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Wassersportabteilung in Sorge

Vandalismus am See spitzt sich zu

Sassenberg

Ein Bauzaun, den die Stadt zum Schutz des Geländes der Wassersportabteilung am Feldmarksee gezogen hatte, wurde in Teilen komplett zerstört. Für die Waspo bedeuten die Zerstörungen auch eine finanzielle Bedrohung, die an die Substanz geht.

Urlike von Brevern

Der Ehrenvorsitzende Erich Lentz (l.) und der Waspo Vorsitzende Ludger Spitthöver freuen sich über gutes Segelwetter, doch Vandalismus und die durch Corona bedingte Schieflage der Finanzen machen ihnen Sorgen. Foto: Ulrike von Brevern

„Wir können das so nicht mehr stemmen!“ Ludger Spitthöver, Vorsitzender der Wassersportabteilung des VfL (Waspo), klingt nicht nur erbost, sondern regelrecht verzweifelt. Vandalismus am und rund um das Vereinsheim am Feldmarksee machen ihm und der Waspo zunehmend zu schaffen. Trauriger Höhepunkt am vergangenen Wochenende: Ein Bauzaun, den die Stadt zum Schutz des Geländes gezogen hatte, wurde in Teilen komplett zerstört. Für die Waspo bedeuten die Zerstörungen auch eine finanzielle Bedrohung, die an die Substanz geht.

Waspo und Stadt haben seit Jahren ein Abkommen, von dem beide Seiten profitieren: Die rund 200 Wassersportler dürfen das städtische Gelände am See für Sport- und Vereinsleben nutzen, dafür ermöglichen sie Einheimischen und Touristen an dieser Stelle den Zugang zum See und organisieren den Tretbootverleih. Der Zugang zu den Booten ist durch eine hohe Zaunanlage gesichert, das übrige Gelände ist fast ungehindert zugänglich. Nur ein niedriges Tor grenzt es zum Spazierweg und dem gegenüberliegenden Parkplatz hin ab.

Nächtliche Besucher

„Nächtliche Besucher hatten wir immer schon mal“, berichtet Spitthöver. Die Hinterlassenschaften haben die Vereinsmitglieder weggeräumt. Erich Lentz, Gründungs- und heutiger Ehrenvorsitzender der Waspo deutet auf verbogene Regenrinnen am Vereinsheim als Beleg dafür, dass die Schwierigkeiten auch früher schon über das reine Müllproblem hinausgingen. „Aber damit können wir eigentlich leben“, sagt Spitthöver großzügig.

Doch mit Corona sei der Vandalismus immer mehr geworden. Ein Regenfallrohr am Dach wurde abgerissen. Am Steg musste ein einbetonierter Zaunpfosten dran glauben, wurde herausgerissen und in den See geworfen. Nächtliche Besucher reißen das Flatterband ab, mit dem der Zugang zum seitlichen Steg gesperrt ist, hinterlassen Scherben im Wasser. „Offensichtlich gibt es Leute, die Spaß daran haben, immer wieder zu zerstören“, vermutet der Vereinsvorsitzende.

Besonders nachdem der angrenzende Bereich des Strandbades vor einigen Wochen im Vorfeld der Saison abgesperrt wurde, hätten sich offenbar noch mehr der unangenehmen nächtlichen Besucher Richtung Bootshaus orientiert.

Vandalismus ist ärgerlich

Für die Waspo ist der Vandalismus nicht nur ärgerlich, er trifft die Corona-gebeutelte Abteilung trotz stabiler Mitgliederzahlen auch finanziell hart. „Außer den Mitgliedsbeiträgen haben wir seit vergangenem Jahr keine Einnahmen mehr“, hält Spitthöver fest: Kein Tretbootverleih (die komplizierten Hygieneregeln verhagelten im vergangenen Jahr die Saison), keine Feste oder andere Aktionen, die den Ehrenamtlichen sonst Geld in die Kasse spülen. Die Mitgliedsbeiträge decken die Fixkosten, Reserven sind aufgebraucht, unter anderem für Erneuerungen an der Steganlage, die durch den sinkenden Wasserstand des Sees notwendig wurden. „Aus Finanznot habe ich dem Finanzwart jetzt zunächst sämtliche Reparaturen untersagt“, macht Spitthöver die Brisanz der Lage deutlich.

Die Stadt hat die Absperrung rund um das Gelände schnell erneuert. Jeden Abend wir das Tor verschlossen, demonstriert Ludger Spitthöver. Foto: Ulrike von Brevern

Die Stadt habe schnell und vorbildlich reagiert, als die Nöte zu groß wurden, und den Bauzaun aufgestellt, lobt der Waspo-Vorsitzende, der sich von Passanten zudem ein offenes Auge wünscht. Den Wunsch der Verwaltung, den Zugang tagsüber weiter offenzuhalten, sei man aufgrund der Erfahrungen „mit Brummeln“ nachgekommen, ergänzt Lentz. Dass damit die Zerstörungswut offenbar noch angestachelt wurde, macht die Ehrenamtlichen fassungslos – ebenso wie Bürgermeister Josef Uphoff. Das sei eine Straftat, für die er auch kein Verständnis habe.

Vandalismusvorkommen rund um die Feldmarksee Foto: Erich Lentz

Anzeige wurde erstattet, ein öffentlicher Aufruf habe bislang aber noch keine Hinweise auf die Täter ergeben, teilt eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit. Wer in der Nacht von Samstag auf Sonntag Verdächtiges beobachtet hat, kann sich an die Polizei Warendorf wenden, Telefon: 0 25 81/9 41 00-0 oder per E-Mail:Poststelle.warendorf@polizei.nrw.de.

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