Landwirte gehen neue Wege

Videos statt Feldbegehungen

Ostbevern

Schon im zweiten Jahr können die Feldbegehungen der Ostbeverner Bauern nicht stattfinden. Um den Ausfall der Veranstaltungen zu kompensieren, hat Paul Verenkotte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes sich jetzt etwas einfallen lassen. Zusammen mit Matthias Voß dreht er kleine Videosequenzen, in denen aktuelle Fragen rund um die Bewirtschaftung der Äcker geklärt werden.

Karl-Heinz-Kock

Paul Verenkotte (l.) und Matthias Voß drehen Foto: Karl-Heinz Kock

Zu normalen Zeiten treffen sich Ostbeverns Landwirte regelmäßig im Frühling zu Feldbegehungen. In stets wechselnden Bauerschaften werden dabei unter fachlicher Anleitung der Zustand der Einsaaten begutachtet und erforderliche Behandlungen besprochen. Und natürlich gehört auch der gesellige Teil mit einem Erfahrungsaustausch bei Würstchen und kühlen Getränken zum jährlichen Treffen.

Da wir aber nun mal keine normalen Zeiten haben, ist dieser Termin nicht nur 2020, sondern auch in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer gefallen. Um den Kontakt zu den Mitgliedern nicht gänzlich einschlafen zu lassen, kam Paul Verenkotte auf eine Idee, die gut bei den hiesigen Bauern angekommen ist. Gemeinsam mit Matthias Voß aus Rinkerode, der für den Pharma-Riesen Bayer arbeitet, erstellte er Videos, in denen die aktuell drängenden Fragen rund um die Bewirtschaftung der Äcker beantwortet werden.

„Die Videos sind zwei bis drei Minuten lang und werden in unserer WhatsApp-Gruppe verschickt, in der Landwirte aus Ostbevern und Brock sind“, erläutert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes. Vor drei Wochen ging es in den ersten Aufnahmen um die Themen Gerste, Triticale, Roggen und Düngung. „Ich habe einige Rückmeldungen mit positiver Resonanz erhalten.“ In den neuen Videos folgen nun Tipps rund um den Maisanbau und den Pilzbefall des Getreides.

„Trotz der kühlen Witterung gibt es derzeit relativ viele Krankheiten in der Gerste“, hat Matthias Voß festgestellt. „Bei Triticale, Weizen und Roggen ist weniger los. Dort sind nur relativ geringe Maßnahmen notwendig. Für den Mais als südamerikanische Pflanze war die kühle Witterung der zurückliegenden Wochen nicht optimal. Da haben wir jetzt ein bisschen Angst vor dem Vogelfraß.“ Die Gülleausbringung sei – bis auf ein paar Nachzügler – zu 90 bis 95 Prozent erledigt, so Verenkotte. Trotz der geruchlichen Beeinträchtigungen gebe es diesbezüglich in Ostbevern „kaum Theater“.

Trotz aller guten Erfahrungen mit den landwirtschaftlichen Info-Videos wollen sich die heimischen Landwirte 2022 gerne wieder zu den beliebten Feldbegehungen versammeln. Was derweil in diesem Jahr noch geht, hängt maßgeblich von der Pandemie-Entwicklung ab. Als eine gemeinschaftliche Idee für den Sommer steht eine Radtour im Raum. Und sämtliche Wahlen in den Ortsverbänden sind in den kommenden Winter verschoben worden.

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