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Grundsatzbeschluss zur Netto-Erweiterung gefasst

Höhe ist ein Dorn im Auge

Telgte

Der Netto-Markt an der Ostbeverner Straße soll erweitert werden. Dafür ist ein neues Gebäude vonnöten. Die Planungen sehen vor, dass der Neubau mehrgeschossig werden soll. Doch die vom Architekten vorgesehene Höhe stieß im Planungsausschuss auf wenig Gegenliebe.

Stefan Flockert

Der Netto-Markt an der Ostbeverner Straße soll mehr Verkaufsfläche bekommen. Ein Neubau mit Wohnungen in den oberen Geschossen soll errichtet werden. Foto: Daniela Allendorf

Der Netto-Markt an der Ostbeverner Straße möchte seine Verkaufsfläche von heute 790 Quadratmeter auf rund 1100 Quadratmeter aufstocken. Dafür wurde am Donnerstagabend im Planungsausschuss der Grundsatzbeschluss gefasst, so dass der Standort weiterentwickelt werden kann. Allerdings gibt es noch eine Vielzahl von Punkten, in denen die Ausschussmitglieder quer durch alle Fraktionen noch erheblichen Nachbesserungsbedarf sahen.

Neben der Absicherung der Nahversorgung mit Lebensmitteln im nördlichen Stadtgebiet soll dort dann auch neuer Wohnraum geschaffen werden. Dafür ist ein mehrgeschossiges Gebäude geplant.

Der Grundstückseigentümer hatte sich im Jahr 2020 mit der Bitte an die Stadt Telgte gewandt, die Verkaufsfläche des bestehenden Netto-Marktes zu erweitern. Das war im Bau- und Planungsausschuss auch schon thematisiert worden. Von Seiten des Ausschusses wurde damals die Anregung gegeben, mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob neben der Erweiterung der Verkaufsfläche auch die Aufstockung des Gebäudes vorstellbar sei, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Der Architekt des Grundstückseigentümers hat nun ein städtebauliches Konzept vorgelegt, das im Ausschuss präsentiert wurde. Dieses beinhaltet den Abbruch des bestehenden Nettomarktes, die Errichtung eines neuen Gebäudes mit drei Vollgeschossen und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss soll wiederum ein Lebensmittelmarkt mit rund 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Der Netto soll 1000 Quadratmeter nutzen, ein Bäcker noch einmal 87 Quadratmeter. 54 Stellplätze sind vorgesehen. In erstem, zweitem und Dachgeschoss sind derzeit insgesamt 33 Wohnungen mit rund 2300 Quadratmetern Wohnfläche geplant.

Durch die Bank wurde von den Fraktionen begrüßt, dass die Anregung, über dem Ladenlokal Wohnraum zu schaffen, aufgenommen wurde. Udo Woltering (Grüne) kritisierte aber die Höhe des geplanten Gebäudes, das fast viergeschossig sei und nicht in die Umgebung passe. Außerdem missfiel ihm, dass der Bau bis an die Straße heran ragt.

Für Klaus Resnischek (SPD) war die Höhe ebenfalls ein „No-Go“. „Da muss mindestens ein Stockwerk runter. Das ist ja fast vergleichbar mit dem Münsteraner Dom. Der hat auch zwei Türme und ist weithin sichtbar“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Resnischek sieht zudem in der Anordnung der Zufahrt zur Tiefgarage „großes Gefahrenpotenzial“ – insbesondere für Kinder auf ihrem Schulweg.

Für Detlev Dierkes (FDP) war der Ansatz „nicht schlecht“. Aber man müsse sich mit Bauherren und Planern auf ein „vernünftiges Maß“ verständigen. Er erinnerte daran, dass man schon oft „mit einem überdimensionierten Projekt gestartet“ sei. Jetzt solle man den Aufstellungsbeschluss fassen, um dem Investor zu signalisieren, dass er weiterplanen könne. Überarbeitete Pläne müssten dann in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

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