Fuß- und Radverkehrskonzept für Everswinkel

Vorfahrt für das Fahrrad

Everswinkel

Der Impuls ist aus der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes erwachsen: Die Fahrrad-Infrastruktur in der Vitus-Gemeinde soll verbessert und ausgebaut, Barrieren für Fußgänger und Radfahrer sollen abgebaut werden. Derzeit wird mit einem Fachbüro ein Fuß- und Radverkehrskonzept erarbeitet. Dabei werden die derzeitige Situation analysiert und anzustrebende Ziele formuliert. Im Planungs- und Umweltausschuss gab‘s dazu nun einen umfassenden Überblick.

Klaus Meyer

Mit einem zukunftsorientierten Radverkehrskonzept soll eine klimafreundlichere und gesündere Mobilität in der Vitus-Gemeinde nachhaltig gefördert werden. Foto: Klaus Meyer

Das Fahrrad als Fortbewegungsmittel befindet sich zweifellos auf der Überholspur. Dies belegen rekordverdächtige Verkäufe von E-Bikes, Touren- und Lastenfahrrädern bei den Fahrradhändlern, und dies belegen die zunehmenden Anstrengungen von Kommunen sowie Region, dem Zweirad im Straßenverkehr mehr Raum und höhere Priorität zu geben. Die derzeit umzusetzenden Velorouten zwischen Münster und Umlandgemeinden sind ein prägendes Projekt. Da möchte die Gemeinde mitziehen. Derzeit wird ein Fuß- und Radwegekonzept entwickelt, das die Fahrradnutzung vor Ort noch stärker fördern und Anreize schaffen soll, das Auto öfter mal stehen zu lassen.

Der Impuls dafür resultiert aus dem Gemeindeentwicklungs-Konzept. In einer Ausschreibung fiel die Wahl auf das „Büro stadtVerkehr“ aus Hilden. Raumplanerin Mira Isfort stellte im Planungs- und Umweltausschuss die Ziele und den Weg der Erarbeitung des Konzeptes vor, das voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein soll und bei dem auch die Bürger mit einbezogen werden. Dies geschah bereits über eine gerade beendete Online-Beteiligung in Form einer interaktiven Ideen-Karte und wird mit einer zweiten Bürgerveranstaltung im September fortgeführt. 128 Einträge habe in der interaktiven Karte gegeben sowie über 1000 „Likes“ und „Dislikes“ als Beteiligung.

Planerin Mira Isfort

„Wir sind gerade in der Bestandsaufnahme und Analyse“, erklärte Isfort und zeigte in einem Streifzug die Siedlungsstruktur, die Gewerbeflächen, das vorhandene Straßennetz, das ÖPNV-Netz mit Busverbindungen, Mobil-Stationen und Schienenanbindung in Müssingen, die Pendlerbeziehungen, Radrouten sowie die bedeutsamen Ziele in der Gemeinde und die Erreichbarkeit von Bereichen in fünf, zehn oder 15 Minuten mittels Fahrrad auf.

Die SWOT-Analyse mit der Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken als Instrument der strategischen Planung zeigte auf, wo die Gemeinde bereits gut aufgestellt ist und wo Ansatzpunkte für eine Verbesserung zu finden sind. „Es ist noch viel Potenzial da. Es werden noch viele Wege mit dem Auto zurückgelegt“, bilanzierte die Raumplanerin. Als Schwächen hatte sie unter anderem Mängel an Radwegeoberflächen, teilweise zu schmale Fuß- und Radwege, fehlende Querungsmöglichkeiten auf wichtigen Achsen, unzureichende Beschilderungen und Markierungen, viele Hindernisse in Form von Umlaufschranken oder auch fehlende sichere und witterungsgeschützte Radabstellanlagen ausgemacht.

Die vorhandenen Strukturen, Quellen und Ziele sind planerischer Ausgangspunkt für ein „Wunschliniennetz“, untergliedert in ein Hauptnetz sowie ein Neben- und Ergänzungsnetz. Der qualitative Anspruch beim Hauptnetz ist erwartungsgemäß der höchste im Hinblick auf Ausbaustandard, Sicherheit und direkter Linienführung. Für das Zielkonzept bzw. Leitbild stellte Isfort drei Szenarien vor, die von punktuellen Verbesserungen und einer Steigerung des Fuß- und Radverkehrsanteils um ein bis zwei Prozentpunkte bis zu einem umfassenden Maßnahmenpaket mit einer Steigerung von Fuß-, Radverkehr und ÖPNV um zwei bis neun Prozentpunkte reicht.

Während Kirsten Heumann (FDP) und Marion Schniggendiller (Grüne) das Konzept „super“ finden und „sehr begrüßen“, vermisste Dirk Folker (CDU) „etwas die konkreten Anregungen“. Umweltberater Bernd Schumacher erinnerte daraufhin daran, „wir fangen erst mal an, den Blick auf die Gemeinde zu werfen“. Die Fraktionen sollen sich nun die drei Szenarien anschauen. Im Planungsausschuss am 1. Juni wird darüber entschieden, und es wird ein politischer Beirat mit einem Vertreter pro Fraktion für die weitere Diskussion gebildet. Im Herbst folgen Ausarbeitung, Analyse und Bürgerinformation. Die Abschlussveranstaltung ist für November geplant. „Und dann geht es erst richtig los“, so Schumacher. Dann geht es gemäß der Entscheidungen an die Umsetzung.

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