Frau am Kappenberger Damm erdrosselt

Prozess beginnt sechs Jahre nach mutmaßlichem Mord

Münster

Sechseinhalb Jahre nach dem mutmaßlichen Mord an seiner Frau steht ab dem 19. April ein Münsteraner vor dem Landgericht in Münster. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, dass der Mann eingeschränkt verhandlungsfähig sei.

Stefan Werding

In diesem Haus am Kappenberger Damm ereignete sich die Tat. Foto: Helmut Etzkorn

„Das werden keine normalen Hauptverhandlungstage. Die werden zeitlich begrenzt“, sagte Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus. Dass die 2. Große Strafkammer den Fall nun verhandele, liege am Gesundheitszustand des Angeklagten und daran, dass das Gericht nicht gezwungen ist, andere Verfahren vorzuziehen, bei denen die Angeklagten in U-Haft sitzen.

Grund für den langen Zeitraum zwischen Tat und Prozessauftakt sind die schweren Verletzungen, die sich der Angeklagte direkt nach dem Tod seiner Frau zugefügt hat. Die Staatsanwaltschaft hat zwar drei Monate nach der Tat Anklage wegen Mordes erhoben. Aber zugelassen hat das Gericht die Klage lange nicht. Der Mann hatte sich seine Speiseröhre verätzt. Nach Informationen unserer Zeitung lebte er mehrere Jahre in einem Pflegeheim. Sein Haftbefehl war außer Vollzug – er musste bestimmte Auflagen erfüllen.

Angeklagter soll Selbstmord der Ehefrau vorgetäuscht haben

Polizisten waren am 5. Juli 2015 zu der Wohnung des Paares in Münster gerufen worden. Sie entdeckten im Schlafzimmer die 47-jährige Frau, die wenig später starb. Der ein Jahr jüngere Ehemann lag lebensgefährlich verletzt neben seiner sterbenden Frau. Er hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten und eine ätzende Flüssigkeit getrunken.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass der Mann seine Frau erwürgt hat. Anschließend soll er ihren Selbstmord vorgetäuscht haben. Die Staatsanwaltschaft ging damals von Heimtücke aus.

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