Tierheim

Viele Einnahmen fehlen: Ohne Gäste in der Tierpension fällt wichtiges Standbein weg

Ahaus

Auch in Julias Tierheim hat die Pandemie tiefe finanzielle Spuren hinterlassen. Und nicht mal vom jüngst aufgelegten Förderprogramm des Bundesumweltministeriums kann das Ahauser Tierheim profitieren.

Till Goerke

Für Julia Rehermann ist es nicht leicht, den Betrieb ihres Tierheims aufrecht zu halten. Foto: Till Goerke

Die Tierpension in Julias Tierheim ist praktisch leergefegt. Dort, wo sich sonst Hunde und Katze tummeln, herrscht gähnende Leere. Corona und Reisen passt eben nicht zusammen. Die Menschen bleiben zu Hause und haben keinen Grund, ihre Vierbeiner in die Pension zu geben. Dabei ist gerade diese ein so wichtiges Standbein des Tierheims.

„Ohne Pension können wir auf Dauer nicht überleben“, macht Tierheimleiterin Julia Rehermann im Gespräch mit der Redaktion deutlich. Bis zu 50 Prozent der Jahreseinnahmen könne die Pension ausmachen. Einnahmen, die praktisch seit über einem Jahr fehlen. Von einigen Kurzaufenthalten mal abgesehen, etwa wenn Herrchen oder Frauchen umziehen.

„Wir müssen schauen, wie es weitergeht“, bringt es die Tierheimleiterin nüchtern auf den Punkt. Klagen ist nicht ihr Ding. „Uns ist einfach nur wichtig, dass wir den Betrieb aufrechterhalten können.“ Denn nichts anderes als ein Betrieb mit einem dicken Batzen an Fixkosten ist das Tierheim.

Da wären die jetzt ausgelobten 7500 Euro einmalige Soforthilfe des Bundesumweltministeriums natürlich eine tolle Hilfe. Doch in diesen Genuss wird das Tierheim in Sabstätte nicht kommen. „Wir fallen da leider raus, da wir ein privates Tierheim sind. Das ist sehr schade“, erklärt Julia Rehermann.

Auch das Sommerfest muss ausfallen

Im Juni stünde unter normalen Umständen das große Sommerfest des Tierheims auf dem Programm. Eine gute Einnahmequelle – vor allem durch die Tombola. Eine Quelle, die bereits im vergangenen Jahr der Pandemie zum Opfer fiel. „Ich habe ehrlich gesagt auch keine Hoffnung, dass es dieses Jahr etwas wird“, so Rehermann.

Das Fest zieht regelmäßig Hunderte Besucher in das Tierheim. Sachspenden für die Tombola seien aber dennoch willkommen. „Ich lagere das alles auf dem Dachboden ein und setze ganz fest auf ein Sommerfest in 2022.“ Und bis dahin? Mehr denn je ist das Tierheim auf Spenden angewiesen. Nicht nur auf Futter- und Sachspenden, sondern vor allem auf Geldspenden. „Über jede noch so kleine freuen wir uns riesig“, so Julia Rehermann. Wie das möglich ist, steht auf der Homepage des Tierheims. „Eine Mitgliedschaft hilft uns enorm, sie gibt Planungssicherheit“, wirbt Julia Rehermann für eine weitere Möglichkeit, das Tierheim zu unterstützen. Eine passive Mitgliedschaft kostet nur 20 Euro im Jahr.

Das Geld wird zum Beispiel für Medikamente und Operationen benötigt. „Darum sind Geldspenden so elementar. Wir können sie genau für diese Fälle zielgerichtet zum Wohle der Tiere einsetzen“, macht Julia Rehermann deutlich.

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