Verstöße gegen Coronaregeln nehmen leicht zu

Teure Feier am Karnickelberg

Sassenberg

Party mit Hochprozentigem, jede Menge Müll und das auch noch im Naturschutzgebiet? Das wird teuer für einige Jugendliche.

Ulrike von Brevern

Überreste einer gemütlichen Feier am Karnickelberg im Brook Foto: Ulrike von Brevern

Die Feier am Samstagabend wird teuer für die Betroffenen: Mindestens 250 Euro pro Person werden fällig allein für den Verstoß gegen die Coronaschutzregeln, berichtet Ordnungsamtsleiter Martin Lüffe auf Anfrage. „Das muss auch wehtun“, betont er. Dass Feiern im Naturschutzgebiet nicht erlaubt ist und der Bauhof nun auch noch den Müll abfahren muss, kommt als Kostenfaktoren hinzu. Vandalismus im Naturschutzgebiet komme in dieser Größenordnung im Kreis eher selten vor, heißt es von der Unteren Naturschutzbehörde. Bis zu 50 000 Euro Bußgeld drohen bei entsprechenden Delikten, „allerdings muss natürlich der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben“, betont die Sprecherin.

Ordnungsamtsleiter Martin Lüffe

Die weißen Plastikstühle blitzten am Wochenende schon von Weitem durch das Grün des Waldes am Karnickelberg im Brook. In gemütlicher Runde hatten sich hier offenbar Feiernde getroffen und neben den Stühlen auch noch einen Kasten Bier mit in den Wald gebracht. Einige leere Flasche auf dem Boden und im Gebüsch zeugen von hochprozentigem Konsum. Die Spitze des Karnickelbergs war von Scherben übersät und einige Schritte weiter vom Fuß des Berges störten Reste eines Lagerfeuers und eine ganze Ansammlung an Plastikverpackungen die Idylle am Hesselufer.

Bereits am Samstagmorgen waren auf Facebook Bilder aufgetaucht – verbunden mit einer intensiven Diskussion. Grundtenor einerseits: Wir haben uns da, als wir jung waren, doch auch getroffen. Andererseits: Der Müll im Wald, zumal im Naturschutzgebiet geht gar nicht. Gerade zerbrochene Glasflaschen würden für Hunde und Wildtiere ein großes Verletzungsrisiko bergen.

Am Samstagabend war der Spuk für dieses Mal allerdings schon vorbei. Die Stadtstreife erwischte die Jugendlichen auf dem Karnickelberg auf frischer Tat, berichtet der Leiter des Ordnungsamtes. Nun räumt der Bauhof auf.

Jetzt räumt der Bauhof auf

Die Zahl der registrierten Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung nehme in jüngster Zeit etwas zu, sagte Lüffe. „Gerade Jugendliche suchen sich ihr Plätzchen.“ Die Bürgerinnen und Bürger seien inzwischen auch sehr aufmerksam geworden und wiesen das Ordnungsamt auf mögliche Verstöße hin. Einschlägige Treffpunkte wie Schulhöfe und Spielplätze würden von den Stadtstreifen regelmäßig kontrolliert.

Nun werden sie auch wieder ein Auge auf den Wald haben. „Da haben wir seit ewiger Zeit nichts gehabt“, so Lüffe. Rund 60 Ordnungswidrigkeitsverfahren laufen wegen Coronaverstößen – gegen Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

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