Sabine Niermann wünscht sich englische Verhältnisse in Dackmar

Frische-Lieferant gesucht

Sassenberg

Sabine Niermann wünscht sich einen Lieferdienst, bei dem sie alles in einem Rutsch in die Bauerschaft Dackmar gebracht bekommt, Dinge des täglichen Bedarfs und vor allem auch frisches Obst und Gemüse.

Michèle Waßmann

Sabine Niermann, hier mit Berner Sennenhündin Lilly, wünscht sich einen Lieferdienst, bei dem sie alles in einem Rutsch in die Bauerschaft Dackmar gebracht bekommt, Dinge des täglichen Bedarfs und vor allem auch frisches Obst und Gemüse. Foto: Michèle Waßmann

Sabine Niermann ist eine starke Frau. Herausforderungen nimmt sie an und bewältigt diese in der Regel eben so korrekt wie kreativ. Seit einiger Zeit hat Niermann allerdings ein Problem, das zumindest wenn man in der Bauerschaft Dackmar wohnt, sich nicht einfach zu lösen scheint. Die 54-Jährige möchte gerne frisches Obst und Gemüse geliefert bekommen. Und am liebsten zusammen mit anderen Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

„Ja, klar das Futter für die Berner Sennenhündin Lilly kann ich problemlos online bestellen und auch haltbare Lebensmittel“, erklärt die Sassenbergerin und fügt hinzu: „Ich wünsche mir aber einen Anbieter, bei dem ich alles in einem Rutsch bekomme.“ Und wenn es dann noch aus der Region ohne viel Verpackung käme, wäre das perfekt.

Vor einigen Jahren hat es Niermann beruflich nach England „verschlagen“. Dort hat sie diesbezüglich nur positive Erfahrungen gesammelt. Die Supermärkte dort bringen alles auf einmal und in der Regel auch noch am selben Tag der Bestellung. Damals sei es ihr mehr um Zeitersparnis gegangen. Jetzt ist ihr die Vermeidung von unnötig vielen Kontakten in Pandemiezeiten ein bewusstes Anliegen. In Deutschland müsse für alles ein spezieller Anbieter im Netz gesucht werden. Und jemand, der frisches Obst und Gemüse direkt zu ihrem Fachwerkkotten liefert, scheint es rund um Sassenberg nicht zu geben.

Selbst eine Anfrage bei Facebook brachte die Sassenbergerin nicht wirklich weiter. Blende man die provozierenden Kommentare von „zu faul zum Einkaufen“ oder „für einen Brühwürfel würde ich auch nicht in die Pampa fahren“ mal aus, gab es auch nur spezielle Angebotstipps für das eine oder andere. Auch ein Warendorfer Bioladen, der im Prinzip Gemüsekisten liefert, bringt diese nicht bis in die Dackmarer Bauerschaft.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die im Forum geäußerten netten Rückmeldungen: Etliche boten der Sassenbergerin an, beim Einkaufen zu helfen und ihr die Dinge zu bringen. Doch das, so Niermann, brauche sie zum Glück nicht. Diese nachbarschaftlichen und ehrenamtlichen Ressourcen sollten für ältere oder kranke Personen bleiben, die die Hilfe wirklich benötigen. Die 54-Jährige wünscht sich lediglich ein komfortableres Bestellen und möchte Besuche im Supermarkt auf ein Minimum reduzieren.

Unsere Zeitung hat beim Kempermarkt an der Von-Galen-Straße nachgefragt. Marktleiter Juri Bender steht dem Lieferdienst im Prinzip positiv gegenüber. Aber entscheiden müsse das die Geschäftsleitung.

So bleibt Sabine Niermann zurzeit nichts anderes übrig, als sich bei wenigen Großeinkäufen mit allem reichlich einzudecken und auf haltbares Obst wie Äpfel und gut zu Lagerndes wie Kohl und Möhren zu setzen. Frische Kräuter gibt es zum Glück bei etwas wärmeren Temperaturen in Hülle und Fülle aus dem eigenen Garten. Noch sprießt in den Terrakotta-Töpfen und der großen Kräuterspirale noch nicht all zu viel.

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