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Holmes und Watson lösen Kriminalfall

Spannung durch fesselnde Stimmen

Everswinkel

Er gilt als der Prototyp des Privat-Ermittlers, sein Name ist legendär: Sherlock Holmes. Sein Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle, stellt ihm als Antipoden und Chronisten der erstaunlichen Erfolge des Meisterdetektivs einen anderen Mann zur Seite – den Arzt Dr. John Watson. Und dann geht‘s auch schon los im Live-Krimi-Hörspiel mit Christoph Tiemann und dem Theater ex libris im Rahmen des 2. Digitalen Kulturwochenendes

Susanne Müller

In seiner Anmoderation gratulierte Christoph Tiemann dem Kulturkreis zum Jubiläum und würdigte dessen Engagement. Foto: Screenshot

Watson ist zu Beginn der Freundschaft gerade versehrt aus dem Zweiten Afghanischen Krieg Ende des 19. Jahrhunderts heimgekehrt und zieht in die Wohnung in der Baker Street ein. Aus dem anfänglich reinen Zweckbündnis wird im Laufe der Jahre eine Freundschaft, und Holmes bindet Watson zunehmend in die Verbrechensaufklärung ein.

Von den Anfängen dieser außergewöhnlichen Männer-WG und dem ersten gemeinsamen Fall handelt das Live-Hörspiel, das der Kulturkreis zum Abschluss des 2. Digitalen Kulturwochenendes präsentierte. Der Titel der Produktion des Theaters ex libris unter der Regie von Christoph Tiemann aus Münster greift eine Formulierung von Sherlock Holmes auf, als er Dr. Watson seine Arbeit als „Beratender Ermittler“ erklärt. Sie sei eine „Studie in Rot“; das bezeichne die Suche nach einem roten Faden in einem ansonsten farblosen Lebensstrang. Seine Aufgabe sei es, diesen roten Faden zu entwirren, zu isolieren und jeden einzelnen Zentimeter bloßzulegen.

In dem Hörspiel wird zunächst der nicht ganz unproblematische Charakter des „Consulting Detective“ vorgestellt, Bescheidenheit ist nicht seine prägendste Eigenschaft. Dennoch lässt sich Watson auf das Wagnis des Einzugs ein. Schon bald danach steht eine Klientin vor dem Haus 221B Baker Street. Miss Helen Stoner lebt mit ihrem Stiefvater, einem ehemals in Indien praktizierenden Arzt und unangenehmen Zeitgenossen, in einem maroden Herrenhaus vor den Toren Londons. Die junge Frau berichtet, dass dort unheimliche Dinge vorgingen und dass sie um ihr Leben bange.

Steht das in einem Zusammenhang mit dem plötzlichen Tod ihrer Zwillingsschwester Julia? Was haben die merkwürdigen Geräusche im Haus zu bedeuten, von denen Helen Stoner sprach? Holmes und Watson quartieren sich in einem nahe gelegenen Pub ein und warten auf die Nacht. Auf ein verabredetes Lichtzeichen machen sich die beiden zu Fuß auf den Weg zum Herrenhaus und entdecken zu ihrer Überraschung, dass in dem Park viele wilde Tiere frei leben, darunter ein Gepard. Sie schleichen sich in Helens Zimmer, das sie ihnen für die Ermittlungsarbeit zur Verfügung gestellt hat. Zu ihrer Sicherheit hält sie sich in einem benachbarten Raum auf. Nun nehmen die Dinge ihren Lauf . . .

Die Übertragung am Sonntagnachmittag verfolgten in der Spitze etwa 70 Zuschauer, ein guter Wert angesichts des sonnigen Wetters. Die Kritik war einhellig positiv, ein Nutzer schrieb anschließend begeistert: „Genial! Es war ein Genuss!“ In der Tat überzeugten sämtliche Sprecher mit ihren hervorragend ausgebildeten und variablen Stimmen, allen voran Christoph Tiemann als Sherlock Holmes und Alexander Rolfes als Dr. Watson sowie Judith Suermann als Helen und Julia Stoner.

Das 2. Digitale Kulturwochenende, so wurde es in der Anmoderation zu „Bühne frei!“ am Samstagabend angekündigt, „ein weiteres Geschenk und Dankeschön des Kulturkreises“ an sein treues Publikum und seine Förderer anlässlich seines 25. Geburtstags. Aber der Verein selbst erhielt ebenso ein Geschenk und zwar von Christoph Tiemann in seinen ganz persönlichen Begrüßungsworten. Darin lobte er das seit der Vereinsgründung 1996 beständige Engagement aller Ehrenamtlichen für die Kunst und die Künstler, speziell die jüngeren. Das dürfte bei den Angesprochenen große Freude und neue Motivation für die weitere Arbeit ausgelöst haben.

  • Wer Sherlock Holmes verpasst hat und das noch nachholen möchte:
  • https://www.youtube.com/watch?v=lYiTxnRjCnU
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