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In der Stadt stehen 126 öffentliche Bänke

Sauberes Plätzchen gesucht

Drensteinfurt

Hell, sauber und modern rund um den Marktplatz – abgerockt, kaputt und schmuddelig im Schlosspark: Nicht auf jeder Bank im Stadtgebiet möchte man tatsächlich Platz nehmen. Insgesamt gibt es in den drei Drensteinfurter Ortsteilen 126 öffentliche Sitzgelegenheiten.

Dietmar Jeschke

Bänke in der Stadt Drensteinfurt Foto: Dietmar Jeschke

Optimal, mag sich mancher Radtourist beim Blick auf die Karte – oder in die Radrouten-App – denken: Über den Werseradwanderweg ein kurzer Abstecher in die Stewwerter Innenstadt, vorbei an Alter Post und Wassermühle zum Haus Steinfurt, wo sich der angrenzende Schlosspark für einen „Boxenstopp“ geradezu anbietet. Dort angekommen, dürfte sich allerdings schon bei so manchem Fahrradfreund rasch Ernüchterung breit gemacht haben: Und das nicht nur deshalb, weil das gestaltungsfreie Rasencarré nicht wirklich etwas mit dem Begriff „Park“ zu tun hat. Denn zur blumenfreien Naturnüchternheit gesellen sich einige Sitzgelegenheiten, die diesen Namen nicht mehr wirklich verdienen. Abgerockt, verschlissen und verschmutzt, dafür aber garniert mit gut gefüllten Mülleimern aus längst vergangenen Zeiten: Nein, auf den (gerade einmal drei) Bänken, die den Rundgang im Schlosspark flankieren, will man es sich nicht wirklich gemütlich machen.

Päuschen mit Parkplatz-Panorama

Zahl und Zustand der städtischen Bänke haben bereits einige Male für Diskussionen und Beschwerden gesorgt. Mit dem Ergebnis, dass es an neugestalteten und viel frequentierten Stellen im Ort mittlerweile durchaus ansprechende Sitzmöglichkeiten gibt. Wie etwa am bei Sonnenschein gut besuchten „kleinen Markt“, der künftig den Namen „Place d’Ingré“ tragen wird. Und auch die Bänke am neugestalteten Kirchplatz dürften wohl schon bald so manchen Eisdielen-Kunden zum Verweilen einladen.

Ein „Päuschen“ machen möchte man aber trotzdem nicht überall, wo aus manchmal nicht mehr so richtig nachvollziehbaren Gründen irgendwann einmal eine Bank aufgestellt worden war. So etwa am schmalen Weg zwischen Schlosspark und Werse-Stauwehr, wo ein verwaist wirkendes, aber baulich noch in recht gutem Zustand befindliches Exemplar hinter Absperrpollern und vor „dekorativem“ Stabzaun mangels Ambiente und Ausblick meist vergeblich auf Spaziergänger wartet. Nur gut 100 Meter entfernt lockt dafür eine sonnig gelegene Bank samt Wegekreuz mit einem besonderen „Panorama“ – über die nur gut fünf Meter entfernte und viel befahrene Sendenhorster Straße hinweg auf den Parkplatz des Einkaufszentrums Breemühle. Immerhin: Wer sich auf der Bank sitzend einmal umdreht, der könnte zumindest im blattfreien Winter die sanft dahin fließende Werse mit dem sich in ihr spiegelnden Haus Steinfurt bewundern.

Beliebte Vogel-Toilette

Wohl eher raumkompositorischen als zweckmäßigen Charakter haben auch zwei weitere Bänke, über deren Standortwahl und Zustand Friedhofsbesucher seit Jahren regelmäßig den Kopf schütteln. Zwar ergänzen die zwei flankierenden Sitzgelegenheiten aus Holz und Stahl das zentrale Hochkreuz zu einem optisch stimmigen Gesamtensemble. Sitzpausen will man dort allerdings trotzdem nicht einlegen: Der Stellplatz unter den hochgewachsenen Bäumen dient nämlich als beliebte „Vogel-Toilette“, wie den Bänken auch anzusehen ist.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, gibt es im gesamten Stadtgebiet 126 verzeichnete öffentliche Bänke. 63 davon befinden sich in Drensteinfurt, 26 in Walstedde und 37 in Rinkerode. Grundsätzlich, so die Verwaltung, seien die meisten städtischen Bänke mit Holz beplankt, das turnusmäßig aufgearbeitet werde. Was an einigen Stellen wohl auch notwendig ist, wie etwa der aktuelle Zustand der Sitzgelegenheiten auf dem Merscher Spielplatz zeigt. „Der Bauhof saniert jedes Jahr eine ganze Reihe von Bänken, wechselt morsches Holz aus und erneuert Anstriche“, so Stadtsprecherin Alessa Dohm. „Vollständige Ersatzanschaffungen sind fast nie nötig, würden aber natürlich auch durchgeführt, wenn nötig.“

Was die Anzahl der Bänke in allen drei Ortsteilen betrifft, so sei diese in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen. Und was den eingangs erwähnten Schlosspark anbelangt, der sich bekanntlich in privatem Besitz befindet und von der Stadt nur langfristig gepachtet ist, räumt die Verwaltung den desolaten Zustand der Sitzgelegenheiten ein. „Hier streben wir einen vollständigen Austausch an. Das gilt natürlich nur für die Bänke, die durch uns unterhalten werden. Für private Bänke sind die Eigentümer selbst verantwortlich“, sagt Alessa Dohm.

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