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Ina Oakley sucht noch Arbeitskollegen

Warendorfs erster Coworking-Space

Warendorf

Ina Oakley arbeitet ungern allein. Sie entwirft für Firmen und Einzelpersonen Logos, Visitenkarten und auch Websites in ihrem neuen Designbüro mit dem Schwerpunkt Corporate und Brochure Design. Jetzt hat sie ein Objekt gemietet, in dem andere Dienstleister als Untermieter arbeiten können – egal, ob stunden- oder tageweise. Warendorfs erster Coworking-Space.

Rebecca Lek

Ein großer lichtdurchfluteter Raum in dem angemieteten Büro steht für potenzielle Kollegen im Rahmen des Coworking zur Verfügung. Foto: privat/ rundes Bild Jannine Skodell

Ina Oakley zog 2018 gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter für den Beruf nach Warendorf – von der Großstadt Berlin in die ländliche Pferdestadt. Ihr Mann Mat arbeitet Vollzeit als Ingenieur, hat aber gleichzeitig noch ein zweites Standbein. „Klaas Wein“ ist eine kleine, aber feine Weinhandlung in der Warendorfer Altstadt mit vielen kleinen Schätzen. „Das ist unsere Leidenschaft. Da wir aber beide voll berufstätig sind, haben wir nur am Wochenende geöffnet“, erzählt Oakley. Nach zwölf Jahren Selbstständigkeit kehrte sie in ein Angestelltenverhältnis zurück.

Doch die Pandemie hat alle Branchen im Griff: Oakleys befristeter Vertrag bei Sieger Design als Art Director konnte aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht verlängert werden. Die 45-Jährige steckte jedoch nicht den Kopf in den Sand und machte sich wieder selbstständig. „Ich sehe das alles gar nicht so negativ, sondern als eine Art Fügung. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch und kann mich in meiner Selbstständigkeit voll ausleben“, sieht Oakley das Positive in der Situation.

Sie entwirft für Firmen und Einzelpersonen Corporate Designs, das heißt, Logos, Visitenkarten, Farb- und Bildwelten und Websites in ihrem neuen Designbüro mit dem Schwerpunkt Corporate und Brochure Design. Eines ihrer Herzensprojekte war die Gestaltung des gemeinsamen Weingeschäftes. „Ich wollte schon immer ein Geschäft eröffnen, um es einrichten und komplett durchgestalten zu können. Und es unser Eigen nennen. Das durfte ich jetzt machen. Das operative Geschäft übernimmt mein Mann, er ist auch der Weinkenner. Aber auch er ist mittlerweile der Meinung, dass nur hübsche Etiketten bei uns Platz im Weinregal finden“, freut sich die Designerin, denn sie hat viel mehr Sinn für Ästhetik und alles Künstlerische.

Anfangs arbeitete sie klassisch im Homeoffice von zu Hause aus. „Das ist einfach nichts für mich. Ich brauche eine Auskopplung und Distanz zu meinen eigenen vier Wänden“, gesteht Oakley und suchte nach einem passendem Mietobjekt. Doch wie sollte das genau aussehen? Anstoß für die Idee einen Coworking-Place zu schaffen, kam von Peter Horstmann. „Im Ende des Wahlkampfs erkrankte sein Designer und ich sprang ein. Mir war es etwas unangenehm, dass ich keinen vernünftigen Raum hatte – nahm das aber ganz locker. Als ich sagte, ich sei auf der Suche nach einem Büro, meinte er „warum machst du nicht ein Co-Work auf, das fehlt hier noch. Und weil ich das tatsächlich in Berlin schon immer machen wollte, dort aber schon viel zu viel in dem Bereich los war, dachte ich – ja, das ist genau das Richtige!“, erzählt die Designerin und muss bei der Erinnerung doch etwas schmunzeln.

Erfahrung mit Bürogemeinschaften hat sie allemal. Mehrere Jahre arbeitete sie, ebenfalls als Selbstständige, in München in einer solchen Einrichtung. Jetzt tritt sie

allerdings erstmalig als Hauptmieterin auf. „Auch wenn ich allein arbeite, habe ich immer schon gerne Kollegen gehabt. Das ist einfach eine andere Arbeitsatmosphäre und kann super Synergien schaffen“, erklärt Oakley ihre Beweggründe. Inwieweit das nach Warendorf passt und auch angenommen wird, müsse jedoch abgewartet werden. Derzeit hat die Designerin in der Oststraße ein Büro mit zwei Räumen auf rund 60 Quadratmeter angemietet. Eine Kaffeemaschine sorgt für den Muntermacher am Morgen und der Bürohund Popcorn für die gute Laune.

Der große Seminarraum biete unter Corona-Bedingungen rund fünf Arbeitsplätze, die monate-, tage- oder auch nur stundenweise angefragt werden können. „Gerade im Homeoffice braucht man auch mal eine Auszeit und eine neutrale Umgebung, in der man sich konzentrieren kann – ohne Staubsauger- oder Fernsehgeräusche im Hintergrund“, findet Oakley. Eine weitere Möglichkeit sind Solo-Selbstständige, die gerade in der Pandemiesituation kein eigenes Mietverhältnis und damit größere Verpflichtungen eingehen möchten. Mögliche weitere Mieter sind Selbstständige, die das Büro nur ein oder zwei Tage in der Woche benötigen würden, sodass eine eigene Mietsache wirtschaftlich nicht verhältnismäßig wäre.

Insgesamt hofft die Designerin darauf, ein paar tolle neue Kontakte zu finden, mit denen man neue Ideen entwickeln und gemeinsam wachsen kann. Wenn die Pandemie vorbei ist, hat sie auch viele Netzwerk-Ideen. Kreative Netzwerke, Frauen-Netzwerke, etc. über die sich viele neue positive Synergien entwickeln.

Interessierte finden die Kontaktdaten auf ihren beiden Websites www.inaoakley.de oder www.kollege-waf.de

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