Ihr Krimis sind weltberühmt. Künftig wird im Baugebiet Mondscheinweg nun ein Straßennamen an Agatha Christi erinnern.

Dietmar Jeschke

Dei Planstraße H bildet den südlichen Erschließungsabschluss im Baugebiet Mondscheinweg. Sie wird künftig den Namen „Agatha-Christi-Straße“ tragen. Foto: Stadt

Als Miss Marple in den 1960er Jahren im Schwarz-Weiß-Fernsehen zusammen mit Mr. Stinger auf Verbrecherjagd ging, waren die Bürgersteige leer gefegt. Ähnliches galt, wenn Detektiv Hercule Poirot wieder einmal einen verzwickten Fall zu lösen hatte. An die Erfinderin der Krimi-Figuren, deren Romane sich weltweit gut zwei Milliarden Mal verkauft haben sollen, wird künftig ein Straßenname im Baugebiet Mondscheinweg erinnern. Genauer gesagt: Die „Planstraße H“, die den ringförmigen südlichen Abschluss im zweiten Teilabschnitt bilden wird, soll fortan „Agatha-Christie-Straße“ heißen.

Geboren wurde Agatha Mary Clarissa Miller am 15. September 1890 als jüngstes Kind des Amerikaners Frederick Alvah Miller und dessen englischer Ehefrau Clarissa Boehmer. Sie wuchs in einer viktorianischen Villa in Torquay auf. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr besuchte sie keine Schule. Unterrichtet wurde sie vielmehr von ihrer Mutter, die früh das schriftstellerische Talent ihrer Tochter erkannte. Mit elf Jahren veröffentlichte sie ein erstes Gedicht in einem Lokalblatt. Nach anfänglichem Leben in Wohlstand, geriet die Familie später durch Veruntreuungen in finanzielle Schieflage. Vater Alvah Miller starb 1901, als Agatha elf Jahre alt war.

Das zunächst begonnene Musikstudium in Paris gab Agatha Miller mit Beginn des Ersten Weltkriegs auf. Sie engagierte sich als Krankenschwester beim Britischen Roten Kreuz, zunächst im Krankenhaus und später in einer Apotheke. Dabei lernte sie viel über Gifte, die in ihren späteren Romanen immer wieder eine Rolle spielen sollten. 1914 heiratete sie Oberst Archibald Christie, einen Flieger der königlichen Luftwaffe. Mit ihm hatte sie eine Tochter, Rosalind Margaret Clarissa Christie, die am 5. August 1919 geboren wurde.

1920 erschien ihr erster Kriminalroman „Das fehlende Glied in der Kette“ mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Der große Durchbruch gelang ihr aber erst sechs Jahre später mit dem Werk „Alibi“. Privat machte sie im gleichen Jahr Schlagzeilen, als sie nach einem heftigen Streit mit ihrem Ehemann – er hatte eine Affäre mit seiner Golfpartnerin – spurlos verschwand. Nach einer spektakulären Suchaktion, über die selbst die New York Times berichtete und an der sich auch Arthur Conan Doyle beteiligte, fand man die Schriftstellerin zehn Tage später in einem Hotel in Harrogate, wo sie unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes abgestiegen war. Eine Geschichte, die 1979 verfilmt wurde.

Um sich zu erholen, entschied sich Agatha Christie 1928 zu einer ausgedehnten Reise in den Nahen Osten – und zwar mit dem Orient-Express in Richtung Bagdad. Von dort ging es weiter nach Ur, wo der Archäologe Leonard Woolley und seine Frau mit Ausgrabungen beschäftigt waren. Christie blieb längere Zeit beim Grabungsteam und widmete ihm die Kurzgeschichtensammlung „Der Dienstagabend-Klub“.

1930 reiste sie auf Einladung der Woolleys ein zweites Mal nach Mesopotamien, wo sie den 14 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan kennenlernte, der als Grabungsassistent arbeitete. Die beiden wurden ein Paar und heirateten am 11. September 1930 in Edinburgh.

Im gleichen Jahr sorgte eine neue Romanfigur erstmals für Aufsehen: Im Roman „Mord im Pfarrhaus“ hatte Miss Marple ihren ersten Auftritt. Zwölf weitere Krimis mit ihr sollten folgen. Viele der folgenden Romane schrieb Christie während der archäologischen Expeditionen, auf die sie ihren Mann nach Syrien und in den Irak begleitete. Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie im Alter von 85 Jahren an einem Schlaganfall.

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