1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Duftende Erfrischung für den Kopf

  8. >

Martina Degen setzt in „Kiek mol wedder rin“ auf Aromapflege

Duftende Erfrischung für den Kopf

Sassenberg

Mit Aromapflege wird den Tagesgästen ein Angebot zur Stärkung eines positiven Grundgefühls und zur Linderung von Ängsten und Spannungen gemacht.

Michèle Waßmann

Die Aromapflege kommt bei Regina Beermann (o.l.) und den anderen Gästen der Tagespflege „Kiek mol wedder rin“ gut an. Das freut Initiatorin Martina Degen (r.) und ihre Stellvertreterin in der Pflegedienstleitung Tanja Ludwig-Kontetzki. Foto: Michèle Waßmann

Keine Angst, die Tagespflege „Kiek mol wedder rin“ am Klingenhagen wird nicht in „Riek mol wedder hin“ umbenannt. Und das, obwohl das neue Aroma-Projekt bei den Gästen und Mitarbeitern super ankommt.

Pflegedienstleitung Martina Degen ist ausgebildete Aromaexpertin und setzt seit über 20 Jahren auf die heilenden Kräfte ätherischer Öle. Und die strahlenden Gesichter der Gäste der Tagespflege geben ihr recht. „Die Senioren sind lebhafter, wacher und aufmerksamer“, beobachtet Degen. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat das Projekt im Vorfeld mit der Cathamed-Geschäftsführung und dem Qualitätsmanagement abgestimmt und auch die Angehörigen der Tagespflegegäste informiert. Dabei stieß sie überall auf offenen Ohren.

Auch im Pressegespräch überzeugte die Lehrerin für Pflegeberufe in Sekundenschnelle. Gab es doch zum Auftakt ein selbst hergestelltes Schokoherz mit Pfefferminzaroma. Und siehe da, die Redakteurin war nicht nur begeistert, sondern gleichsam erfrischt – gerade unter der FFP2-Maske ein willkommener Effekt. „Und damit ist die Leckerei keine Süßigkeit mehr, sondern eine willkommene Erfrischung für den Kopf“, unterstreicht Degen.

Über solch eine gezielte und reflektierte Aromaanwendung, die unter anderem vor der „Zeitungsrunde“ angewendet wird, freuen sich die Senioren. Seitdem, so die Pflegedienstleitung, seien die Gesprächskreise viel lebhafter und der Atem der Gäste gehe spürbar tiefer in den Brustraum – auch das ist förderlich für die Lungenbelüftung.

Doch es gibt nicht nur Aroma-Pralinen. In kleinen Fläschchen wird besonderes Riechsalz (beispielsweise mit Zitrone und Bergamotte) als Riechangebot gesetzt. Morgens wird der Joghurt jetzt nicht mehr nur mit Honig gesüßt, sondern auch mit Vanille und Orange aromatisiert.

„Mir ist wichtig, nicht den ganzen Raum zu fluten, sondern Akzente zu beduften“, erklärt Degen, die sich schon seit 20 Jahren mit der Aromapflege beschäftigt.

Ihre Ausbildung dazu hat sie im Allgäu gemacht, im Piemont perfektioniert und in vielen Seminaren und Fortbildungen vertieft. Die Köchin und das neunköpfige Team ziehen dabei mit ihr an einem Strang. Auch ihre Stellvertreterin Tanja Ludwig-Kontetzki schwört auf das Aromaspray vor dem gemeinsamen Kaffeetrinken der Gäste. Zirbelkiefer und andere ätherische Öle machten nach der Mittagspause wach und gute Laune.

Neben den eher kurzfristigen Anreizen soll das Aromapflegekonzept jedoch auch für langfristiges Wohlbefinden sorgen. Auch dass die Menschen sich in der Gruppe öffnen können, um sich mit anderen auszutauschen, soll so gefördert werden. Gerade das sei in Corona-Zeiten ungemein wichtig. „Durch zunehmende Isolation und deutlich weniger Ansprache sind viele Senioren deutlich weniger kommunikativ und mobil.“

„Mit der Tagespflege wollen wir ein Ort der Begegnung sein und die Angehörigen entlasten. Wichtig ist, dass die Gäste Spaß haben und soziale Teilhabe möglich ist“, unterstreicht Degen.

Und seit einigen Wochen werden die Anreize fürs Wohlbefinden eben nicht nur mit gesundem Essen, gemeinsamer Sitzgymnastik, Rätsel- und Gesprächsrunden gesetzt, sondern auch mit frischen und leckeren Aromen.

Startseite