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Anlage von Wildblumenflächen

„Unkraut“ hat eine wichtige Aufgabe

Sendenhorst

Am Rande des Regenrückhaltebeckens im Baugebiet Garrath fängt gerade eine Wildblumenwiese an zu blühen. Was früher eher als Unkraut galt, ist heute aktiver Naturschutz. Denn Insekten tummeln sich gerne in solchen Biotopen. „8Plus summt auf“ heißt das Programm, mit dem das Projekt umgesetzt wurde.

Josef Thesing

Uwe Beyer (Baubetriebshof) Bürgermeisterin Katrin Reuscher, Dr. Berit Philipp und Kathrin Schran (Sachgebiet Umwelt der Stadt, v.l.) stellen die Wildblumenfläche vor. Foto: Josef Thesing

Früher war das, was hier am Rande des Regenrückhaltebeckens wächst, für viele Zeitgenossen schlicht Unkraut, das gerupft oder gemäht werden musste. Und auch heute sieht mancher Bürger, der einen gepflegten Golfrasen mit Rosensträuchern hinter seinem Haus hat, das vielleicht auch noch so. „Bei vielen hat sich diese Einstellung aber gewandelt“, sagt Dr. Berit Philipp von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, während sie am Fuß- und Radweg in der Nähe der Holzbrücke Tütchen mit Samen heimischer Wildkräuter herumreicht. „Die Nachfrage danach ist gut.“

Auch Uwe Beyer, Leiter des städtischen Baubetriebshofes, ist mit dem zufrieden, was auf der kleinen Fläche neben dem großen Becken wächst: lauter Wildblumen, die – im Gegensatz zu früheren Zeiten – nicht mehr von der Stadt gemäht werden. Zu den rund 30 Wildblumenarten gehören unter anderem die Wilde Malve und der Gewöhnliche Natternkopf.

Insekten- und Artenschutz

„8Plus summt auf“ heißt das Programm, an dem sich Sendenhorst als eine der acht Städte beteiligt, die zur „8Plus“-Region im Kreis Warendorf gehören. Eines der Projekte ist die Anlage von Wildblumenflächen als Aktion des Naturschutzbundes. Der Hintergrund ist leicht erklärt: Es geht um Insekten- und Artenschutz.

Die kleine Wildblumenfläche am Baugebiet Garrath Nord wurde im vergangenen Jahr vom Bauhof angelegt und beginnt nun zu blühen. „Das ist jetzt wichtig, zum Beispiel für die Hummeln“, sagt Berit Philipp. Besonders wichtig sei aber, dass dafür die Samen heimischer Wildblumen und Kräuter verwendet würden. „Daran haben sich unsere Insektenarten seit Jahrhunderten gewöhnt.“ Auf einer Tafel, die von Bürgermeisterin Katrin Reuscher enthüllt wurde, wird erklärt, was wächst.

Etwa 4000 Quadratmeter solcher Blühflächen, die den Insekten als Nahrungsreservoir dienen, seien auf städtischen und privaten Grundstücken entstanden. Und es könnten gerne noch mehr werden, so Berit Philipp. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Kreis Warendorf und vom Landesumweltministerium.

Wer beraten werden will oder Tütchen mit der Samenmischung haben möchte, der kann sich per E-Mail an b.philipp@nabu-station.de wenden.

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