Ausflüge

Tipps für Walderlebnisse im Münsterland

Münsterland

Raus an die Luft! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Appell an einem grauen Herbstsonntag zu hören ist. Erst recht, wenn die Corona-Lage die zwischenmenschlichen Begegnungen einschränkt. Gute Gründe, um ins Meer der Bäume abzutauchen und das herbstliche Farbenspiel zu genießen.

Michaela Töns

Niedrigseilgarten in Groß-Reken: Wackelige Herausforderungen auf gut 100 Metern zwischen den Bäumen hindurch. Foto: Dombrowski/Münsterland e.V.

Es knallt. Es hallt. Dann sind die 24 Fotos mit hölzernen Klappen verdeckt und es kann losgehen. Memory spielen. Waldmemory. Bei 9 Grad Celsius im ersten kühlen Tief des Herbstes. Und es passiert, was immer passieren muss, wenn Kinder gegen Erwachsene das Gedächtnisspiel spielen.

Rotkehlchen hier, Rotkehlchen dort, Wildschwein hier, Wildschwein dort, Hirsch hier, Hirsch dort: Der Nachwuchs gewinnt die Partie und spurtet mit dem Sieg im Rücken die nächsten Meter davon. Über trockenes buntes Laub, Zapfen und Eicheln. Vorbei an Abhängen mit beeindruckender Tiefe und freigespülten Wurzeln.

Ziele mit grenzenlosen Öffnungszeiten

1,5 Kilometer führt der Weg durch die Hohe Mark, den Naturpark im Süden des Kreises Borken mit Ausläufern Richtung Niederrhein und Ruhrgebiet. Doch schon nach wenigen Metern und Biegungen, Höhenmetern rauf und runter passiert, was den Reiz des Waldes ausmacht: Die Kinderstimmen, die vom Spielgelände am Parkplatz herüberhallen, werden leiser. Die Menschengruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, verlaufen sich in der Weite des Geländes. Der Wind, der durch die Bäume und Büsche herein weht, ist frisch.

Die Stämme der mächtigen Eichen und Buchen ziehen den Blick gen Himmel. Das Schimmern der Käferpanzer lässt Wanderer auf den Boden schauen. Die ideale Kombination für diesen Corona-Herbst, in dem so viele Ausflüge unmöglich und so viele Ziele unsicher erscheinen. Wildparks und Zoos, Parkanlagen und vor allem die Wälder sind Ziele mit Konjunktur und fast grenzenlosen Öffnungszeiten. Und gerade das Münsterland hat von ihnen viel zu bieten.

Walderlebnisweg in Groß-Reken

Eines dieser Ziele: der Walderlebnisweg in Groß-Reken. Zwölf Stationen säumen die Route, die quer durch den Mischwald führt, und informieren spielerisch über Baumarten und ihre Eigenschaften, über Jahresringe und Forstwirtschaft, Bodenbeschaffenheit und die Daseinsberechtigung von Totholz. Mitmachen ausdrücklich erwünscht, wenn es darum geht, einen Raummeter Holz umzuschichten oder die Dichter von Holzarten durch Heben zu fühlen. Am einen Ende des Weges führen 168 Stufen auf die Aussichtsplattform am Melchenberg in 30 Metern Höhe.

Picknickplatz Ichterloh: Inmitten von Bärlauchwäldern und direkt neben der "alten Eiche von Ichterloh" liegt dieser wunderschöne Picknickplatz. Foto: Dombrowski/Münsterland e.V.

Am anderen Ende schlängelt sich ein Niedrigseilgarten mit wackeligen Herausforderungen auf gut 100 Metern zwischen den Bäumen hindurch. Die Belohnung des Wackelns: eine 30 Meter lange Seilbahn. Die Benutzung ist kostenlos und täglich zwischen 8 und 20 Uhr gestattet, der Aufstieg auf den Aussichtsturm ebenso.

Waldbaden

Deutlich mehr Interesse an der Natur verzeichneten auch die Naturschutzverbände in diesem Jahr. Und die therapeutische Wirkung des „Waldbadens“, das in Japan eine probate Heilmethode ist, hat sich bis zu uns herumgesprochen.

Waldbaden kann man in und um Münster – zum Beispiel mit Andreas Wunderer, der regelmäßig in den Bockholter Bergen und dem Wolbecker Tiergarten unterwegs ist: www.waldbaden-pfad.de

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