1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sendenhorst
  6. >
  7. Wieder ein gemeinsames Ziel

  8. >

Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst „stadtradelt“

Wieder ein gemeinsames Ziel

Sendenhorst

Die Absage ihres großen Familienfestes zum 100-jährigen Bestehen hat die Mitglieder der Stadt- und Feuerwehrkapelle schwer getroffen. Nun verfolgt der Verein stattdessen ein anderes gemeinsames Ziel: Er ist zum ersten Mal bei der Aktion „Stadtradeln“ dabei.

Nicole Evering

Die Stadt- und Feuerwehrkapelle macht zum ersten Mal beim „Stadtradeln“ mit (v.l.): Lydia Richter, Christian Wonschik und Gaby Krevert-Skerhut. Foto: Nicole Evering

Die Absage ihres großen Familienfestes hat die Mitglieder der Stadt- und Feuerwehrkapelle schwer getroffen. Bei vielen war in den vergangenen Tagen die Enttäuschung groß, dass das dreitägige Event zum 100. Geburtstag nicht wie geplant im Juni stattfinden kann. Gut, dass man nun eine Möglichkeit hat, auf andere Gedanken zu kommen und dabei sogar auch ein wenig die Geselligkeit zu pflegen: Zum ersten Mal beteiligt sich der Sendenhorster Verein an der Aktion „Stadtradeln“.

„Ich erledige auch sonst viel mit dem Rad“, sagt Gaby Krevert-Skerhut, die seit 35 Jahren Mitglied in der Kapelle ist. „Hier in Sendenhorst ist ja sozusagen alles nahe bei.“ Sie hat sich auch gleich mal ein bisschen umgehört, was ihre Musikerkollegen so motiviert, in die Pedale zu treten. Dirigent Kevin Linnemann möchte „etwas Gutes tun“, schließlich kommt jeder Kilometer, der mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, sowohl der Umwelt als auch der eigenen Gesundheit zugute. „Etwas zu gewinnen“ gibt es außerdem, denn bei dem Wettbewerb des Klima-Bündnisses werden am Ende die fleißigsten Kommunen, Teams und Einzelstarter ausgezeichnet.

Zwei gute Vorsätze

Der zweite Vorsitzende Michael Chudalla hat gleich zwei gute Vorsätze: Er will pünktlich zum Beginn der Aktion am kommenden Samstag (29. Mai) endlich sein Fahrrad reparieren und dann möglichst sein Vorjahresergebnis von 500 Kilometern toppen. Das hatte noch für seine Heimatstadt Münster gezählt, nun soll Sendenhorst profitieren. Chudalla war es auch, der die Stadt- und Feuerwehrkapelle zum Wettbewerb angemeldet hat und nun innerhalb des Vereins ordentlich die Werbetrommel dafür rührt. 26 Mitglieder sind seinem Aufruf schon gefolgt. Damit stellt die Kapelle aktuell das zweitgrößte Team – nach der Realschule St. Martin.

„Es ist schön, endlich auch mal wieder was als Verein zu unternehmen“, sagt Lydia Richter, die schon seit 20 Jahren mit der Kapelle Musik macht. Die vielen ausgefallenen Probenabende der vergangenen Monate sind nicht nur ihr ein wenig aufs Gemüt geschlagen. „Normalerweise wären wir jetzt fast jedes Wochenende unterwegs zu Auftritten“, ergänzt die junge Mutter. „Nun haben wir zumindest ein anderes gemeinsames Ziel.“

Lydia Richter

Und das heißt: bis zum 18. Juni so viele Kilometer wie möglich mit der Leeze zurückzulegen. „Ich fahre auch sonst viel Fahrrad“, sagt Christian Wonschik, erster Vorsitzender der Stadt- und Feuerwehrkapelle. Statt in den Skiurlaub zu fahren, haben er und seine Frau sich im vergangenen Jahr neue Räder zugelegt. Damit sind locker 80, 90 Kilometer am Tag drin. „Im Sommer haben wir an den Wochenenden Radtouren in alle möglichen Himmelsrichtungen unternommen“, erinnert er sich. Das hat er sich auch für diesen Juni vorgenommen – wobei zu Hause auch das Wohnzimmer auf Renovierung wartet. Die Wonschiks müssen sich also zweiteilen in den nächsten Wochen.

Proben unter freiem Himmel

Und dann soll es jetzt nach Pfingsten auch endlich wieder mit den Proben losgehen. Natürlich haben sich die Musiker trotz Corona nie ganz aus den Augen verloren. „Wir haben viel via Zoom gemacht“, berichtet Gaby Krevert-Skerhut. Da wurden Fotos angeschaut, Spiele gespielt und Quizabende veranstaltet. Und als es 2020 erlaubt war, hat die Truppe eine Schnitzeljagd veranstaltet – als Sternfahrt-Radtour. Dieses Hobby eint die Mitglieder – etwa 40 aktive gehören der Kapelle an, rechnet man passive und den Nachwuchs hinzu, ist man schnell bei fast 100 Personen – also ohnehin. Doch das gemeinsame Musizieren kann das alles natürlich nicht ersetzen. Damit soll es aber nun wieder losgehen: unter freiem Himmel auf einem Hof in der Bauerschaft Rinkhöven. Und viele der Musiker haben angekündigt, mit dem Rad dorthin zu kommen. Michael Chudalla etwa reist aus Wolbeck an. Das sind, hin und zurück, schon mal etwa 30 Kilometer fürs gute Ergebnis.

Aktion des Klima-Bündnisses

Die Aktion „Stadtradeln“ startet im Kreis Warendorf am 29. Mai. Bis zum 18. Juni können Bürger, Unternehmen, Organisationen, Vereine, Schulen sowie Mitglieder der Kommunalparlamente möglichst viele Kilometer „erradeln“. Die Aktion des Klima-Bündnisses ist als Wettbewerb gestaltet. Es werden Deutschlands aktivste Kreise und Kommunen sowie die fleißigsten Teams und Radler gesucht. Unter allen Teilnehmern verlost der Kreis Warendorf ein hochwertiges E-Bike. Jeder, der im Kreis Warendorf wohnt, arbeitet oder sich in einem Verein engagiert, kann sich über die Stadtradeln-Webseite kostenfrei anmelden. Die Kilometer werden einzeln für jeden Radfahrer und für Teams mit mindestens zwei Personen gezählt. Aus Sendenhorst haben sich, Stand gestern, bereits 166 Teilnehmer angemeldet. 2678 sind es aus dem gesamten Kreis Warendorf.

Startseite